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Die Suche nach dem Wirkstoff – Potsdamer Zoophysiologen untersuchen seltene Erkrankungen

Konfokalmikroskopische Aufnahme des Herzens eines Zebrafischembryos. Der Verlust eines bestimmten Proteins führt zu einer ballonartigen Vergrößerung des Herzschlauchs (rechts). Fotos: Salim Seyfried und Marc Renz.

Konfokalmikroskopische Aufnahme des Herzens eines Zebrafischembryos. Der Verlust eines bestimmten Proteins führt zu einer ballonartigen Vergrößerung des Herzschlauchs (rechts). Fotos: Salim Seyfried und Marc Renz.

Salim Seyfried, Professor für Zoophysiologie an der Universität Potsdam, koordiniert ab Juni 2015 ein transatlantisches Konsortium, das seltene vaskuläre Erkrankungen des Menschen erforscht. In dem international besetzten Forschungsnetzwerk werden Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich und Kanada nach Wirkstoffen suchen, die die Ausbildung kleiner Gefäßwucherungen im Gehirn unterdrücken. Diese als zerebrale kavernöse Malformationen bezeichneten Gefäßveränderungen treten bei etwa einem von 5.000 Menschen auf und haben genetische Ursachen. Sie führen häufig zu Blutungen im Gehirn und zu Schlaganfällen.

Gegenwärtig gibt es noch keine medikamentöse Prävention für diese Gruppe von Erkrankungen. In dem Konsortium werden die Potsdamer Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen der University of Toronto, Kanada, der Université Paris Diderot, Frankreich, dem Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie Berlin, dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung und dem Hospital for Sick Children, Kanada, Tausende von Substanzen nach ihrer Wirksamkeit screenen. Allein 52.100 Substanzen werden durch die kanadischen Partner im Tiermodell Caenorhabditis elegans – einem Fadenwurm – getestet. Vorangegangene Untersuchungen hatten gezeigt, dass bestimmte Mutationen im Genom der Zebrafische ebenfalls zu Malformationen unterschiedlicher Blutgefäße führen. Ausgehend von diesen Ergebnissen testen die deutschen Forscher nun an Fischeiern, welche Substanzen die krankhaften Veränderungen in diesen Mutanten unterdrücken. Dabei beschränken sich die Forscher auf jene Substanzen, die bereits im Fadenwurm Effekte gezeigt haben.
Die französischen Kollaborationspartner werden schließlich die aussichtsreichsten Wirkstoffe, die sowohl im Fadenwurm als auch im Zebrafisch erfolgversprechend erscheinen, in präklinischen Studien im Tiermodell Maus untersuchen und mögliche Therapieansätze für die Anwendung der Wirkstoffe in Patienten prüfen.
Die Ergebnisse der Studien sollen die Voraussetzung dafür schaffen, zukünftig neue und innovative Therapieansätze für den Menschen entwickeln zu können. Das Forschungsprojekt wird mit 900.000 Euro über das ERA-NET-Instrument der Europäischen Union gefördert.


Kontakt: Prof. Dr. Salim Seyfried, Institut für Biochemie und Biologie
Telefon: 0331 977-5540/5541
E-Mail: sseyfrieduni-potsdamde
Foto: Konfokalmikroskopische Aufnahme des Herzens eines Zebrafischembryos. Der Verlust eines bestimmten Proteins führt zu einer ballonartigen Vergrößerung des Herzschlauchs (rechts). Fotos: Salim Seyfried und Marc Renz.


Medieninformation 10-06-2015 / Nr. 082
Heike Kampe

Universität Potsdam
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Online gestellt: Corina Wagner
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