Claudia Thieße

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

für die Musikfestspiele Sanssouci und den Nikolaisaal Potsdam


Was haben Sie studiert?

Magister Musikwissenschaft und Theater-, Film- und Medienwissenschaft; danach berufsbegleitend Zertifikate Kulturmanagement (Kulturbetriebssteuerung, Kulturfinanzierung, Kulturmarketing)

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Wie das so oft ist bei breit aufgestellten Fächern: Man versucht sich durch Jobs und Praktika in verschiedenen Branchen aus, entscheidet sich grob für einen Weg und gelangt dann mit etwas Glück und durch die Arbeitserfahrung tatsächlich an eine solche Stelle.

Welche drei Sachen haben Sie auf der Arbeit zuletzt erledigt?

Die Website des Nikolaisaals mit Inhalten für die neue Saison bestückt; einem Autor, der einen Vorbericht über die Musikfestspiele schreibt, Informationen geliefert; ein Abendprogramm für die Musikfestspiele Korrektur gelesen. Danach eines unserer Konzerte im Nikolaisaal besucht.

Was ist das Spezielle an PR für den Kulturbereich?

Sie ist stark an den Inhalten orientiert und richtet sich an spezialisiertes Fachpublikum und -Medien. Generell sind weitaus weniger Ressourcen (finanzieller wie personeller Art) für PR vorhanden, vieles muss „nebenbei“ laufen. Außerdem werden die Feuilletons immer mehr zurückgefahren.

Wie läuft eine erfolgreiche PR-Maßnahme ab?

Sie besteht aus vielen, unzähligen Puzzlesteinen und mündet in ein qualitativ hochwertiges Festival (das ist die Ausgangsbasis von allem) mit vielen Zuschauern unterschiedlicher Publika und mit entsprechender Medienrepräsentanz.

Wie viele PR-Aktionen organisieren Sie pro Jahr?

Schwierig zu sagen – bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci arbeiten wir ganzjährig auf 2,5 Wochen Festival im Juni hin, hier gibt es zwei heiße Phasen: die Programmveröffentlichung mit Pressekonferenz im Januar sowie die Festspiele und ihre unmittelbare Vorbereitung. Aber natürlich laufen auch in der Zwischenzeit Aktivitäten …

Was ist Ihre Inspirationsquelle für neue PR?

Die Inhalte selbst (z. B. eröffnet die Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam bzw. dem Wissenschaftscampus Golm neue Zielgruppen und -medien), neue Formate in der sich ändernden Medienwelt.

Wie kulturbezogen ist Ihre Arbeit tatsächlich?

Die Inhalte, die wir vermitteln, sind Kultur pur - die Musikfestspiele haben einen starken dramaturgisch-historisch-musikwissenschaftlichen Hintergrund mit einem durchdachten und durchdeklinierten Jahresthema. Zwar stelle ich weder das Programm zusammen noch mache ich selbst Musik, aber ohne mein Wissen über Musik und Kultur könnte ich die Inhalte nicht vernünftig vermitteln. Und oft genug findet sich man mitten in Fachgesprächen wieder.

Was fordert Sie an Ihrem Beruf heraus?

Manchmal die schiere Menge an Dingen, die abzuarbeiten sind (gerade kurz vor den Festspielen), aber letztlich ist das Ergebnis – wenn es gut läuft – dann doch umso befriedigender. Außerdem der eigene Anspruch, neue Wege gehen zu wollen und kreativ zu sein.

Ihre Tipps für Berufseinsteiger*innen?

Es klingt abgedroschen, und es mag auch anders gehen, aber letztlich ist es doch so: Was für die Berufsfindung wichtig ist, sind Erfahrungen und Netzwerke, die man sich durch praktische Tätigkeit neben dem theoretischen Studium aufbaut. Und außerdem: Bitte nicht unter Wert verkaufen – das ist leider üblich im Kulturbetrieb. Gute Arbeit sollte honoriert werden!