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Joint Labs - eine Frage der Definition?

Am Anfang einer neuen Idee, einer Innovation steht für gewöhnlich ein unbeschriebenes Blatt Papier. In unserem Fall stand am Anfang allerdings auch die Bahn. Das ist ganz wörtlich gemeint, denn die S- und Regionalbahnen streikten am Morgen des 10. Dezember, sodass wir kurzfristig umdisponieren mussten. Flexibilität, so zeigte sich im Verlauf unseres Workshops, ist ein unabdingbarer Faktor für Joint Labs und daraus erwachsende Innovationen.

„Joint Labs – Synergien nutzen für gemeinsame Innovationen“ – so lautete der Titel unseres Tagesworkshops mit Teilnehmer*innen aus Industrie, Wissenschaft, Forschung, Politik und Netzwerken. Das Ziel des Teams vom Technologiecampus Golm (TCG) war es, in den Dialog zu treten.

Photo: Julia Schmidt
Dr. Andreas Bergner moderiert die Gruppendiskussion.

„Um sinnvolle Kooperationen anzubieten, ist es natürlich wichtig zu wissen, was unsere potentiellen Partner als sinnvolle Kooperation erachten. Was brauchen Wissenschaftler*innen und Wirtschaftsvertreter*innen, um schnell und nachhaltig zu Innovationen zu gelangen, die dann auch nutzbar werden? Diese Fragen standen für uns im Mittelpunkt“, erklärt Dr. Andreas Bergner, Teilprojektkoordinator im TCG.

Aufbauend auf einer theoretischen Einführung und Praxisberichten gingen die Teilnehmer*innen des Workshops in den Programmpunkt des ‚Speed-Datings‘ und anschließend in die moderierte Gruppendiskussion.

„Die Abwechslung und die Durchmischung von Branchen und Hintergründen war ein wichtiger Faktor“, sagte einer der Teilnehmer. „So konnten wichtige Diskussionen entstehen. Außerdem, das war besonders spannend, zeigte sich in der Abschlusspräsentation der Gruppen, wie unterschiedlich die Schwerpunkte bei der Konzeption von Joint Labs offenbar doch gedacht werden, und wo dann aber doch Anknüpfungspunkte bestehen.“

Photo: Julia Schmidt
Dr. Andreas Bergner moderiert die Gruppendiskussion.

Flexibilität in der Konzeption der Kooperationsmodelle ist demnach ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Bei dem Workshop wurde deutlich, dass es keine fixe Definition von „Joint Labs“ geben kann, sondern dass diese vielmehr als eine Evolutionsstufe einer auf Vertrauen zwischen den Partnern basierender Organisationsgrenzen-übergreifende Kooperationsform angesehen werden sollten.

Photo: Andreas Bergner
In den einzelnen Gruppen diskutierten die Teilnehmer*innen lebhaft und fokussiert.

„Der Input, den wir durch die Teilnehmer*innen erhalten haben, ist sehr wertvoll für uns“, sagt Dr. André Geßner, Projektverantwortlicher am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, dem Kooperationspartner des TCG. „Offener Austausch kann Innovationsprozesse anschieben und erheblich beschleunigen. Die Bereitschaft dazu zeigte sich deutlich in den Gesprächen und der Gruppendiskussion.“

Lob bekamen die Veranstalter vor allem auch für die gelungene Mischung aus Theorie, Praxis(-beispielen) und Interaktion.

Wer in diesem Jahr aufgrund stehender Bahnen nicht nach Golm kam, bekommt also 2019 wieder Gelegenheit zu offenem Austausch, Diskussionen und viel Input zu den Themen Innovation, Innovationsmodelle, Joint Labs, Kooperation und Transfer.

Photo: Andreas Bergner
In den einzelnen Gruppen diskutierten die Teilnehmer*innen lebhaft und fokussiert.
Photo: Julia Schmidt
Dr. Silvia Adelhelm erklärt die theoretischen Grundlagen von Innovationsformaten.

„Wir werden dieses Format auf jeden Fall ausbauen und jährlich anbieten“, sagt Dr. Silvia Adelhelm, Bereichsleiterin des TCG. „Das positive Feedback und die sehr guten Ergebnisse bestärken uns in dem Vorhaben.“

Danke an alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen und sich aktiv in den Dialog eingebracht haben.

Photo: Julia Schmidt
Dr. Silvia Adelhelm erklärt die theoretischen Grundlagen von Innovationsformaten.

Die wichtigsten Ergebnisse des Tages zusammengefasst

Photo: Julia Schmidt
Was sind die Voraussetzungen für gelungene Kooperation im Joint Lab? Die Teilnehmer*innen diskutierten lebhaft und präsentierten anschließend ihre Ergebnisse.
  1. Voraussetzung für alle JLs: Gemeinsames Thema und strategisches Ziel definieren
  2. Joint Labs bedienen viele benefits: Talentförderung, Netzwerketablierung, Wissenszugang, Schnelligkeit in der Entwicklung, Gerätenutzung, ...
  3. wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit in Joint Labs ist es, bereits langfristig enge(re) Beziehungen aufgebaut zu haben; eine Vertrauensbasis geschafft zu haben
  4. zentrale Bedeutung hat der Gemeinsame Raum: Hier gilt es ZUSAMMEN zu arbeiten, statt PARALLEL in separaten Work packages
  5. die Regeln/ das Rahmenregelwerk sollte vorab geklärt sein bzw. transparent dargestellt werden können (i.b. hinsichtlich der Preise, Haftung, IP, etc.)
  6. Joint Labs können als „Evolutionsstufe“ verschiedener Formen der Zusammenarbeit gesehen werden. Es ist dabei wichtig, Agilität zu bewahren, um Ziele und Strukturen anpassen zu können
  7. mögliche Risiken/ Herausforderungen könnten sein: Offenheit (wie offen gestalte ich das JL?), Governance-Struktur, Vorhandensein von geschultem Personal, Standardprozesse und etablierte Regeln