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POLIN Meeting Point 2018

20.08. – 02.09.2018

Bericht von Sandra Kućmierczyk und Julia Kling

Unter dem Titel „YEAR 1968“ wurden 40 Studierende aus Deutschland, Israel, Polen und der Ukraine für intensive zwei Wochen in das POLIN-Museum nach Warschau eingeladen, um an Vorträgen, Diskussionen und Workshops zu den politischen und sozialen Kontexten des Jahres 1968 teilzunehmen. Im Fokus sollten dabei die Länder der Teilnehmer*innen stehen sowie die Veränderungen, die dieses Jahr nicht nur lokal, sondern auch global nach sich gezogen hat.

Zu Beginn der Sommerschule wurde der Gruppe Gelegenheit gegeben, die Dauerausstellung des POLIN-Museums und die anderen Teilnehmer*innen der Sommerschule näher kennen zu lernen. Dabei fiel auf, dass die Teilnehmer*innen sich nicht nur in ihrem Herkunftsland, sondern auch in ihrer akademischen, sowie beruflichen Erfahrung unterschieden. Das gemeinsame Interesse am Thema der Sommerschule jedoch, bewirkte reghafte Diskussionen aus vielfältigen Perspektiven und unterschiedlichen Meinungen. Persönliche wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsschwerpunkte durften im Plenum vorgestellt und in anschließenden „Table Sessions“ ausführlicher besprochen und diskutiert werden.

In den darauffolgenden Tagen gab es jeweils einen Vortrag zu den Ereignissen im Jahr 1968 der teilnehmenden Länder Deutschland, Israel, Polen und der Ukraine. Für die Veranschaulichung der Ereignisse in Polen wurde zusätzlich die temporäre Ausstellung des POLIN Museums „Estranged: March’68 and ist Aftermath“ mit einer Führung besucht. Die Ausstellung überzeugte durch ihre Multimedialität und verhalf den Teilnehmenden besonders durch die Präsentation von Zeitzeugenaufzeichnungen zu einem ganz persönlichen Einstieg in das Jahr 1968.

In einem ersten Workshop wurde die Gruppe aufgeteilt und sollte nun je ein Land (abgesehen von den bereits erwähnten) im Jahr 1968 vorstellen. Dies sollte die Globalität des zu untersuchenden Jahres unterstreichen. Hier ist kritisch anzumerken, dass die Zeit für die Bearbeitung der Präsentation viel zu knapp bemessen war und die Vorträge dementsprechend oberflächlich ausgefallen sind. Zudem gab es leider keine Diskussion im Anschluss, die Unklarheiten beheben und zum Ideenaustausch hätte anregen können.

Nach den ersten fünf Tagen unternahm die Gruppe einen fakultativen Städte-Trip nach Danzig, in dem nicht nur das Solidarność-Museum, sondern auch das sehr umstrittene und neue Museum des Zweiten Weltkriegs besucht wurden. Der Bedarf an Diskussion und Austausch hatte sich mittlerweile zugespitzt, weshalb die zeitlich eingeplante Freizeit nur zu Gute kam.

Zurück in Warschau wurden die Veränderungen und die Umfunktionierung des zuletzt genannten Museums durch die aktuelle polnische Regierung diskutiert. Die fruchtbare und sehr reghafte Diskussion konnte leider nicht vertieft werden, da am selben Tag ein freiwilliger Besuch der Gedenkstätte Treblinka eingeplant war. Ein sehr großer Kritikpunkt dieses Seminartages ist, dass es vor und auch nach dem Gedenkstättenbesuch leider keinen Raum für den Austausch persönlicher Eindrücke und Empfindungen gab.

Neben weiteren Vorträgen internationaler Wissenschaftler*innen, war die zweite Woche der Konzipierung eines eigenen Workshops gewidmet. Dabei durften wir uns in Gruppenarbeit ein Thema aussuchen, zu dem wir ein Workshopszenario entwickeln sollten. Ziel war es, dieses Szenario am Ende der Sommerschule den anderen Teilnehmer*innen vorzustellen, um dieses überarbeitet an unseren Universitäten durchführen zu können. Jeder Gruppe wurde jeweils ein spezialisierter Mitarbeiter des POLIN Museums zugewiesen, der den Teilnehmenden bei Fragen zu Seite stand. Die Sommerschule wurde mit einem freiwilligen Besuch eines Gottesdienstes in der Nożyk-Synagoge und einem daran anschließenden Sabbat-Dinners in einer familiären Atmosphäre abgerundet. Der

Austausch mit der internationalen Gruppe war äußerst bereichernd, auf persönlicher wie auch auf wissenschaftlicher Ebene. Jedoch war die Größe der Gruppe eindeutig zu hoch angesetzt. Es wäre nicht nur für die Atmosphäre innerhalb der Gruppe, sondern auch für die Diskussionen von Vorteil, in Zukunft weniger Teilnehmer*innen zur Sommerschule einzuladen.

Trotz oben genannter Kritikpunkten war die Teilnahme an der Sommerschule eine lehrreiche Erfahrung und durch das Konzipieren eines eigenen Workshops konnte man didaktische und wissenschaftliche Herangehensweisen ausprobieren. Zudem war die Organisation und Durchführung der Summer Education School beispiellos positiv und die Leitung durch Magdalena Dopieralska, Melanie Święcicki und Nora Dolliver wundervoll. Die Teilnehmer*innen wurden zu jeder Zeit gut betreut und täglich ausreichend über den Ablauf des Programms informiert