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Werdegang im Wissenschaftssystem

Für Studierende, die in einer bestimmten Fachrichtung ihre Leidenschaft gefunden haben, bietet es sich an, nach dem Abschluss ihres Studiums an der Universität zu bleiben und/oder in die Forschung zu gehen. Dies bildet eine attraktive Möglichkeit, erworbenes Wissen aus dem Studium direkt zu nutzen. Dennoch haben viele noch immer ein großes Fragezeichen im Kopf, wenn es darum geht, wie die Karriere in der Wissenschaft tatsächlich abläuft.

Universitäten in Deutschland sind wie folgt aufgebaut:
Die höchste Ebene bildet der Senat, welcher aus Vertreter*innen der Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, Professor*innen und dem Verwaltungspersonal besteht. Den Vorsitz hat der/ die Präsident*in der Universität. Zu den Aufgabengebieten des Senats gehören allgemeine universitäre Angelegenheiten wie Studiengänge, Prüfungsordnungen und Budgetplanungen. Zudem besteht eine Universität aus verschiedenen Fakultäten, unter denen die unterschiedlichen Institute zusammengefasst werden. An der Universität Potsdam gehört das Historische Institut beispielsweise zur Philosophischen Fakultät. Innerhalb der Institute gibt es verschiedene Lehrstühle, welche thematische Schwerpunkte repräsentieren. Diese Lehrstühle werden von Professor*innen geführt, unter deren Leitung dann wieder die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen arbeiten.

Der Weg einer wissenschaftlichen Karriere läuft normalerweise über die Stufen eines Studiums mit anschließender Promotion, einer Postdoc-Phase bestenfalls gefolgt von einer Juniorprofessur oder richtiger Lehrstuhlprofessur ab. Je früher man damit beginnt, in Fachzeitschriften Artikel zu veröffentlichen, Tagungen zu besuchen und Beziehungen zu anderen Wissenschaftler*innen und der Scientific Community zu knüpfen, desto besser ist es für die Karriere. Bei Fachtagungen können Beziehungen gepflegt und Drittmittelgeber*innen akquiriert werden. Außerdem sind Lehre und Forschung sowie Kontakte zu ausländischen Hochschulen wichtig für eine wissenschaftliche Karriere.

Allerdings lässt sich feststellen, dass nach der Promotion durchschnittlich gerade mal 20 % der Promovierten anderthalb Jahre nach ihrem Abschluss noch an der Universität arbeiten. Anhand dessen lässt sich schon erkennen, dass nicht jede*r, der/ die seine Promotion beendet, am Ende auch tatsächlich auf einen Lehrstuhl hoffen kann. Außerdem ist es üblich, als Postdoc lange Zeit nur befristete Verträge zu bekommen bis am Ende hoffentlich eine unbefristete Anstellung winkt.

Selbstverständlich ist es aber nicht nur Universitäten vorbehalten,  Forschung zu betreiben. Ebenso kann an Forschungseinrichtungen wie Stiftungen oder Gesellschaften geforscht werden sowie auch in wirtschaftlichen Unternehmen. Es ist dabei sowohl möglich Grundlagenforschung zu betreiben als auch im Auftrag bestimmter Projekte - beispielsweise bei Produktentwicklungen - zu forschen.

Tanja Wiehn

ist als Doktorandin am Institut für Kunst und Kulturwissenschaft der Universität Kopenhagen angestellt

Chris Hiller

ist als Doktorand im Bereich Humangeographie an der Universität Potsdam angestellt

Marc Helbling

ist Inhaber des Lehrstuhls für Politische Soziologie an der Universität Bamberg und Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Foto: David Ausserhofer