Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Informationen zum Erasmus-Programm wurden bei den verschiedenen Info-Veranstaltungen mitgeteilt und die Studierenden tauschten sich vor dem Aufenthalt im Gastland immer gegenseitig aus. Ansonsten sind die meisten Infos auch online beim International Office super dargestellt und fanden glücklicherweise immer zu uns, auch wenn wir Studierende uns diese ja selbst zu beschaffen haben. Im Rahmen des deutsch-französischen Jura-Studiengangs der Universität Potsdam ist ein einjähriger Aufenthalt an der Partneruniversität Paris/Nanterre vorgesehen (für das Dritte Studien-Jahr), der im Rahmen des Erasmus+ Programms durchgeführt wird. Wegen der Universitäts-Partnerschaft übernimmt die Koordinatorin des Studiengangs netterweise teilweise den Kontakt mit der Gasthochschule und die anfängliche Übersendung des Learning Agreements an die Koordinatorin der französischen Uni. Es waren natürlich immer die Fristen einzuhalten und die Dokumente von uns an die jeweiligen Stellen zu senden!


Studienfach: Rechtswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2019 - 06/2020

Gastuniversität: Université Paris Nanterre

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Die Anforderungen der Nanterrer Universität bzw. des französischen Uni-Systems kamen uns Studierenden eher hoch vor. Aufgrund einer verschulten Notengebung und anderer Struktur mit zu machenden Hausaufgaben bzw. restriktiveren Lehranforderungen als ich als deutsche Studierende gewohnt war, hatte ich mich erst einmal etwas umzugewöhnen. Für mich persönlich war es aber von Vorteil, zum regelmäßigen „Abliefern“ gezwungen zu sein, da ich dadurch regelmäßiger und damit langfristiger lernte. Allgemein war das Klima stressiger als beispielsweise an der Potsdamer Uni, da von Studierenden wie gesagt Abliefern verlangt wird/wurde und Klausuren echt nicht unanspruchsvoll gestellt werden. Zudem ist die Verwaltung der Uni leider unterbesetzt, wodurch dort viel organisatorische Informationen sich sehr spontan änderten. Allgemein kommt von „einheimischen“ Studierenden eher die Rückmeldung, dass es etwas belastend sein kann.  Das betrifft aber nur den Doppelstudiengang, den ich gemacht habe! Für Studierende, die ausschließlich das Erasmus Programm machen ist es sehr viel freier, da sie sich wirklich die Fächer aussuchen können und ja nicht in dem Sinne doppelte Leistungen liefern müssen. Die Dozierenden waren und sind ausgezeichnet und die meisten sind freundlich. Die Öffnungszeiten am Campus und die Ausstattungen sind auch super! Und der Campus ist allgemein sehr grün und gut organisiert, da alle Fakultäten an einem Ort sind, sich also Studis aus allen Richtungen kennenlernen können und es viele solidarisch aktivistische Gruppen gibt!

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Es gab diverse Möglichkeiten verschiedene Studierende kennen zu lernen, so beispielsweise in den studentischen Gruppen, bei sog. „Erasmus“ Partys oder eben einfach in der Vorlesung/beim Mittagessen in der Kantine! Von meinem Studiengang her waren wir jedoch schon sehr untereinander vernetzt gewesen und daher hätte ich im Nachhinein noch mehr auf Studis aus anderen Bereichen zugehen können. Es gibt aber wirklich viele Gelegenheiten, sich kennenzulernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Allein wegen des Studieninhalts auf Französisch hat sich meine Sprache verbessert und auch viel durch außeruniversitäres Unterwegssein in Paris. Natürlich ist es eine lebendige Sprache, die am besten durch Sprechen verbessert wird, nach dem Aufenthalt bleibt schon ein großer Mehrwert!

Wohn- und Lebenssituation

Das Finden einer Unterkunft war nicht leicht, da es sich um Paris handelte. Aber mithilfe von Freunden, die Freunde kannten und später durch Suchportale (kann https://www.lacartedescolocs.fr/ empfehlen) habe ich zunächst die ersten Monate bis zum Dezember in einem sog. Studio gelebt und im zweiten Semester dann in einer Wohngemeinschaft mit drei weiteren Menschen. Dabei hat mir vor allem der Kontakt zu Einheimischen geholfen, meine Sprachkenntnis auch im Alltagsleben zu verbessern. Öffentliche Verkehrsmittel können im Großraum Paris ja sehr gut mit dem „Forfait ImagineR“  ( https://www.imagine-r.com/ ) für Studierende genutzt werden. Jedoch ergaben sich im vergangenen Jahr dahingehend auch Ausnahmezustände mit den monatelangen Streiks im Winter, weswegen viele auf Fahrräder umgestiegen sind, wodurch man die Stadt auch noch einmal ganz anders kennen lernen konnte. Die Bankgeschäfte liefen einwandfrei, nachdem die kleine Hürde genommen war, ein Konto zu öffnen (die meisten von uns haben ein Konto bei der „Société Générale“ eröffnet, das ist zu empfehlen, wenn ihr ein Jahr bleibt, meistens gibt es günstige Angebote für Studierende). Viele Mitstudierende hatten dahingehend anfangs Probleme, da die Angabe eines französischen Wohnorts und der Telefonnummer notwendig ist, jedoch je nach Umständen diese Angaben erst kurz vor Studienbeginn oder während des Semesters gemacht werden konnten, weil wie gesagt, alles zu finden und einzurichten in Paris etwas dauern kann. Im Laufe des Septembers war dann alles eingerichtet (empfehlenswert, bspw. das Forfait Imagine R schon im August/September zu beantragen). Die Lebenshaltungskosten sind wie man´s ja kennt nicht günstig in Paris. Jedoch kann ich sehr lokale Kooperativen empfehlen, die beispielsweise gegen Einschreibung o.ä. günstigere Preise für die TeilnehmerInnen vorsehen. Hinsichtlich Freizeitangeboten kann ich sehr die Sportangebote der Universität Nanterre empfehlen. Von Kickboxen, Yoga, bis Tanzen kann alles Mögliche am Campus besucht werden und das gegen einen sehr geringen Kostenbeitrag. Auch das Theater in Nanterre selbst soll super sein! Ansonsten ist man natürlich erschlagen von den ganzen Kultur- und Freizeitmöglichkeiten in Paris, da kann ich das 18. und 19. Arrondissement sehr empfehlen, Bassin de la Villette, Belleville usw. oder « Les Grands Voisins », da gibt´s sonntags immer Spielenachmittage.

Studienfach: Rechtswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2019 - 06/2020

Gastuniversität: Université Paris Nanterre

Gastland: Frankreich


Rückblick

Im Rückblick kann ich nachfolgenden Studierenden (insbesondere des deutsch-französischen Jura-Studiengangs in der L3) empfehlen, auf jeden Fall immer aufmerksam zu sein hinsichtlich organisatorischer Fristen innerhalb der Universität Nanterre, auch die studentischen Angebote zu nutzen und zu versuchen, die Zeit in Paris zu genießen, auch wenn es mal stressig sein kann durch nicht aufhörende Prüfungsphasen. Zwar kam es in unserem Auslandsjahr aufgrund von Streiks und später der globalen Krise durch Ausnahmezustände zu Blockaden und langen Schließzeiten, aber natürlich betreffen solch unvorhersehbare Zustände alle Menschen, weswegen auch ein verkürzter Aufenthalt eine gute Erfahrung war und ist und zudem die Semester durch Ausweichangebote der Universität beendet werden konnten, und so an die Studierenden gedacht wurde. Wir hatten also Glück im Unglück und natürlich sowieso ein Riesenglück mit den ganzen Möglichkeiten durch Erasmus! Austausche und Horizonte erweitern sind natürlich allemal die Sache wert und eine Bereicherung!

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