Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Der Wunsch ins Ausland zu gehen festigte sich bei mir schon während der Schulzeit und Englisch als Studienfach bot sich dafür perfekt an. Da ich mich schon länger zu Großbritannien und Irland hingezogen fühle, war das Erasmus+ Programm die logische Folge. Ich informierte mich auf den Infoveranstaltungen der Universität sowie auf der Internetseite der Uni. Als dann der Zeitpunkt kam, mich für eine Uni zu entscheiden, fiel meine Wahl sehr schnell auf Maynooth. Nicht nur ein schöner Campus, auch Irland als Land überzeugten mich. Die Kontaktaufnahme begann nach der Nominierung von Seiten der Uni. Das International Office schickte eine Bestätigung über die Anmeldung und ein Online-Formular, um sich im System der Uni zu registrieren. Dies klappte ohne Probleme und war innerhalb von 5 Minuten erledigt. Mehr war mit der Uni nicht abzuklären, jedoch folgte ein Informationsfluss mit Informationen über das anstehende Erasmussemester.


Studienfach: Lehramt Englisch und Physik

Aufenthaltsdauer: 09/2019 - 12/2020

Gastuniversität: Maynooth University

Gastland: Irland

Das Studiensystem in Irland unterscheidet sich zum Deutschen etwas. Der Bachelor dauert dort vier Jahre, der Master nur eins. Das hat zur Folge, dass sehr viel Bachelorstudenten an der Uni sind. Die Lehrveranstaltungen können dementsprechend sehr voll sein, was aber aufgrund der großen Vorlesungssäle kein Problem darstellt. Die Lehrveranstaltungen werden über „Student Pad“, ein ähnliches System wie PULS, belegt. Die Anforderungen waren nicht höher als erwartet. Gerade in den Veranstaltungen für die höheren Semester wird viel an bereits erworbenes Wissen angeknüpft. Jedoch kann man den Lehrenden auch ohne spezielles Wissen noch gut folgen. Hier mein Tipp: Basismodule kann man ohne Gefahr belegen, bei Spezialisierungsmodulen sollte man sich über die vorangegangenen Veranstaltungen informieren. Die Leistungsbewertung ist ähnlich streng wie die Deutsche, die Noten werden allerdings in Prozent ausgedrückt. Das Klima zwischen den Studenten und den Lehrenden, sowie das Klima unter den Studenten war größtenteils sehr gut. Jeder war hilfsbereit, wie man es generell über die meisten Iren behaupten kann. Auch die Mitarbeiter der Universität, besonders des International Offices halfen bei jedem Problem das aufkam. Gerade mit dem Onlinesystem, welches wie in Potsdam über ein Zentralaccount vernetzt ist, hatten einige Studierende ihre technischen Probleme. Hierbei half der Techniksupport allen. Die technische Ausstattung der Uni ist, in den Gebäuden in denen ich Veranstaltungen hatte, auf einem hohen Niveau. Es gibt mehrere Computerpools und Studienbereiche, welche frei zur Verfügung stehen. Die Bibliothek öffnet mit den ersten Veranstaltungen um 08:00 Uhr und ist gerade während den Klausurzeiten lange geöffnet, bis 02:00 Uhr können die Studierenden sich dort aufhalten und die Bücher studieren.

Das Studentenleben findet sowohl auf den Campus, der mit seinem eigenen Studenten-Pub, Sporthallen und -plätzen viel bietet, als auch in Maynooth, mit seinen vielen Bars und Restaurants statt. Hier werden die meisten Kontakte geknüpft und man lernt sowohl die einheimischen, als auch die ausländischen Studierenden kennen. Tipp: Viele einheimische Studierende kommen nicht aus Maynooth und fahren meist Freitagabend nach Hause, dementsprechend finden Donnerstag die meisten Partys statt. Auch legt die Universität viel wert auf die Clubs, welche von Fußball und Volleyball über Harry Potter und Astronomie bis hin zu „Irish Dance“ reichen. Auch dort lernt man viele Studierende kennen. Um die ganzen Clubs vorzustellen wird eine kleine Messe organisiert, wo jeder sich über die Clubs informieren kann.

Einer der Hauptgründe ein Auslandssemester zu machen, ist für viele die Verbesserung ihrer Sprachkompetenz. Bei mir war der Unterschied stark zu erkennen, an der Länge und Flüssigkeit der Gespräche, vor allem mit den Einheimischen. Wenn man den ganzen Tag fast nur Englisch spricht, nimmt man sehr schnell die Sprachmuster der Einwohner an. Tipp: Haltet euch nicht zu viel mit Landsleuten auf oder sprecht trotzdem alle so viel wie möglich Englisch. Es viel zu Ende meines Aufenthaltes sehr stark auf, dass manche Gruppen, die fast nur unter sich blieben, teilweise kaum Fortschritte in ihrer Sprache verzeichnen konnten. Gerade zum Ende fiel es nicht mehr schwer aus dem Stehgreif Gespräche zu führen und sich ähnlich wie Einheimische zu verständigen.

Der größte Aufwand des ganzen Semesters war es, eine Unterkunft zu finden. Hier als Tipp: Frühzeitig anfangen und sich nicht auf die Studierendenunterkünfte auf dem Campus verlassen, da diese meist sofort, innerhalb weniger Minuten ausgebucht sind. Sich eine Privatunterkunft zu organisieren klingt im ersten Moment vielleicht nach mehr Stress, spart euch aber diesen viel mehr. Als Empfehlung: Nutzt Anbieter wie Homestay.com und AirBnB. Diese vermitteln euch private Unterkünfte, bei denen ihr meist bei Familien ein Zimmer in Haus bekommt. Man wird herzlich aufgenommen und fühlt sich bald als Teil der Familie.

Ich fand meine endgültige Unterkunft erst knappe zwei Monate vor meiner Anreise. Da ich keine Unterkunft auf dem Campus bekam, suchte ich mir stückweise meinen Aufenthalt zusammen, da ich nichts fand für den vollen Aufenthalt und mir Homestay nicht bekannt war. Als Übergangsunterkunft zwischen zwei anderen Aufenthalten fand ich dann meine Unterkunft in Leixlip, wo viele Studenten leben. An meinem ersten Morgen in Irland bot mir meine Vermieterin an, dass ich gerne die ganzen drei Monate bei ihr wohnen könne. Ich fragte dahingehend alle anderen Vermieter an, ob eine Stornierung möglich wäre. Bei zwei Aufenthalten war dies nach Schilderung der Situation kein Problem und mir wurde trotz fehlender Stornierungsoption, der volle Betrag zurücküberwiesen. Lediglich ein Vermieter meldete sich nach mehreren Anfragen nicht und ich stornierte den Aufenthalt über Airbnb und blieb damit auf einem Teil der Kosten sitzen, was ich aber durch den dreimonatigen Aufenthalt und die Stornierung der anderen Aufenhalte im Endeffekt wieder raushatte. Durch das Leben in der Familie haben sich meine Lebenserhaltungskosten gesenkt. In meinen 600€ Miete monatlich waren Frühstück und ein Zugriff auf die Küche enthalten. Ich würde für monatliche Verpflegung zwischen 100-200€ einplanen.

Die Freizeitangebote der Uni und der Region lassen keine Wünsche übrig und sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut ausgebaut und mit einem Prepaidkartensystem, ähnlich der OysterCard in London, ausgestattet. Mit dieser LeapCard, welche man sich in der Uni beantragen kann, spart man bei jeder Fahrt bares Geld (hier die aktuelle Preisliste mit Vergleich von barzahlen und mit LeapCard Student: https://about.leapcard.ie/about/fares-discounts ). Generell wird in Irland viel mit Karte, anstatt mit Bargeld gezahlt, was ich auch jedem raten würde. Tipp: Sicherstellen, dass die eigene Karte „Kontaktloses Zahlen“ auch im Ausland unterstützt. Das spart Zeit und Geld, da Abheben an den Automaten immer eine Gebühr kostet (je nach Bankanbieter unterschiedlich hoch). Eine Auslandkrankenversicherung sollte ebenfalls jeder haben, diese wird auch von der Uni vorausgesetzt.

Hier nochmal meine Tipps:

  •  Basismodule kann man ohne Gefahr belegen, bei Spezialisierungsmodulen sollte man sich über die vorangegangenen Veranstaltungen informieren.
  • Viele einheimische Studierende kommen nicht aus Maynooth und fahren meist Freitagabend nach Hause, dementsprechend finden Donnerstag die meisten Partys statt. Die meisten Bekanntschaften findet man dort.
  • Haltet euch nicht zu viel mit Landsleuten auf oder sprecht trotzdem alle so viel wie möglich Englisch.
  • Frühzeitig anfangen, sich eine Unterkunft zu organisieren und sich nicht auf die Studierendenunterkünfte auf dem Campus verlassen, nutzt Anbieter wie Homestay.com und AirBnB.
  • In der Uni eine LeapCard für Studierende beantragen spart bares Geld.
  • Sicherstellen, dass die eigene Karte „Kontaktloses Zahlen“ auch im Ausland unterstützt. Das spart Zeit und Geld, da Abheben an den Automaten immer eine Gebühr kostet.

Studienfach: Lehramt Englisch und Physik

Aufenthaltsdauer: 09/2019 - 12/2020

Gastuniversität: Maynooth University

Gastland: Irland


Rückblick

Ich würde jedem ein Auslandsaufenthalt, gerade in Irland, ans Herz legen, da nicht nur das Land, sondern auch die Menschen einen so willkommen heißen, dass man eigentlich nicht wieder wegwill. Diese drei Monate sind eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte!

Irland

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