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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Seit Beginn meines Studiums an der Uni Potsdam war mir klar, dass ich gerne ein Erasmus-Semester machen möchte. Von Vorteil war, dass ein Auslandssemester oder ein Praktikum in meiner Studienordnung eh vorgesehen war. Auf den Informationstagen zum Erasmus Programm habe ich mir zuerst die durchweg positiven Erfahrungen der ehemaligen Erasmusstudenten angehört. Für mich stand fest, dass ich im skandinavischen Raum mein Auslandssemester machen möchte. Für Dänemark habe ich mich dann aufgrund der veröffentlichten Erfahrungsberichte entschieden. Nachdem ich für die Universität Aarhus nominiert wurde, nahm die Uni dort auch relativ schnell Kontakt zu mir auf mit Informationen dazu, wie es jetzt weiter geht. Alle Informationen der Uni dort waren super strukturiert und übersichtlich und falls man doch Fragen hatte, konnte man sich an die dortige Koordinatorin wenden, welche zeitnah geantwortet hat. Den Großteil der Bewerbungsunterlagen hat man in das uniinterne System hochgeladen, über welches später auch das Housing (wenn man Housing bekommen hat) gelaufen ist. Alles in allem war der ganze Bewerbungsprozess ziemlich einfach dank der genauen Informationen der Uni Aarhus.


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthalsdauer: 08/2018-01/2019

Gastuniversität: Århus Universitet

Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

Für den Bereich Politikwissenschaften gibt es an der Uni Aarhus nur Masterkurse. Pro Masterkurs bekommt man meistens 10 ECTS, d.h. mit drei Kursen an der Uni dort hat man sein Soll an ECTS Punkten erreicht. Was ich in den ganzen vorhergehenden Erfahrungsberichten entweder überlesen oder erfolgreich verdrängt habe: das Pensum dort ist auf jeden Fall höher als bei uns an der Uni (was zum Teil aber auch daran liegen kann, dass es Masterkurse sind, die man dort belegt). Der Leseaufwand pro Kurs und Woche ist immens. Dass man für nur einen Kurs um die 50 Seiten oder eher mehr lesen muss, ist keine Seltenheit. Zudem kommt, dass in den meisten Kursen Anwesenheitspflicht herrscht. Man hat also wirklich viel für die Uni zu tun, was auch an unserem Studiengang liegt. So haben die anderen Erasmusstudenten anderer Studiengänge meiner Meinung nach nicht so viel lesen und bearbeiten müssen. Man darf sich also nicht wundern, wenn man (gerade wenn die Prüfungszeit beginnt) viel in der Bibliothek sitzt. Allerdings war das nicht so schlimm. Vor allem die Royal Libary ist super ausgestattet mit a. vielen Lernräumen und einer guten Mensa, die noch besseren Kuchen verkauft und zusätzlich gibt es im Keller eine Playstation, Tischtennis und Massagestühle! Ich und meine Mitstudenten haben dort sehr viel Zeit verbracht, allerdings schließt die Bibliothek um 18 Uhr. Der Abend bleibt also frei für andere Aktivitäten. Trotzdem habe ich so manches Mal die Studenten anderer Fachbereiche beneidet, da ihre Kurse nicht so anspruchsvoll waren.
Die Kurse schließen entweder mit einer mündlichen Prüfung oder einer Hausarbeit ab. Mündliche Prüfungen war ich zwar von der Uni Potsdam nicht gewohnt, sie sind aber weniger schlimm als erwartet. Die Professoren sind sehr freundlich und nicht darauf aus einen durchfallen zu lassen. Da das Auslandssemester in meiner Studienordnung vorgesehen ist und man bei Bestehen der Prüfungen 30 LP anerkannt bekommt, hatte ich im Gegensatz zu meinen Kommilitonen nicht den Druck mit besonders guten Noten abzuschließen (natürlich sollte man sich trotzdem anstrengen ;) ).  
Um dem ganzen Lernen etwas Positives entgegenzusetzen: Das Studienklima war sehr gut! Die Profs dort achten mehr auf aktive Teilnahme im Kurs als bei uns an der Uni Potsdam. Kritisches Denken ist gefordert und dadurch, dass die Kurse 3h anstatt 90 min gehen (mit Pausen dazwischen, keine Angst, die Zeit geht schneller um als man denkt!), lernt man auch mehr. Generell konnte man sich bei allen Fragen oder Problemen an die Dozenten wenden (von denen auch viele Deutsch können) oder an die Verwaltung bzw. an die Mentoren. Alle Erasmusstudenten aus meinem Studiengang wurden verschiedenen Mentorengruppen zugeordnet, die sich vor allem zu Beginn, aber auch während des Semesters um einen gekümmert haben und auch viel an sozialen Aktivitäten teilgenommen haben. Jedoch muss man da Glück haben: Abgesehen von der ersten Woche an der Uni Aarhus hat sich meine Mentorin leider gar nicht um mich und den Rest meiner Mentorengruppe gekümmert, sodass wir uns zu anderen Mentoren dazugesellt haben und am Ende des Semesters relativ eng mit denen befreundet waren. Lasst euch davon nicht abschrecken: viele der Mentoren haben sich wirklich sehr engagiert und ihre Gruppe zum Abendessen eingeladen, sind mit ihnen ausgegangen und waren für alle Fragen und Probleme offen. Und falls ihr einen der weniger motivierten Mentoren abbekommt – schließt euch einer anderen Gruppe an!

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Die Mentoren sind auch der erste Kontakt zu einheimischen Studenten. In meinem Fall leider auch der einzige. Abgesehen von den dänischen Mentoren hält man zwar etwas Smalltalk mit den Leuten aus den eigenen Kursen, bzw. unterhält sich mal mit Dänen in Bars usw., aber wirklich freundschaftliche Kontakte sind daraus leider nicht entstanden.
Das hat mich jedoch nicht so sehr gestört, da ich viel mit den anderen Erasmusstudenten gemacht habe. Ich hatte das Glück in einem großen Haus mit vielen anderen Erasmusstudenten unterschiedlicher Studiengänge zu wohnen, wodurch ich über das Semester auch sehr viele Studenten anderer Fachbereiche kennengelernt habe. Außerdem ist der Studiengang Politikwissenschaft an der Uni Aarhus relativ groß und anscheinend bei Erasmusstudenten auch sehr beliebt. Wir waren ca. 35 Erasmusstudenten. Dadurch lassen sich schnell viele neue Freundschaften knüpfen und es entsteht eine Art Klassenverband. Laut meinen damaligen Mitbewohnern, die andere Fächer studiert haben, waren in ihrem Fachbereich sehr viel weniger Erasmusstudenten als bei mir.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Der Unterricht an der Uni Aarhus findet auf Englisch statt. Meiner Meinung nach hat sich meine Sprachkompetenz – bis auf ein paar Fachvokabeln – nicht stark verbessert, aber ich bin jetzt auf jeden Fall in der Lage flüssiger und länger am Stück frei zu sprechen als zuvor. Geholfen hat auch, dass man zumindest im verpflichtenden Kurs „Danish Politics and Welfare in Comparative Perspectives“ eine Präsentation auf Englisch halten musste. Etwas schade war es, dass es in Aarhus sehr, sehr viele Erasmusstudenten gab, die aus Deutschland kamen. Dadurch spricht man sehr viel öfter Deutsch als einem eigentlich lieb ist und es ist auch relativ schwierig sich davon abzugrenzen.
Neben Englisch kann man während dem Semester auch Dänisch lernen. Die Sprachschule Laerdansk stellt sich zu Beginn des Semesters vor und bietet Dänischkurse auf unterschiedlichem Niveau an. Ich persönlich habe zwar keinen solchen Kurs belegt, aber ich kannte viele Leute, die davon begeistert waren.

Wohn- und Lebenssituation

Ich hatte das Glück, dass mir die Uni Aarhus Housing angeboten hat. Durch die vielen Erfahrungsberichte von anderen Studenten, hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet, aber glücklicherweise blieb mir die Suche auf dem freien Wohnungsmarkt erspart. Während meinem Semester habe ich in einem Shared-facilities-Haus gewohnt, d.h. in einem großen, freistehenden Haus, das an die Uni vermietet wurde und (in meinem Fall) 13 Erasmusstudenten beherbergt hat. Der Vorteil daran: man lebt mit vielen anderen Erasmusstudenten zusammen und lernt viele neue Leute kennen. Der Nachteil: Die Privatsphäre in einem solchen Haus fällt sicherlich geringer aus als in anderen Housing-Möglichkeiten. Viele meiner Mitstudenten sind in Dorms untergebracht worden, wo man sich nach Bedarf komplett zurückziehen konnte. Im Nachhinein wäre solch eine Unterbringung vielleicht besser für mich gewesen. Aber das hängt sehr von der jeweiligen Person ab.
Meine Miete betrug ca. 460 Euro im Monat, was im Durchschnitt lag, verglichen mit den Mieten die meine Mitstudenten in Dorms und vor allem auch auf dem freien Wohnungsmarkt bezahlt haben. Hört sich nach viel Geld an, ist es auch – und reiht sich damit in das generelle Kostenlevel in Dänemark ein: Ist man am Anfang noch geschockt von den Preisen für Bier und Tiefkühlpizza, stellt sich irgendwann eine gewisse Gleichgültigkeit ein und man bezahlt einfach nur noch. Ohne die finanzielle Unterstützung des Erasmusprogramms weiß ich nicht, ob ein Auslandsaufenthalt in Dänemark so für mich möglich gewesen wäre. Tipp: Bei vielen deutschen Banken ist es möglich eure normalen EC-Karten für Dänemark freischalten zu lassen. Ich hab zu Anfang immer mit meiner Visa Kreditkarte gezahlt (die man so oder so besitzen muss, um die Miete zu zahlen), allerding wurde mir da immer eine Auslandstransaktionsgebühr von ca. 1,5% berechnet (dank der zwei unterschiedlichen Währungen). Die gibt es bei der normalen EC-Karte aber nicht!
Freizeitaktivitäten gibt es in Aarhus genügend. Viele Events werden auf Facebook veröffentlicht, es lohnt sich definitiv dort mal reinzusehen. Sonst wird viel von den engagierten Mentoren veranstaltet bzw. die Website der Stadt Aarhus bietet auch viele Anregungen.
Zum Thema Mobilität: Aarhus ist relativ klein im Vergleich zu Potsdam. Ist man einmal in der Innenstadt lässt sich alles gut zu Fuß erreichen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind dort eh gewöhnungsbedürftig: Busse und Bahnen fahren (wie erwartet) nicht im gleichen Takt wie in Potsdam oder Berlin und kommen gerne zu spät, sind relativ teuer und fahren dann auch noch Routen mit den unmöglichsten Umwegen. Aber – zum Glück - braucht man meistens keine öffentlichen Verkehrsmittel. Ich habe mir für das Semester ein Rad bei swapfiets gemietet. Hier bekommt man ein super Fahrrad für ca. 18 Euro pro Monat. Alternativ kann man sich auch eins über die vielen Facebook Rad-Verkauf-Gruppen organisieren. Achtet darauf, dass das Rad mehr als 3 Gänge hat. Man sollte es nicht meinen, aber der Hügel auf dem Aarhus liegt ist nicht zu unterschätzen und ich bin mehr als einmal von meinem Rad abgestiegen um es zu schieben, da meine Sportlichkeit für den Hügel nicht ausgereicht hat.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthalsdauer: 08/2018-01/2019

Gastuniversität: Århus Universitet

Gastland: Dänemark


Rückblick

Alles in Allem habe ich meine Zeit in Aarhus sehr genossen. Aarhus ist eine sehr schöne Kleinstadt mit mehr Shops und Bars als man vielleicht auf den ersten Blick vermutet. Alles ist zu Fuß zu erreichen, was für mich mal etwas ganz anderes war, da ich in Berlin wohne und in Potsdam studiere und somit immer relativ viel Zeit in der Bahn verbringe.
Etwas schade war, dass ich mit meinen Mitstudenten viel Zeit in der Bibliothek verbracht habe, um mich auf die doch relativ umfassenden Prüfungen vorzubereiten. Es muss aber auch erwähnt werden, dass die Uni Aarhus für den Bereich Politikwissenschaften international eine relativ hohe Reputation hat.
Den Rest der Zeit verbringt man damit auszugehen und sich dem hohen Trinklevel der Dänen anzupassen. Mein Tipp: Jeden Freitag gibt es an der Uni die sogenannten Fridaybars von jeder Fakultät. Die sind zum einen sehr witzig und – noch wichtiger – man bekommt dort Bier für 5 Kronen (während man in der Stadt ca. 50 Kronen und mehr dafür hinlegen muss).
Was ich euch generell empfehlen würde zu sehen: Den Deer-Park und die Infinity-Bridge an der Küste, generell das Meer. Besucht den Streetfood-Market am Busbahnhof und das Aros-Museum. Am Hafen gibt es eine kostenfreie Sauna und ein Hafenschwimmbecken. Im Kuhstall kann man sich zu ziemlicher Mainstream-Musik sehr billig betrinken (dort werdet ihr in eurer Einführungswoche wahrscheinlich eh einmal hin entführt). Wer es etwas rockiger mag, sollte ins Chen Mao gehen auf der anderen Seite des Kanals, Technomusik findet sich im Café Paradies.
Einen sehr großen Unterschied zwischen Deutschland und Dänemark (abgesehen vom Preisniveau) gibt es zwar nicht, aber ich würde die Stadt Aarhus trotzdem jedem empfehlen, da sie einen eigenen Charme hat. Wer auf Kleinstadt, eine schöne Innenstadt voller Klinkergebäude, auf Unialltag sowie typische Erasmustätigkeiten Lust hat, ist hier gut aufgehoben.

Dänemark

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