Sportvereine

Sportvereine haben eine lange und bedeutende Tradition in Deutschland. Sie sind mehr als Orte der sportlichen Betätigung: Sportvereine fördern Teamarbeit, Fairplay, Gemeinschaft und Integration, je nach Ausrichtung auch Leistung, gesundheitliche Prävention und Rehabilitation, interkulturelle Begegnung und zivilgesellschaftliches Engagement. Von schätzungsweise 500.000 bis 700.000 Vereinen in Deutschland liegt der Anteil an Sportvereinen allein unter dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem größten deutschen Dachverband im Sport, bei rund 90.000 Vereinen. Man schätzt, dass jede*r dritte Bundesbürger*in Mitglied in einem Sportverein ist.

Die Landschaft an Sportvereinen in Deutschland ist vielfältig. Vereine gibt es sowohl im Bereich des Spitzensports als auch im Bereich des Breiten- und Freizeitsports. Dabei kann die Größe eines Vereins, der Professionalisierungsgrad und die Mitgliederstruktur sehr unterschiedlich ausfallen. Zudem gibt es Angebote für ganz unterschiedliche Zielgruppen: Für Kinder und Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Sozialbenachteiligte, für Mannschafts-, Gruppen- oder Einzelsportler*innen. Auch die Mitarbeiter*innenstruktur von Vereinen kann sehr unterschiedlich gestaltet sein mit ehrenamtlichen, nebenberuflichen, freien und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen.

Auch wenn ein Großteil der Arbeit in Vereinen ehrenamtlich oder nebenberuflich ausgeführt wird, bieten Vereine Absolvent*innen sportwissenschaftlicher Studiengänge unterschiedliche Möglichkeiten beruflich einzusteigen. Hauptamtliche Stellen gibt es beispielsweise in der Leitung oder Geschäftsführung eines Vereins, als Referent*in oder Manager*in im Bereich PR, Kommunikation und Fundraising/ Sponsoring, in der Finanzverwaltung, im Mitgliedermanagement, in der Konzeption und Organisation von Angeboten, Trainingsprogrammen und Wettkämpfen, im Veranstaltungsmanagement, in der Leitung und Durchführung von Trainings, Kursen und Übungen und vielem mehr. Dabei können die Aufgabenbereiche für einzelne Stellen breit gefächert sein, das heißt, zugleich konzeptionelle, organisatorische Tätigkeiten und die praktische Durchführung von Trainings, Kursen und Übungen umfassen.

Auch die Anforderungen für die Arbeit im Sportverein können von Stelle zu Stelle variieren. Beispielsweise werden für bestimmte Leitungs- und Managementaufgaben fundierte BWL-Kenntnisse benötigt, für die Konzeption und Durchführung von Trainings, Kursen und Übungen didaktisches, psychologisches und gesundheitswissenschaftliches Wissen und für den Bereich Mitgliedermanagement, PR und Sponsoring gute kommunikative Fähigkeiten. Daher kann ein sportwissenschaftliches Studium mit entsprechenden Schwerpunkten den beruflichen Einstieg in Sportvereinen qualifizieren, muss es aber nicht. Auch eine ehrenamtliche oder nebenberufliche Tätigkeit in einem Sportverein kann ein Türöffner sein.
Das Berufsfeld ermöglicht zudem auch Quereinsteiger*innen Perspektiven. Für die Arbeit in Sportvereinen wesentlich ist die Freude an der Arbeit mit ganz unterschiedlichen Menschen, ob in der Vereinsarbeit oder in der Vermittlung und Förderung sportlicher Betätigung.

Wer Trainings-, Kurs- und Übungsleiter*in werden will, sollte zusätzliche Lizenzen in den entsprechenden Sportarten vorweisen können bzw. die Bereitschaft mitbringen, sich entsprechend weiterzubilden.

Foto Eugen Benzel

Eugen Benzel

ist Teammanager der 1. Volleyball Bundesliga Damen des SC Potsdam

Sich selbstständig machen im Sport

Eine Möglichkeit, sich im Sport selbstständig zu machen, stellt die freiberufliche Tätigkeit als Trainer*in, Kurs- oder Übungsleiter*in dar. Als Honorarkraft arbeiten freiberufliche Trainer*innen für Vereine, Volkshochschulen, Gesundheits- und Rehabilitationszentren, Tanzstudios, Yogazentren, in der Kinder- und Jugendhilfe und anderen Sozialeinrichtungen, in Stadtteilzentren, für Freizeit- und Tourismusorganisationen. Gesucht werden je nach Bereich Kurs-/ Übungsleiter*innen für bestimmte Sportarten, Fitness- und Gesundheitstrainer*innen, Tanzlehrer*innen, Yoga-Trainer*innen, Wellness & Sportmasseur*innen, Entspannungstrainer*innen, Erlebnis- und Freizeitpädagog*innen, Outdoorguides und vieles mehr. Zudem besteht die Möglichkeit als Personalcoach zu arbeiten.

Eine weitere Möglichkeit ist Sportvereine, Fitnessstudios, private Schulen und Startups selbst zu gründen. Je nach Rechtsform gelten unterschiedliche Anforderungen und Voraussetzungen für eine Gründung. Beratung und Unterstützung für die Gründung im privatwirtschaftlichen Bereich bietet der Gründungsservice von Potsdam Transfer.

Tätigkeiten als freiberufliche*r Trainer*in/ Übungs-/ Kursleiter*in:

  • Planung, Konzeption und Durchführung von Trainingsprogrammen, Kursen, Übungen, Workshops
  • sportwissenschaftliche Betreuung und Beratung von Sportler*innen
  • pädagogische und psychologische Betreuung der Sportler*innen
  • organisatorisch-administrative Tätigkeiten

Mögliche Arbeitsorte:

  • Sportvereine/ -verbände
  • Sportschulen, -studios, -zentren
  • Fitness- und Gesundheitszentren
  • Organisationen und Unternehmen des Sporttourismus
  • Freizeiteinrichtungen
  • Sozialeinrichtungen
  • Universitäten, Hochschulen & Akademien
  • Bundeswehr, Bundes- und Landespolizei