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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Es ist wichtig, sich frühzeitig mit der Organisation des Auslandsaufenthaltes zu beschäftigen. Ich selbst hatte zwei Semester Italienisch-Kurse an der Universität. An der Universität in Modena werden sowohl englische, als auch italienische Kurse angeboten. Leider wird der Kurskalender erst wenige Wochen vor dem Semesterbeginn auf der Website hochgeladen. Deshalb ist es nicht immer möglich schon beim Ausfüllen des „Learning Agreements Before Mobility“ genau zu wissen, welche Kurse überhaupt angeboten werden. Hierbei sollte man ein wenig flexibel sein. Es lohnt sich immer auch, sich damit zu beschäftigen, welche Kurse man sich in Potsdam anrechnen lassen kann.

Auch lohnt es sich, frühzeitig mit der Suche nach einer Unterkunft zu beschäftigen. Dazu aber später mehr. Nachdem man in Modena ankommt, muss man sich beim Student Mobility Office melden. Dort wird einem die Ankunft bestätigt, man erhält seinen Studentenausweis und weitere nützliche Informationen. Bereits in der ersten Woche fand auch ein Treffen mit der jeweiligen ERASMUS-Koordinatorin vor Ort statt, in dem euch erklärt wird, wie das Studium, die Belegung von Kursen und Ähnliches in Modena funktioniert.


Studienfach: Volkswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: Universita degli Studi di Modena e Reggio Emilia

Gastland: Italien

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Universität in Modena unterscheidet sich im Allgemeinen nicht deutlich von den Gewohnheiten aus Potsdam. Es finden Vorlesungen und Übungen statt. Die nötigen Materialien und Aufgaben werden auf Dolly hochgeladen; dem Moodle in Modena. Ein Unterschied zum Studium in Potsdam ist, dass es keine klare Trennung von Vorlesungen und Übungen gibt. Die Übungsaufgaben werden in den Vorlesungen besprochen und vom jeweiligen Professor erklärt. Allgemein ist das Verhältnis von Professoren und Studenten sehr entspannt. Bei Problemen konnte ich mich stets mit einer E-Mail an die Professoren wenden und mir wurde meist noch am selben Tag ausführlich geantwortet.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Wie viel Kontakt man zu wem hat, hängt in aller erster Linie von einem selbst ab. Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme gibt es überall. Es ist auf jeden Fall lohnenswert, sich dem ESN Modena anzuschließen, was einmalig 10€ kostet. Ihr bekommt eine Mitgliedkarte, mit der ihr in vielen Bars und Geschäften Rabatte bekommt. Des Weiteren werden von ESN verschiedene Veranstaltungen, Reisen, Spieleabende und Partys veranstaltet. Uns wurde darüber hinaus in der ersten Woche ein Willkommenspaket für 35€ angeboten, welches ich nur empfehlen kann. In der ersten Woche fanden jeden Tag Veranstaltungen statt, mit kostenlosen Essen und Getränken. Auch wurde alle zwei Wochen ein Tandem-Abend in einer Bar nahe der Universität veranstaltet, zu dem Italiener kamen, die Deutsch lernen wollten und bei denen man sich gegenseitig beim Erlernen der Sprache helfen konnte.
Ein Nachteil beim ESN ist, dass man letzten Endes nur mit anderen Erasmus-Studenten, beziehungsweise mit anderen deutschen Studenten zu tun hat. Wer also mehr mit italienischen Studenten unternehmen möchte, muss sich selbst darum kümmern und neue Freundschaften in der Universität oder in Bars und Clubs schließen.

Wohnen und Leben in Modena

Das Leben in Modena war für mich sehr schön. Ein großes Problem ist jedoch die angespannte Wohnungssituation. Diese hat sich wohl im Vergleich zu vergangen Jahren deutlich verschlimmert und wird es wohl auch in Zukunft tun. Wer sich rechtzeitig kümmert, kann Plätze in einem Studentenwohnheim ergattern. Ansonsten gibt es viele Facebook-Gruppen, in denen man sich erkundigen kann. Oft suchen ERASMUS-Studierende aus dem Vorsemester Nachmieter. Ich selbst hatte die Wohnungssuche unterschätzt und bis Semesterbeginn keine Unterkunft gefunden, sodass ich mich die ersten zwei Wochen in einem AirBnB eingemietet habe. Ich hatte mich in dieser Zeit mit meinem Vermieter angefreundet, sodass er mir anbot, bei ihm zu bleiben. Dadurch hatte ich eine moderne, günstige Wohnung im Stadtzentrum. Dieses Glück haben allerdings nicht viele. Die meisten meiner Freunde sind in teureren Doppelzimmern, die Sie im Internet fanden, untergekommen. Grundsätzlich muss man mit 300-400€ im Monat für die Miete rechnen. Es gibt aber auch private Studentenheime, welche mit knapp 800€ pro Monat (All inclusive) allerdings sehr teuer sind.

Zur Verkehrssituation in Modena lässt sich sagen, dass man fast alles fußläufig erreichen kann. Deshalb habe ich nie ein Busticket gekauft. Allerdings bekommt man mit dem Studierendenausweis ein Rabatt beim Monatsticket. Ich und viele weitere haben sich auch günstig ein Fahrrad gekauft. Dafür gibt es viele Märkte in der Stadt. Ich habe mein Fahrrad auf subito.it gefunden; eine Art italienisches Ebay-Kleinanzeigen. Ein Fahrrad kostet rund 30-50€. Man sollte jedoch eben soviel in ein gutes Schloss investieren. Ich habe von zwei Freunden mitbekommen, denen ihr Fahrrad geklaut worden ist.

Um nach Modena zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Einfachste ist, von Schönefeld nach Bologna zu fliegen. Von dort aus, gibt es einen Direktbus nach Modena, den ich allerdings nicht empfehlen kann. Schneller und günstiger ist es, den Bus nach Bologna zu nehmen und von dort aus mit dem Zug nach Modena zu reisen. Die zweite Möglichkeit ist es, nach Bergamo zu fliegen und von dort aus mit dem Zug nach Modena zu fahren. Dies kann unter Umständen günstiger sein, als ein Flug nach Bologna und lässt sich wunderbar mit einem Tagestrip in Mailand verbinden. 

Allgemein ist Modena eine kleine, aber feine Stadt – ähnlich wie Potsdam. Es ist ruhig aber nie langweilig, denn es gibt nahezu immer was zu unternehmen. Ein unglaubliche Anzahl an Restaurants machen jede Diät schwierig. Allerdings sprechen gerade viele ältere Menschen kein Englisch. Grundlegende Italienischkenntnisse sind deshalb unvermeidbar.  Die Beste Pizza habe ich im „Rosso Relativo“ gegessen, etwas südlich des Stadtzentrums. Es gibt außerdem viele Bars in der Stadt und auch zwei Clubs, die jeweils donnerstags und samstags große Partys anbieten. Auch hier erhält man durch die ESN-Mitgliedschaft ein günstigeren Eintrittspreis, sowie einen kostenlosen Willkommensdrink. Es gibt viele interessante Orte mit viel Geschichte in Modena, sodass es sich lohnt, sich tiefer mit der Stadt zu beschäftigen. Für Motorsportfans ist ein Ausflug nach Maranello ein absolutes Muss. Es gibt auch gemeinsame Kombitickets, für das Ferrari-Museum in Modena und dem in Maranello, wobei die Busfahrt im Ticket mit inbegriffen ist.  Darüber hinaus ist das gemeinsame Schauen eines Formel 1 Rennens mit Italienern ein Erlebnis an sich. Auch lohnen sich mehrere Besuche beim großen Nachbarn Bologna. Die Zugfahrt nach Bologna dauert keine halbe Stunde und kostet knapp 3€. Grundsätzlich ist Modena auf Grund der Lage ein guter Startpunkt für viele Trips. Vom ESN wurden Reisen nach Verona, in die Toskana und nach Rom organisiert. Aber auch das Venedig, Mailand oder das Mittelmeer lassen sich in unter zwei Stunden Zugfahrt erreichen. Die Tickets dafür liegen in etwa immer bei 10-15€. Wer weiter in den Süden möchte, sollte jedoch darüber nachdenken, den Flieger zu nehmen. Nach Neapel sind es ansonsten 6h Zugfahrt.

Studienfach: Volkswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: Universita degli Studi di Modena e Reggio Emilia

Gastland: Italien


Rückblick

Rückblickend kann ich nur jedem empfehlen ein ERASMUS-Semester zu absolvieren. Man sammelt wertvolle Erfahrung, lernt die kulturellen Schätze Europas zu genießen und lernt viele interessante neue Menschen kennen. Wenn man als Volkswirt in Italien studieren möchte, wäre Modena wieder meine erste Wahl. Im Gegensatz zu einer großen Universität in Rom, ist Modena eher mit dem Leben in Potsdam vergleichbar. Darüber hinaus, hat Modena viel zu bieten und die geografische Lage ist unschlagbar.

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