Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich blicke sehr gern auf meinen Erasmusaufenthalt in Rennes zurück. Die Organisation vor Semesterbeginn war unkompliziert. Die Bewerbung nahm dank guten Vorlagen nicht viel Zeit in Anspruch, lediglich der Stundenplanbau wirkte am Anfang schwieriger, als er letztendlich war. Es gab zwei Veranstaltungen von der Uni Potsdam, bei denen alle wichtigen Informationen vermittelt wurden. Ich reiste der Umwelt wegen mit dem Zug von Berlin über Frankfurt am Main und Paris nach Rennes, es gibt aber auch die Möglichkeit nach Rennes oder über Paris oder Nantes zu fliegen (meist am günstigsten und schnellsten, auch für Besuch gut geeignet!). Die Universität Rennes 2 hat ein eigenes Internetportal für Erasmusstudierende, welches sehr übersichtlich ist und die Vorbereitung erheblich vereinfacht. Meine erste Woche war eine Einführungswoche, bei der uns Campus- und Stadtbesichtigungen, Bibliotheksführungen und sogar ein Ausflug zum Mont Saint-Michel von der Uni organisiert wurden. Dies war eine tolle Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen und Rennes kennenzulernen.


Studienfach: Französisch

Aufenthaltsdauer: 09/2019 - 12/2019

Gastuniversität:  Université Rennes 2 Haute Bretagne

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Das Unisystem in Frankreich ist ähnlich aufgebaut wie das deutsche, dennoch gibt es Unterschiede. Die Lehrjahre (L1, L2, L3 für den Bachlor) bauen aufeinander auf und die Stundenpläne für die französischen Studierenden sind vorgeschrieben, sodass man nicht wie bei uns frei wählen kann, wann man welches Modul belegt. Die Vorlesungen (= Cours Magistral, kurz CM) und Seminare (Travail dirigée, kurs TD) werden dementsprechend von den Franzosen immer zeitgleich belegt. Es kann zu Komplikationen führen, wenn man als Erasmusstudent nur eins von beiden wählt, da sie zusammenhängen. Zum Thema Stundenplanbau gibt es von der Uni aus aber auch nochmal Einführungsveranstaltungen, die sehr hilfreich sind. Das Unileben in Frankreich ist etwas lebendiger als das in Deutschland. Es gab während meines viermonatigen Aufenthalts zwei Campustage, in denen verschiedene Aktionen wie beispielsweise Rodeo und Escape Games aufgebaut waren. Die Mensa ist direkt am Hauptcampus, mir hat sie allerdings nicht so gut gefallen, da es selten gesundes Essen gab und kaum vegetarische Gerichte.
Meine Anrechnung von Kursen ist momentan noch nicht abgeschlossen, ich kann aber jetzt schon resümieren, dass das Erstellen der Learning Agreements definitiv die anstrengendste Aufgabe war. Ich kann nur jedem empfehlen, bereits im dritten Semester ein Auslandssemester einzuplanen, da zu diesem Zeitpunkt noch eine größere Auswahl an belegbaren Kursen offen ist, die man sich anrechnen lassen kann.
Ich schrieb letztendlich von geplanten 8 Klausuren nur 2 in der Uni, da wegen Demonstrationen die Uni blockiert war. Wir durften manche Klausuren zu Hause schreiben, in anderen Fächern wurden bereits vorhandene Noten erneut gewertet. Mir ersparte dies eine Menge Arbeit. Insgesamt waren meine Dozierenden sehr zuvorkommend gegenüber Erasmusstudierenden und standen mit Rat und Tat zur Seite, trotzdem an uns die gleichen Anforderungen gestellt wurden wie an Einheimische.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Der Kontakt zu anderen Erasmusstudierenden war durch die gemeinsame Einführungswoche schnell gefunden, da es sehr viele Deutsche waren, haben wir allerdings die meiste Zeit auf deutsch kommuniziert. Mit französischen Studierenden war es schwerer in Kontakt zu kommen. Helfen können Tandem- oder Datingapps.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Durch den ständigen Kontakt zur französischen Sprache hat sich definitiv mein Lese- und Hörverstehen und meine Schreibkompetenz verbessert. Lediglich in der mündlichen Kommunikation habe ich mich nicht wesentlich verbessert, da ich wie gesagt mehr mit deutschen Erasmusstudierenden zu tun hatte. Um dem entgegenzuwirken hätte ich im Nachhinein gern eine der AGs oder anderen Freizeitbeschäftigungen in Anspruch genommen, von denen die Uni zahlreiche anbietet.

Wohn- und Lebenssituation

Gewohnt habe ich in im Studentenwohnheim. Die Bewerbung wurde von der Uni organisiert und meines Wissens nach werden fast alle Erasmusstudenten angenommen. Ich war super zufrieden, zum Campus waren es 2 Minuten zu Fuß und die Miete betrug lediglich 250€, was
für französische Verhältnisse sehr günstig ist. Die Quadratmeteranzahl betrug allerdings nur 9, inklusive Bad, kochen mussten wir in einer Gemeinschaftsküche.
Die Stadt Rennes ist wunderschön und ich bin sehr froh, hier gelandet zu sein. Sie ist relativ klein, verfügt aber dennoch über eine Metrolinie, wodurch man überall schnell hinkommt. Die Innenstadt ist sehr belebt und insbesondere die „Rue de la Soif“ ist jeden Abend gut besucht. Es ist eine Studentenstadt, in der immer irgendwo etwas los ist und viele Bars und Clubs zu finden sind. Beachtet werden muss allerdings, dass man Alkohol in Supermärkten nur bis 20 Uhr kaufen kann. ;)
Von Rennes aus fahren viele Busse und Züge in die umliegenden Regionen und nach Paris (1,5 h), was die Erkundung sehr einfach macht. Ich war zwei Mal in Paris und bin in die Bretagne und die Normandie gereist, was mir das Gefühl gibt, wirklich viel von Frankreich gesehen zu haben.

Studienfach: Französisch

Aufenthaltsdauer: 09/2019 - 12/2019

Gastuniversität:  Université Rennes 2 Haute Bretagne

Gastland: Frankreich


Rückblick

Insgesamt kann ich jeder/jedem Studierenden nur raten, sein Erasmussemster in Rennes zu verbringen! Durch die gute Organisation der Gast- und Heimatuni läuft alles sehr unkompliziert ab und man kann sich voll und ganz auf die schönen Seiten des Studiums fokussieren. Ich bin sehr dankbar für die vielen neuen Erfahrungen, die Verbesserung meiner Sprachkompetenz, die persönliche Weiterentwicklung und viele neue Freundschaften!

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