Ibrahim Ghubbar

Foto Ibrahim Ghubbar

Head of Strategy & Communication

bei der Perseus Technologies GmbH

Was machen Sie beruflich?

Ich bin Head of Strategy & Communication bei der Perseus Technologies GmbH, einem Berliner Startup für Cybersecurity. Neben meiner Rolle als Pressesprecher leite ich unsere Content- und Marketing-Abteilung.

 

Was haben Sie studiert und wie sind Sie in Ihren Beruf gekommen?

Nach meinem Abitur habe ich ein Bachelorstudium in Politik- und Medienwissenschaft an der Universität Regensburg absolviert sowie ein Masterstudium in Politische Kommunikation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Parallel dazu habe ich immer als Werkstudent und Praktikant in PR-Agenturen und journalistischen Redaktionen gejobbt. Nach dem Studium habe ich in verschiedenen Funktionen erst als Berater und anschließend als Kommunikationsreferent in der Sparkassen-Finanzgruppe gearbeitet. In dieser Zeit habe ich u.a. die Social Media-Strategie und die politische Online-Kommunikation der Sparkassen mitgestaltet.

 

Was ist das für ein Unternehmen, für das Sie arbeiten und was sind Ihre Aufgaben als Head of Strategy & Communication?

Perseus ist ein drei Jahre junges Insurtech für Cybersecurity. In Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartner*innen aus der Versicherungs-, Finanz-, und IT-Branche bieten wir speziell für mittelständische Unternehmen einen Rundum-Schutz gegen Cybergefahren an. Neben didaktisch durchdachten E-Learning-Trainings und Hacker-Simulationen bieten wir auch einen Cyber-Notfallhilfe-Service an. Als Startup sind wir agil und passen uns schnell an neue Situationen an. Während des Corona-Lockdowns haben wir von heute auf morgen ein Online-Schulungskonzept zur Cybersicherheit im Homeoffice erstellt, das allen Homeoffice-Mitarbeiter*innen kostenlos zur Verfügung stand.

 

Welche drei Sachen haben Sie auf der Arbeit zuletzt erledigt?

Jour Fixe mit unserer Video-Agentur, Brainstorming-Session mit einem unserer Sales Manager, Feedback-Gespräch mit einem meiner Mitarbeiter.

 

Als „Head of…“ muss man sicher Führungskompetenzen mitbringen. Wie eignet man sich diese an?

Neben einem klassischen Führungskräfte-Training zum Umgang mit Mitarbeiter*innen, bei dem man lernt wie man mit unterschiedlichen Persönlichkeiten umgeht, habe ich in den vergangenen Jahren viel im beruflichen Alltag gelernt. Etwa bei der Leitung von Terminen oder beim Projektmanagement und natürlich auch von meinen eigenen Führungskräften. Hier habe ich viele positive, aber auch negative Beispiele im Führen von Menschen erlebt. Mitarbeiter*innenführung ist keine Einbahnstraße! Es ist daher äußerst wichtig, dass man sich und sein eigenes Handeln auch mal hinterfragt und aktiv nach Feedback vom eigenen Team fragt.

 

Wie entwickelt man eine Kommunikationsstrategie?

Das wichtigste für eine Kommunikationsstrategie ist die Informationsrecherche und Vorbereitung. Wir versuchen immer ein Ziel zu definieren, wie wir es erreichen und welche Kennzahlen (KPIs) einen Abschluss (idealerweise erfolgreich) definiten. Das Ziel kann einen rein öffentlichkeitswirksamen Charakter haben (PR/Öffentlichkeitsarbeit) oder auch vertrieblicher Natur sein (Marketing). Manchmal erhalten wir einen konkreten Auftrag, in anderen Fällen prüfen wir selbst, mittels empirischer Mittel, ob es einen Kommunikationsbedarf oder -anlass für ein Thema gibt. In dieser Phase der Recherche stimmen wir uns viel mit anderen Teams ab.

Danach geht es auch schon an die eigentliche Kommunikationsarbeit: Wo erreichen wir unsere Zielgruppe mit unserer Botschaft und auf welchem Kanal? Haben wir diese Fragen beantwortet, geht es an die „Orchestrierung“ der Kampagne, bei der wir den Kommunikationszeitpunkt und -kanal festlegen. So spielen auch externe Faktoren eine wichtige Rolle, z.B. das Inkrafttreten eines neuen Gesetzes oder eine Fachmesse. 

 

Arbeiten Sie im Team oder allein?

Ich habe ein Team von elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

Auf welche Fähigkeiten und Charaktereigenschaften kommt es in Ihrem Beruf besonders an?

In meinem Job stehe ich häufig im Kontakt mit Medienvertreter*innen, Agenturen, Veranstalter*innen, Geschäftspartner*innen und Kolleg*innen aus anderen Abteilungen. Hier ist oft mein Verhandlungsgeschick gefragt, aber auch meine Kreativität und eine schnelle Auffassungsgabe. Beides geht allerdings nicht ohne Empathie und natürlich Wissensdurst. So oft es geht, versuche ich mich mittels Zeitungen, Blogs und sozialen Netzwerken auf dem aktuellsten Stand zu halten und neue Ideen zu schöpfen.

 

Sie haben u.a. Politikwissenschaften studiert. Wovon profitieren Sie rückblickend auf ihr Studium heute in Ihrem Beruf ganz besonders?

Im Studium habe ich gelernt strukturiert zu denken und verschiedene Positionen einander gegenüberzustellen oder zu hinterfragen. Dadurch kann ich im beruflichen Alltag Sachverhalte abstrakt betrachten und die Perspektiven aller beteiligten Player nachvollziehen.

 

Wie wichtig sind im Studium erworbene Soft Skills, wie Auslandserfahrungen, Fremdsprachen, Präsentationsfähigkeiten etc. für Ihren Beruf?

Sehr! Im Rahmen eines Praktikums und eines ERASMUS-Semesters war ich zwei Mal im Ausland. Dabei konnte ich meine Englisch-Kenntnisse auf ein neues Level heben. Das hilft mir jetzt sehr, da unsere Unternehmenssprache Englisch ist. Zudem habe ich im Rahmen der Berufsvorbereitung ein Mentoring-Programm durchlaufen, bei dem uns Vertreter*innen aus der Wirtschaft gecoacht haben. 

 

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?

Jeder Tag ist anders und ich lerne ständig dazu – es wird nie langweilig!

 

Haben Sie Tipps für Berufsinteressierte /-einsteiger*innen?

Einfach mal Dinge ausprobieren und keine Angst davor haben Fehler zu machen!