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Stadt-, Raum-, Regional- und Umweltplanung

Die Rekonstruktion des Stadtschlosses am Alten Markt in der Potsdamer Innenstadt zog  vor einigen Jahren große Aufmerksamkeit auf sich. Für solche städtebaulichen Veränderungen sind u.a. Stadtplaner*innen zuständig. Unter Berücksichtigung von räumlichen und sozialen Strukturen erarbeiten Stadtplaner*innen Planungskonzepte und gestalten das Erscheinungsbild einer Stadt mit. Primär erfüllen solche Planungskonzepte analytische und diagnostische Funktionen, denn durch eine gegenwärtige und zukünftige Situationsbeschreibung von Städten kann durch städtebauliche Maßnahmen positiv auf Entwicklungen eingewirkt werden.

Die Disziplinen Stadt- und Raumplanung weisen in ihren Anwendungsgebieten Querverbindungen auf. So steht auch in der Raumplanung die optimale Nutzung eines bestimmten geographischen Raumes im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden bei der Raumplanung soziologische Aspekte des menschlichen Zusammenlebens betrachtet - mit dem Ziel einer Konfliktminimierung. Raumplaner*innen entwickeln also auf Grundlage der menschlichen Bedürfnisse Planungskonzepte. Ein Anwendungsbeispiel von Raumplaner*innen ist die Überlegung, wie durch städtebauliche Veränderungen einer Vereinsamung und Isolation von Menschen in Ballungsgebieten entgegengewirkt werden kann. Aus dieser Planungskonzeption ist eine neue Fachrichtung entstanden: die Neurourbanistik. In der Neurourbanistik arbeiten Raumplaner*innen, Architekt*innen sowie Stadtplaner*innen zusammen, um „gesund zu bauen“ und den belastenden Faktoren für Menschen in den Städten entgegenzuwirken.

Die Verkehrsplanung beschäftigt sich hingegen mit den Verkehrswegen (z.B. Straßen, Schienen) und entwickelt Systeme um den Verkehrsprozess zu optimieren. Zudem kümmern sich Verkehrsplaner*innen beispielsweise um den Nah- und Fernverkehr in Städten und Gemeinden.

Landschaftsplaner*innen beschäftigen sich mit der nachhaltigen Entwicklung von Natur und Umwelt. Die Landschaftsplanung wird auch als „Fachplanung des Naturschutzes“ bezeichnet, wobei der konkrete Aufgabenbereich im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) geregelt ist. Die Aufgabe der Landschaftsplanung besteht darin, den Naturschutz und die Landschaftspflege zu formulieren und besonders schützenswerte Bereiche aufzuzeigen. Darüber hinaus beschäftigt sich die Landschaftsplanung damit, wie die Umwelt und die natürlichen Ressourcen geschont und gleichzeitig die Bedürfnisse des Menschen befriedigt werden können. Ein konkreter Anwendungsbereich von Landschaftsplaner*innen ist beispielsweise die Planung von Stadtparks- und Grünflächen.  Auch die Umweltplanung beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit dem Thema Umwelt. Eine nachhaltige Betrachtung der Ökosysteme steht im Mittelpunkt der interdisziplinären Planungsdisziplin. Ziel können hierbei z. B. Strategien zur Abfallbeseitigung, Sicherung der Luftqualität oder Sanierung von Schadstoffbelastungen in Böden und Gewässern (Altlastensanierung) sein. Außerdem wird die Umweltplanung auch als Sammelbegriff für verschiedene räumliche Planungen wie die Raum-, Stadt- und Regionalplanung.

Die Regionalplanung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ziele einer Region umsetzen. Vorgeschrieben werden diese Ziele durch die sogenannten Raumordnungspläne. Auf Grundlage dieser Raumordnungspläne werden von der Regionalplanung wiederum Sanierungspläne aufgestellt. So werden im Land Brandenburg beispielweise die Sanierungspläne der stillgelegten oder auslaufenden Tagebaue vorbereitet.

Stadt-, Raum-, Verkehrs-, Landschafts-, Umwelt-, sowie Regionalplaner*innen finden Einstellungsmöglichkeiten in Planungsämtern, Stadtplanungs-, Bauplanungs-, Beratungs- sowie in Architekturbüros. Eine weitere Möglichkeit können Vermessungsbüros sowie der öffentliche Dienst sein. Des Weiteren bietet der wissenschaftliche Bereich Jobmöglichkeiten. Voraussetzung ist ein Bachelor im naturwissenschaftlichen Bereich, in der Soziologie oder in einem verwandten Studienfach. Außerdem gibt es die Möglichkeit eines weiterführenden Masters. So bieten ausgewählte Hochschulen Master im Bereich der Raum-, Landschafts-, sowie der Stadtplanung an. Auch ein Master im Bereich der Architektur eignet sich. Nach einem abgeschlossenen Master besteht darüber hinaus die Möglichkeit eines sogenannten Städtebaureferendariats. Innerhalb von zwei Jahren werden Hochschulabsolvent*innen dabei auf die höheren Stellen im öffentlichen Dienst vorbereitet. Zudem können die Querverbindungen in den Anwendungsgebieten und Aufgabenbereiche bei der Stellensuche der einzelnen räumlichen Planungsdisziplinen von Interesse sein.

Alexander Schirrmeister

ist Stadtplaner in einem Beratungsbüro