Computerlinguist*in

Computerlinguist*innen entwickeln mathematische Modelle, mit denen Computer menschliche Sprache in mündlicher oder schriftlicher Form verstehen, verarbeiten und nachahmen können.
Dass Menschen mit Computern mittels natürlicher Sprache kommunizieren, ist eine noch sehr junge Entwicklung. Mittlerweile sind Sprachtechnologien aus unserem Alltag jedoch kaum wegzudenken. Uns umgeben Sprachassistenten, Suchmaschinen, sprechende Automaten, Übersetzungsprogramme, Chatbots und Sprachlern-Apps in verschiedenen Formen und Varianten. Sie sind das Ergebnis computerlinguistischer Forschung, die in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat.

Um menschliche, natürliche Sprache für Computer zu modellieren, verwenden Computerlinguist*innen sprachanalytische Konzepte aus der Linguistik (z. B. Syntax, Semantik und Phonetik) und verknüpfen sie mit Theorien und Methoden der Informatik und Mathematik (z. B. Programmierung von Algorithmen, statistische Verfahren). Da natürliche Sprache sehr komplex ist, ziehen Computerlinguist*innen zudem Ansätze aus der Psychologie, Kognitionswissenschaft, Philosophie und anderen Nachbardisziplinen zu Rate. Ergebnis sind dann Computersysteme, die menschliche Sprache nicht nur umfassend analysieren und verarbeiten, sondern auch täuschend echt reproduzieren können.
Für den Beruf des/der Computerlinguist*in sind Sprachgefühl und Begeisterung für die Komplexität natürlicher Sprache wichtig, aber auch Freude an der Arbeit mit Computern sowie logisches, abstraktes Denken. Computerlinguist*innen erforschen, testen und entwickeln. Das macht Computerlinguistik zu einem sehr zukunftsweisenden Berufsfeld, in der viel Kreativität und Innovationsgeist herrscht.

Im deutschsprachigen Raum kann man Computerlinguistik an Universitäten studieren. Dabei können sich Studierende in verschiedenen Studiengängen sprach- oder informationswissenschaftliche Schwerpunkte setzen oder auf bestimmte Anwendungsfelder spezialisieren. Der Master Cognitive Systems an der Universität Potsdam setzt zum Beispiel einen Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz und ist dabei interdisziplinär angelegt.
Da Computerlinguistik ein noch sehr junges Fach ist, in dem viel Grundlagenforschung betrieben wird, arbeiten Computerlinguist*innen häufig an Hochschulen und Forschungsinstituten. In der freien Wirtschaft sind Computerlinguist*innen meist in Unternehmen im Bereich der Soft- und Hardwareentwicklung angestellt oder sie gründen eigene Startups. Da sich der Bereich der Soft- und Hardwareentwicklung zunehmend im Dienstleistungssektor ansiedelt, sind für den Berufseinstieg auch Kompetenzen beispielsweise im Umgang mit Kund*innen und im Produktmarketing gefragt. Startup-Gründer*innen brauchen zudem umfassende unternehmerische Kompetenzen, um durchstarten zu können.

 

klassische Tätigkeiten

mögliche Arbeitsorte