Nicht-Regierungs- & Non-Profit-Organisationen

NGOs (= Non Governmental Organizations) und NPOs (= Non Profit Organizations) sind nicht gewinnorientierte und unabhängige Organisationen, die, je nach Themenschwerpunkt, soziale, politische, gemeinnützige oder gesellschaftliche Ziele verfolgen. NGOs und NPOs können demnach z. B. Vereine, Initiativen, Stiftungen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Genossenschaften oder Verbände sein, aber auch gemeinnützige Unternehmen und ein Teil außeruniversitärer Forschungseinrichtungen.
NGOs/ NPOs stellen als möglichen Arbeitsort kein konkretes Berufsbild dar. Jedoch bieten sie spannende und vielfältige Berufsmöglichkeiten für Studienabsolvent*innen unterschiedlicher Fachrichtungen. Betätigungsfelder von NGOs und NPOs sind z. B. die Entwicklungs-, Umwelt- sowie Menschenrechtspolitik, die Sozial-, Bildungs- und Integrationsarbeit, die humanitäre Hilfe und die Kulturvermittlung bzw. der Kulturaustausch. Als zivilgesellschaftliche Akteur*innen machen sie häufig dort weiter, wo staatliche und wirtschaftliche Strukturen aufhören. NGOs/ NPOs agieren je nachdem auf lokaler, regionaler, nationaler oder internationaler Ebene.
Die konkreten Aufgaben von NGOs/ NPOs variieren abhängig von Organisationsform, Zielsetzung, regionalem Referenzrahmen und der Ausrichtung der jeweiligen Organisation. Stiftungen beispielsweise widmen sich häufig ganz gezielt bildungspolitischen Fragen oder bestimmten Forschungsthemen, Initiativen und Vereine fördern Basisdemokratie, Integration und Begegnungen, Wohlfahrtsverbände, Genossenschaften und Verbände setzen sich für politische, soziale oder kulturelle Interessen ihrer Mitglieder ein, gemeinnützige Unternehmen betreiben z. B. Politikberatung oder setzen staatliche Auftragsarbeiten um, Kirchen übernehmen u.a. große Teile der sozialen Fürsorge.

NPOs und NGOs finanzieren sich meist über Spenden, Sponsoren, staatliche Fördermittel, Mitgliedsbeiträge und/oder selbsterwirtschaftete Mittel. Stiftungen verfügen häufig über ein angelegtes Vermögen der Stiftungsgründer*innen. Kirchen wiederum finanzieren sich z. B. durch Steuern und Kollekten.

Je nach Themenschwerpunk und Zielen variiert das Aufgabenspektrum von Beschäftigten einer NGO/ NPOs. Aufgabenfelder können von Bildungsangeboten über Politikberatung, wissenschaftliche Expertisen- und Sachverständigentätigkeiten, humanitäre Einsätze, Monitoring von Politik und Wirtschaft, Stipendienprogramme, Umverteilung von knappen Gütern und Ressourcen bis hin zu Freizeitgestaltung reichen. Mitglieder- bzw. Teilnehmer*innenpflege- und betreuung, Sponsoring und Fundraising, Kampagnen- und PR-Arbeit oder Programmkonzeption sind wiederum ganz klassische Tätigkeitsfelder, die sich in vielen NGOs/ NPOs wiederfinden.
Neben Geistes-, Kommunikations- und Sozialwissenschaftler*innen werden in NGOs und NPOs auch Jurist*innen, IT-Spezialist*innen, Finanzberater*innen, Pädagog*innen, je nach Organisation auch Fachexpert*innen anderer Disziplinen benötigt. Je nach Größe der Einrichtungen werden in Stellenausschreibungen gezielt Mitarbeiter*innen für die konkreten Aufgabenfelder adressiert (z. B. Campaigner*in, PR-Manager*in, Fundraiser*in, ...) oder - allgemeiner - Programm-, Projekt-, Bildungs- oder Kulturmanager*innen gesucht, die häufig mehrere dieser Felder mitbetreuen. Auch sogenannte Referent*innenstellen sind häufig zu finden (Bildungsreferent*in, Kulturreferent*in, Fachreferent*in ...).
Für einen Einstieg in die Branche ist es empfehlenswert, sich im Studium auf ein Themen- oder Aufgabenfeld zu spezialisieren, durch Praktika, Nebenjobs und Ehrenämter bei NGOs/NPOs praktische Erfahrungen zu sammeln und frühzeitig Kontakte herzustellen.

Portrait Anna Veigel

Anna Veigel

hat Soziologie und Erziehungswissenschaften studiert und leitet bei der Deutschen UNESCO-Kommission den internationalen Freiwilligendienst 'kulturweit'.

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