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Drittmittelprojekte

Die Professur für Trainings- und Bewegungswissenschaft führt verschiedene Forschungsprojekte, teilweise in engen Kooperationen mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen, durch.

Überprüfung der Effekte von Sportförderunterricht auf die motorische und kognitive Entwicklung von Grundschulkindern im Land Brandenburg - SMaRTER-Studie.

Die motorische Leistungsfähigkeit ist im Kindesalter ein bedeutsamer Faktor für eine ganzheitliche Entwicklungsförderung und Gesundheitsprävention(1-4) und steht in einer positiven Interaktion mit der körperlichen Aktivität.(5, 6)

Der obligatorische Sportunterricht mit drei Stunden pro Woche reicht nicht aus, um den nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung vollumfänglich zu entsprechen. Daher sind weitere Bewegungsangebote in Schule und Freizeit notwendig (z. B. bewegte Schule/Pause, Schulsport-Arbeitsgemeinschaften, Sportvereine), um das Mindestmaß von 90 min körperliche Aktivität pro Tag bei moderater bis hoher Intensität zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund bietet das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS) zusätzlich Sportförderunterricht (SFU) insbesondere für Kinder mit motorischen Defiziten und/oder Verhaltensauffälligkeiten in der Grundschule an. Gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz(7) zielt der SFU darauf ab, v. a. die motorische und psycho-soziale Handlungskompetenz der Schüler*innen zu verbessern. So sollen Schüler*innen u. a. (wieder) Freude und Spaß an Bewegung erleben und an einen aktiven Lebensstil herangeführt werden. Mittelfristig soll allen Grundschulen im Land BB eine zusätzliche Lehrerwochenstunde für die Erteilung des SFU zur Verfügung gestellt werden. Für einen ebenso qualitativen Ausbau des SFU und weiteren zielgruppenadäquaten Bewegungsangeboten in Schule und Verein haben das MBJS und die AOK Nordost im Dezember 2017 eine Kooperationsvereinbarung zur Umsetzung des Projekts Henriettas bewegte Schule geschlossen. Im Rahmen von Henriettas bewegter Schule fördert die AOK Nordost die sogenannte SMaRTER-Studie.

 

Mithilfe der SMaRTER-Studie soll überprüft werden, inwiefern der SFU Einfluss auf die körperliche Aktivität, die motorische Entwicklung, die Körperzusammensetzung, die geistige Entwicklung sowie das psycho-soziale Wohlbefinden nehmen kann. Primäre Ziele der Studie sind:

1) Die Erarbeitung einer Bewegungs- und Trainingsintervention zur inhaltlichen Standardisierung eines halbjährlichen SFU mit Schüler*innen der dritten Jahrgangsstufe.

2) Die Analyse der kurz-, mittel- und langfristigen Effekte des SFU auf (a) das körperliche Aktivitätsverhalten, (b) die motorische Leistungsfähigkeit, (c) die Körperzusammensetzung, (d) die kognitiven und akademischen Leistungen sowie das psycho-soziale Wohlbefinden.


Mit Beginn des ersten von neun Messzeitpunkten (t) im Februar 2019 werden Drittklässler*innen mit einer Empfehlung zur Teilnahme am SFU von zwölf randomisiert ausgewählten Grundschulen im Land BB bis zum Ende ihrer Grundschulzeit (Klasse 6) im Juli 2022 wissenschaftlich begleitet. Die Empfehlung zur Teilnahme erfolgte auf Basis der Ergebnisse im landesweiten motorischen Test für die dritten Klassen (EMOTIKON-Studie) oder durch die fachliche Einschätzung einer Sportlehrkraft.

Photo: ATB
Abbilung 1: Studiendesign der SMaRTER-Studie

Das Kernstück der Studie bildet der supervisionierte Interventionsarm, der als randomisierte kontrollierte Cross-Over-Studie konzipiert ist (siehe Abbildung 1). Der Interventionsarm setzt sich aus zwei Mal (d. h. Crossover) 14 Wochen SFU zusammen. Je Woche werden zwei 45-minütige Unterrichts-/Trainingseinheiten realisiert, die einem inhaltlich standardisierten Trainingskonzept folgen. Im Sinne einer langfristigen Wirkungsanalyse schließt sich im Februar 2020 eine Phase der Analyse des Entwicklungsverlaufs der Studienteilnehmer*innen nach supervisionierter SFU-Teilnahme an, die mit dem Ende der Grundschulzeit im Juli 2022 abschließt.

Quellenverweis: [Download PDF-Dokument]

Ausführliche Informationen und Dokumente zur Studie sind über die Projekthomepage abrufbar.

Prof. Dr. Urs Granacher (Projektleiter)