Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Zu Beginn meines Auslandaufenthaltes gab es viele Fragen zu klären. Die Informationsveranstaltungen des International Office zum Thema Erasmus+, sowie die Sprechstunden des International Office halfen mir sehr eine Entscheidung zu treffen und unzählige Fragen zu klären. Eine Bewerbung inklusive Motivationsschreiben später, ging es eigentlich recht schnell. In meinem Fall (Bergen, Norwegen) hat sich  die Universität via E-Mail gemeldet und ich musste einfach nur den Anforderungen in dem Link folgen. Am Anfang waren die verschiedenen Portale, auf denen man sich anmelden/registrieren/aktivieren musste, sehr unübersichtlich, aber die Universität Bergen hat eine Art Leitfaden auf ihrer Internetseite erstellt, der einem sehr weiterhilft, wenn es darum geht, den Überblick über seine „To-Do´s“ zu behalten. Generell habe ich mich mit meinen Anliegen nie alleine gefühlt, da ich immer Ansprechpartner seitens beider Universitäten hatte.


Studienfach:  Grundschullehramt (Sachunterricht/Deutsch)

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität: University of Bergen

Gastland: Norwegen

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Gastuniversität war anders als in Deutschland. Die einzelnen Seminare und Vorlesungen geben meisten schon 15 ECTS, sodass ich nicht zu viele Veranstaltungen in der Woche hatte. Das bedeutet, dass man den Workload sehr gut schaffen und trotzdem noch genügend von Land, Leute und Kultur erleben kann. Ich habe mich auch immer gut betreut gefühlt in meinen Kursen. Anders als in meinem Studium in Deutschland musste ich schon kürzere Essays im Semester abgeben, welche die Dozenten korrigierten und zeitnah Feedback gaben. Es half mir sehr meine Schreibfähigkeiten zu verbessern. Generell hatte ich auch das Gefühl, dass die Dozenten einen sehr positiven Blick gegenüber der Studenten hatten und sehr an dem Wohl der Studenten interessiert waren. Das zeigte sich zum Beispiel dadurch, dass sie für Fragen immer anzusprechen waren, E-Mails sehr zeitnah beantwortet wurden und sie häufig konstruktive Vorschläge zur Verbesserung gaben. Die Universität hat uns auch sehr feierlich zum Semesterbeginn empfangen und betreut, sodass ich mich zu keiner Zeit „verloren“ in einer fremden Stadt und Universität gefühlt habe.

 

Wohn- und Lebenssituation

Während meines Semesters habe ich in Fantoft gewohnt. Fantoft ist ein großes Studentenwohnheim etwa 20 Minuten mit der Bybanen (Straßenbahn) vom Stadtzentrum entfernt. Mir persönlich hat der Fahrtweg nichts ausgemacht, da ich nur ein Semester dort war. Freunde von mir, die ein Jahr dort bleiben, überlegten aber mehr in den Stadtkern zu ziehen. Ich würde aber jedem empfehlen in Fantoft zu leben, da dort die meisten Studenten wohnen, es ein großes Fitnessstudio direkt auf dem Gelände gibt und einen kleinen „Club“, in dem man sich Abends treffen kann, Tischkicker, Tischtennis oder Billard spielen kann, man gemeinsam Filme schauen kann und an dem ein oder anderem Wochenende auch dort zusammen feiert. Zudem gab es auch mehrmals ein großes kostenloses Frühstück an ausgewählten Samstagen (war bei allen Studenten sehr beliebt, da Norwegen teuer ist).

Vor Abreise habe ich erfahren, dass ich mir ein Zimmer (15m2) mit einer anderen Austauschstudentin teilen muss. Und das war noch nicht alles. Unser Zimmer sollte auch in einer 16er-WG liegen, d.h. die Küche mit 16 Leuten zu teilen. Ehrlich gesagt war das eine sehr schlimme Nachricht für mich, da ich mich auf ein Einzelzimmer in einer Wg beworben hatte und ich eigentlich ein Mensch bin, der irgendwann auch mal seine Ruhe braucht und die Tür hinter sich schließen möchte. Im Nachhinein bin ich froh wie alles kam. Es war eine unglaubliche Erfahrung mit so vielen Menschen zusammen zu wohnen und sich ein Zimmer zu teilen. Ich hatte dadurch von Anfang an so viele Menschen aus verschiedenen Ländern kennengelernt und meine Zimmergefährtin wurde zu einer sehr engen Freundin. Und natürlich war die Miete wesentlich günstiger als in einem Einzelzimmer. Ingesamt habe ich ca. 300 Euro monatlich bezahlt. Die meisten Studenten, die sich ein Zimmer teilen mussten, kamen gut miteinander aus. In wenigen Fällen war es nicht möglich zusammen zu wohnen und dann hat Sammen (etwas ähnliches wie das Studentenwerk) versucht eine Lösung zu finden. Zusätzlich zu den 300 Euro Miete kamen noch Lebensmittel, die schon etwas teuer in Norwegen sind und Unternehmungen hinzu, die auch nicht gerade günstig sind. Insgesamt habe ich jeden Monat knapp 800-1000 Euro ausgegeben. Dazu muss ich aber erwähnen, dass ich auch viel gereist bin.

In meiner Freizeit sind wir viel gewandert, da Bergen von sieben Bergen umgeben ist und die einfach dazu einladen. Wir sind aber auch viel gereist. So kam es, dass auf einem Roadtrip eine Rentierherde (ca. 100 Tiere), irgendwo im Nirgendwo, unsere Fahrbahn kreuzte, wir Moschusochsen in der Ferne sahen, dass wir nach Tromsø reisten um Polarlichter zu sehen und stattdessen Orca- und Buckelwale sahen und mit dem Huskyschlitten unterwegs waren oder dass wir auf der Trolltunga saßen und beim Sonnenuntergang auf dem Berg tanzten bevor wir in unser Zelt (bei -1 grad) zum Schlafen gingen. Das sind nur meine absoluten Highlights, da ich leider nicht alles hier verschriftlichen kann. Aber so viel kann ich sagen: In meinem Auslandssemester war jeder Tag ein Highlight. Das mag jetzt sehr pathetisch klingen, aber rückblickend empfinde ich genau so darüber.

Das Klischee, das Norweger*innen sehr zurückhaltend sind, stimmt schon ein wenig. So leicht kommt man mit ihnen nicht in Kontakt. Sie sind sehr freundlich und hilfsbereit (und sprechen wahnsinnig gutes Englisch) wenn man sie anspricht, doch bleiben sie auch mehr unter sich. Es ist daher sehr hilfreich sich in einer Studentenorganisation (vergleichbar mit Hochschulsport) anzumelden, denn beim gemeinsamen Sporttreiben kommt man einfacher ins Gespräch.

Studienfach:  Grundschullehramt (Sachunterricht/Deutsch)

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität: University of Bergen

Gastland: Norwegen


Rückblick

Was ich zum Schluss noch sagen kann ist, dass ich zu Beginn etwas skeptisch war nach Norwegen zu gehen, aber es sich letztendlich als die beste Entscheidung herausgestellt hat. Mein Auslandssemester beinhaltete einen guten akademischen Anspruch und Ausbildung seitens der Universität Bergen, aber auch unglaubliche Freizeitaktivitäten und Landschaften, sowie viele inspirierende Menschen aus den verschiedensten Ländern und unbezahlbare Erfahrungen.

Norwegen

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