Daniela Gutzeit

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Personalentwicklerin

beim Medienunternehmen Rundfunk Berlin-Brandenburg. Foto: © Thomas Ernst

Wo arbeiten Sie?

Ich arbeite in der Personalentwicklung eines Medienunternehmens und betreue dort die Führungskräfteentwicklung. Daneben bin ich verantwortlich für die Traineeprogramme, duale Studiengänge und Volontariate des Senders.
 

Was haben Sie studiert?

Nach einer kaufmännischen Ausbildung habe ich Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Personalmanagement und Controlling studiert.
 

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Auslöser war meine kaufmännische Ausbildung, in der ich einen ersten Kontakt mit den Bereichen Unternehmensführung und Personal hatte. Darüber hinaus interessiere ich mich schon lange für das Miteinander von Führungskräften und ihren Mitarbeiter*innen. Das brachte mich dazu, ein BWL-Studium nebem meinem damaligen Vollzeitjob zu absolvieren.
 

Welche drei Sachen haben Sie auf der Arbeit zuletzt erledigt?

Gerade schreibe ich an einer Informationsbroschüre für neue Führungskräfte und werte die gerade abgeschlossenen Trainings unserer erfahrenen Führungskräfte mit den Trainer*innen aus.

Darüber hinaus organisiere ich Kamingespräche der Teilnehmer*innen unseres Entwicklungsprogramms für potenzielle Führungskräfte mit dem Top-Management unseres Hauses.

Dann steht noch das Abschlusszeugnis für einen Trainee auf meiner To-Do-Liste.
 

Wie viel Personal "betreuen" Sie?

In unserem Unternehmen arbeiten ca. 150 Führungskräfte. Daneben kümmere ich mich um Seminarangebote für bestimmte Zielgruppen. Hier können gut und gerne bis zu 120 Teilnehmer*innen zusammenkommen, die nach bestimmten Kriterien in verschiedene Seminargruppen eingeteilt werden müssen.
Derzeit sind vier Trainees, zwei dual Studierende und eine Volontärin beschäftigt, die sich bei allen organisatorischen Fragen an mich wenden können.
 

Welche Themen sind in der Personalentwicklung wichtig?

Ich sehe derzeit den Umgang mit Veränderungsprozessen ganz klar im Fokus. Wir befinden uns in einer sehr schnelllebigen Zeit, in der es immer wichtiger wird, sich ändernden Bedingungen in einem hohen Tempo anzupassen. Dazu gehört auch das Thema "Selbstmanagement". Es wird immer wichtiger, dass Mitarbeiter*innen bei allen äußeren Einflüssen auf sich selbst schauen.
 

Nach welchen Kriterien wählen Sie Personal aus?

In erster Linie geben die Fachbereiche die Auswahlkriterien vor. Neben den rein fachlichen Anforderungen haben methodische und sozial-kommunikative Kompetenzen einen immer größeren Anteil.
 

Wie treffen Sie Personalentscheidungen?

Mich überzeugen Menschen, die für die Aufgaben brennen und das auch glaubhaft darstellen können.
 

Was halten Sie von dem Begriff "human resources"?

Ich persönlich mag den Begriff nicht, weil er sich nicht an den Menschen orientiert.
 

Was sind die Früchte Ihrer Arbeit?

Wenn unser dualer Student im 3. Semester nebenbei als Tutor an der Uni beschäftigt ist, ist das Beweis dafür, dass wir ihn bei uns gut ausbilden und wir mit ihm die richtige Entscheidung getroffen haben.

Führungskräfte, die mir nach einem Training erzählen, dass sie mit der Übung aus einem Seminar das gewünschte Ziel erreicht haben, sind ebenso ein Erfolg.
 

Was fordert Sie an Ihrem Beruf heraus?

Jeder Tag ist anders. Es gibt Tage, die sind voll mit organisatorischen Aufgaben. An anderen Tagen führe ich zahlreiche Beratungsgespräche, die mitunter auch emotional werden können. Daneben brauche ich den Kopf frei, um Dinge auf Papier zu bringen. Das ist im Tagesgeschäft nicht immer einfach.

Für die meisten Personalentwicklungsmaßnahmen beauftrage ich externe Berater*innen, Trainer*innen und Coaches. Der Markt ist unerschöpflich. Die Berufsbezeichnungen sind häufig nicht geschützt. Es ist immer wieder eine Herausforderung, den/ die richtige*n Expert*in für die individuellen Fragestellungen zu finden. Ich habe mir hierfür einen Leitfaden entwickelt, mit dem ich bislang ganz gut durch den Berater*innendschungel gekommen bin.

 

 

Ihre Tipps für Berufseinsteiger*innen?

Egal, ob man einen Job in der Personalentwicklung eines Unternehmens anstrebt oder als Trainer*in oder Berater*in arbeiten möchte, in jedem Fall sollte man ein gutes Gespür für Menschen haben und unternehmerische Zusammenhänge verstehen. Dazu braucht man neben Organisationstalent und Flexibilität auch den Mut, gelegentlich über den Tellerrand hinaus zu schauen.