Wissens- und Technologietransfer

Wissen ermöglicht gesellschaftliche und technologische Entwicklung und Innovation und gilt daher als eine der bedeutendsten Ressourcen der Welt. Der Bedarf an Wissen ist zur Bewältigung alltäglicher, aber auch langfristiger Herausforderungen, im Großen wie im Kleinen, gestiegen. Erfahrungswissen wird praxisnah erzeugt. Doch wie sieht es mit wissenschaftlichen Wissen aus? Wie findet es Anwendung in der Praxis? Ein klassischer Weg stellen Bildungsprozesse dar, also die Vermittlung von Wissen in Schulen, Hochschulen, außerschulischen Programmen oder in alltäglichen Interaktionen. Der Begriff Wissens- und Technologietransfer wiederum umfasst Prozesse zur Wissensgenerierung und -verbreitung, die über den Bildungsbegriff hinausgehen. Denn im Gegensatz dazu ist im Wissenstransfer nicht nur die Frage zentral, welches Wissen wie übertragen wird, sondern auch was aus der Anwendung von Wissen für den Erkenntnisgewinn geschlussfolgert werden kann. Beim Wissens- und Technologietransfer handelt es sich also um wechselseitige Austauschprozesse.

Die Ziele von Wissens- und Technologietransfer können ganz unterschiedlich sein. Unternehmen sind beispielsweise daran interessiert, Wissen, Erfahrungen und Technologien innerhalb eines Unternehmens zu generieren und intern weiterzugeben, um auf einem Markt wettbewerbsfähig bleiben. Wissenschaftliche und gesellschaftliche Akteure bemühen sich darum, Wissenschaft aus ihrem sogenannten Elfbeinturm zu befreien und weite Teile der Gesellschaft an Forschungsdiskursen teilhaben zu lassen. Politische Entscheidungsträger*innen und Bewegungen setzen auf Wissens- und Technologietransfer, um Veränderungen und Entwicklungen in der Gesellschaft, wie z. B. Nachhaltigkeit, Digitalisierung, den Wandel der Arbeitswelt, Migrationsbewegungen und die Alterung der Bevölkerung zu gestalten.

Gebraucht werden in diesen Bereichen Fachexpert*innen, die mit einem guten Gespür für die Vermittlung zwischen Wissenschaft und Praxis Wissens- und Technologietransfers umsetzen. Erforderlich sind daher für viele Stellen in diesem Berufsfeld vertiefte Kenntnisse in einer für das Einsatzfeld passenden Disziplin, die in einem einschlägigen oder interdisziplinären Studium erworben werden können. Gefragt sind darüber hinaus sehr gute kommunikative Fähigkeiten, da z. B. Forschungsergebnisse zielgruppengerecht in unterschiedliche Kontexten aufbereitet werden müssen. Mögliche Aufgaben können im Bereich der Wissensvermittlung und des -management angesiedelt sein, PR- , Kommunikations-, Vernetzungs- und Kooperationstätigkeiten umfassen, Weiterbildung, Beratung und Coaching beinhalten und vieles mehr. Je nach Stelle können darüber hinaus vertiefte BWL-Kenntnisse gefragt sein, bspw. wenn es um die Vermarktung von Forschungsergebnissen geht oder juristisches Knowhow, wenn Fragen der Patentierung von technologischen Erfindungen o.Ä. beantwortet werden müssen.

Arbeit gibt es fast überall in der Nähe von Wissenschaft und Forschung. Insbesondere wissenschaftliche Institutionen, wie z. B. Hochschulen und Forschungsinstitutionen, haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Projekten und Stellen eingerichtet, die den Wissens- und Technologietransfer mit Wirtschaft und Gesellschaft fördern sollen. Da gibt es beispielsweise Projekte, die die regionale Wirtschaft stärken oder die oben genannten gesellschaftlichen Transformationsprozesse begleiten sollen. Auf der anderen Seite bieten auch Unternehmen der freien Wirtschaft sowie Bildungs-, soziale und politische Einrichtungen eine Reihe von Stellen im Bereich des Wissens- und Technologietransfers an.

klassische Tätigkeiten

mögliche Arbeitsorte