uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Melinda Erdmann

Bildungsforscherin

arbeitete bis April 2017 im Bereich Hochschulstudien beim Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium an der Uni Potsdam und ist dann ans Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) gewechselt.

 

Was haben Sie studiert?

Ich habe noch einen alten Magister Artium mit dem Hauptfach Soziologie und den Nebenfächern Philosophie und BWL studiert. Dabei habe ich mich im Hauptfach vor allem im Bereich der empirischen Sozialforschung und der Sozialstrukturanalyse gebildet. Dieses Wissen kann ich jetzt in meinem Beruf anwenden und immer weiter ausbauen.

Wo arbeiten Sie?*

Ich arbeite seit sieben Jahren beim Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium an der Universität Potsdam, und zwar konkret im Bereich Hochschulstudien. Die Mitarbeiter*innen des Zentrums unterstützen die Universität durch viele verschiedene Angebote, um die Qualität der Lehre und der Studiengänge an der Universität zu sichern und zu verbessern. So werden beispielsweise Weiterbildungen für Lehrende und Beratungen für Studierende und Absolvent*innen angeboten. Im Bereich Hochschulstudien beschäftigen wir uns konkret mit der Entwicklung von Instrumenten zur Qualitätsentwicklung auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Bildungs-, Evaluations- und Sozialforschung. Dazu zählen etwa die Fragebögen zur Lehrveranstaltungsevaluation oder die weiteren Befragungen von Studierenden und auch anderer Hochschulmitglieder. Zudem gestalten und begleiten wir komplette Evaluationsprozesse, wie zum Beispiel die Begutachtung von Studiengängen in Form der internen Programmakkreditierung.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Ich habe bereits als Studentin hier am Zentrum gearbeitet und wurde nach meinen Abschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin eingestellt.

Welche drei Sachen haben Sie auf der Arbeit zuletzt erledigt?

  1. Eine eingegangene Anfrage zu einer Befragung habe ich beantwortet.
  2. Ich habe die erhobenen Daten aus einer Befragung bereinigt und plausibilisiert. Das heißt, ich habe mir die Rohdatensätze unserer aktuellen Befragung angeschaut und diese mithilfe des Statistikprogramms SPSS für weitere Auswertungen und Berichte aufbereitet.
  3. Gemeinsam mit Kolleg*innen haben wir einen Workshop vorbereitet, der demnächst für Hochschulmitglieder angeboten wird.

Sind Sie gerne zur Schule gegangen?

Oh ja! Ich bin sehr gern zu Schule gegangen.

Arbeiten Sie in einem Labor?

Nein, ich verbringe die Arbeitszeit in meinem Büro oder auch in Beratungsräumen.

Nehmen Sie Einfluss auf Bildungsreformen?

Dass unsere Arbeit einen Einfluss auf die Bildungspolitik hat, wünschen wir uns in meinem Team sehr, aber der Weg von unserer Arbeit bis in die Bildungspolitik ist sehr weit. Wir am Zentrum arbeiten teilweise an ziemlich universitätsspezifischen Problemen, was somit nicht gleich unmittelbar zu konkreten Bildungsreformen führt. Dennoch haben wir die Möglichkeit, Beschlüsse des Brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung etwas mitzugestalten, indem wir "der" Politik unsere Ergebnisse und Belange vortragen. Aber natürlich führt dies nicht immer und sofort zu unseren gewünschten Änderungen. Innerhalb der Universität stoßen unsere Ergebnisse dafür öfter gewünschte Veränderungen an, zum Beispiel bei der Überarbeitung von Studiengängen oder von unterstützenden Angeboten der Universität.

Was ist die große Erkenntnis Ihrer Forschung?

Bildung ist gleich Ungleichheit! Wichtig für die soziologische Bildungsforschung ist aufzuzeigen, welche Mechanismen zu Ungleichheiten beim Zugang zu Bildung führen, damit bildungspolitische Gegenmaßnahmen entwickelt werden können.

Was fordert Sie an Ihrem Beruf heraus?

Eine immer wieder kehrende Aufgabe ist vor allem, die Herausforderungen zu bewältigen, die man im Vorfeld nicht bedacht hat. Ich habe an vielen Projekten mitgearbeitet, die sehr gut vorbereitet und durchgeplant waren, aber in jedem einzelnen gab es teilweise unvorhersehbare Ereignisse oder auch Probleme, die wir schnell lösen mussten. In diesen Situationen muss man dann ruhig bleiben und ab und zu auch sehr kreativ werden, um Lösungen zu finden. Zudem arbeite ich oft interdisziplinär, also mit Kolleg*innen aus anderen Fachbereichen, und somit mit unterschiedlichen Fachkulturen; dabei ist es nicht immer ganz leicht, alle verschiedenen Perspektiven in einem Projekt zu vereinen.

Ihre Tipps für Berufseinsteiger*innen?

Aus meiner Sicht ist es wichtig, sich bereits im Studium beruflich auszuprobieren. Einerseits bekommt man dadurch erste Einblicke in die beruflichen Anforderungen. Das kann mitunter dazu führen, dass bestimmte Themen des Studiums, wie z. B. Statistik oder die Anwendung von bestimmten Software-Programmen, auch gleich viel interessanter werden. Und andererseits ermöglicht es den Aufbau eines sozialen Netzwerks, das bei der zukünftigen Jobsuche sehr hilfreich sein kann.


* Melinda Erdmann arbeitete zur Zeit des Interviews in der Bildungsforschung an der Universität Potsdam und ist mittlerweile ins WZB gewechselt.