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Digitale Räume gestalten

Das Forschungsprogramm der Professur für Informationstechnologie im berufsbildenden Kontext widmet sich der Frage, wie digitale Technologien reale Räume strukturieren und damit Lernen, Arbeiten und gesellschaftliche Teilhabe verändern. Im Zentrum stehen digitale und immersive Technologien, die nicht mehr nur Werkzeuge sind, sondern als raumprägende Infrastrukturen wirken.

Digitale Inhalte, Daten und Interfaces überlagern zunehmend physische Orte – etwa in Form von Extended Reality (XR), georeferenzierten Informationssystemen, offenen Bildungsressourcen oder KI-basierten Assistenzsystemen. Diese Entwicklungen führen zu neuen Formen digitaler Sichtbarkeit, Orientierung und Interaktion, stellen aber zugleich hohe Anforderungen an Gestaltung, Verständlichkeit und Verantwortung.

Das Forschungsprogramm adressiert diese Herausforderungen mit einem integrativen Ansatz, der technologische, didaktische und gesellschaftliche Perspektiven systematisch verbindet.

Forschungsschwerpunkte

XR & Spatial Learning

Hier werden immersive und räumliche Lern- und Arbeitsumgebungen, insbesondere im Kontext beruflicher Bildung, nicht nur technologisch, sondern unterrichts- und professionsbezogen untersucht. Analysiert werden didaktische Potenziale von XR-Technologien sowie ihre Wirkung auf z.B. Lernen, Motivation und Handlungskompetenz. Ziel ist es, evidenzbasierte Modelle für die Gestaltung beruflicher Lernsettings und die Professionalisierung von beruflichen Lehrkräften zu entwickeln.

Kognitive Belastung, Orientierung & Agency

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der empirischen Untersuchung kognitiver Prozesse in digitalen Räumen. Dabei werden Konzepte wie Cognitive Load, räumliche Orientierung und wahrgenommene Handlungsmöglichkeiten systematisch betrachtet.

Digitale Raumordnung & Governance

Dieser Schwerpunkt untersucht digitale Räume als gestaltbare Ordnungen. Im Fokus stehen Fragen der Sichtbarkeit, der Rollen- und Rechteverteilung sowie der Steuerung digitaler Layer in Bildungs-, Arbeits- und öffentlichen Räumen.

Ein zentraler theoretischer Beitrag des Forschungsprogramms ist das Modell des Layered Scaffolding in Immersive Learning Environments (LS-ILE). Es beschreibt, wie digitale Ebenen unterschiedlicher Funktion gezielt kombiniert werden können, um Lernprozesse zu strukturieren und zu unterstützen.

Methodisch verbindet das Forschungsprogramm:

  • theoriegeleitete Modellbildung,
  • experimentelle und feldbasierte empirische Studien,
  • Reallaborforschung in realen Lern- und Arbeitskontexten.

Das Forschungsprogramm ist eng mit der Lehre sowie mit Reallaboren im Digital Spatial Lab verknüpft. Forschende, Praxispartner und Studierende arbeiten gemeinsam an der Entwicklung, Erprobung und Evaluation digitaler Raumkonzepte. Ergebnisse fließen sowohl in wissenschaftliche Publikationen als auch in praxisnahe Anwendungen ein.