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"Lehrer/innen-Bildung im Kontext aktueller Fluchtmigration - regionale und globale Perspektiven, Impulse und Erkundungen"

Eine Tagung am 28. & 29. Juni 2018

Hintergrund und Anlass

Es gibt zurzeit kaum ein Thema, das die aktuellen Diskurse in der Öffentlichkeit mehr bestimmt, als die anhaltende Fluchtmigration. Weltweit sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, die durch Krieg und Verfolgung verursacht wird (vgl. UNHCR 2017). Die meisten von diesen Menschen leben als Binnenvertriebene in ihrem Herkunftsland oder finden in angrenzenden Nachbarländern wie der Türkei, dem Libanon oder Pakistan Schutz. Einige wenige erreichen Europa. Seit 2016 gehört auch Deutschland zu den zehn Hauptaufnahmeländern Schutzsuchender (vgl. Pro Asyl 2017). Aus den jüngsten Asylstatistiken geht hervor, dass im vergangenen Jahr 186.644 Asylsuchende in Deutschland registriert wurden (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2018).Migration versetzt nicht nur Menschen in Bewegung. Zugleich bewegt sie soziokulturelle und institutionelle Strukturen und damit die pädagogische ebenso wie die wissenschaftliche Praxis. Entsprechend müssen sich Bildungsinstitutionen mit den Auswirkungen von fluchtmigrationsbedingter Mobilität und damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen in unterschiedlichen Bereichen der pädagogischen Bildungsarbeit auseinandersetzen. Hierbei kommt den Bildungsangeboten der Lehrer/innen-Bildung als ein Teil erwachsenenpädagogischer Arbeit eine Schlüsselrolle dabei zu, geflüchteten Lehrer/innen beim Zugang zum Lehrberuf zu unterstützen und weiter zu qualifizieren. Damit wird es zu einem hoch relevanten gesellschafts- wie bildungspolitischen Thema. Im deutschsprachigen Raum gibt es allerdings bislang nur wenige Qualifizierungsprogramme, die mit innovativen Ideen und Konzepten Lehrer/innen mit ausländischem Bildungsabschluss und Fluchterfahrung eine adäquate Chance zum Zugang des Lehrerberufs zu ermöglichen. Diese Herausforderungen sollen in der angekündigten Tagung durch eine wechselseitige Vernetzung intensiv thematisiert und anhand möglicher Lösungsansätze weiterverfolgt werden.

 

Ziel und Zielgruppe

Die Arbeitstagung setzt sich das Ziel, ausgewiesene Kolleg/innen aus den Erziehungs-/Bildungswissenschaften und den Nachbardisziplinen zusammenzuführen, um gemeinsam aktuelle Fragen und Entwicklungen zu erkunden und zu erörtern. Im Fokus stehen hierbei Modellprojekte, die sich im wissenschaftlichen Forschungs- und Praxisfeld der Lehrer/innen-Bildung im Kontext von Fluchtmigration bewegen. Zum einen soll die Tagung eine Gelegenheit bieten, in einen überregionalen und internationalen kollegialen Austausch über entwickelte Konzepte, Strategien, Forschungs- und Evaluationsansätze zu kommen. Zum anderen wird Raum gegeben, erste Evaluationsbefunde vorzustellen und sie in Fachdiskurse einzuordnen. Die könnte wiederum zur konkreten Ideenentwicklung in der weiteren Gestaltung von Projekten fruchtbar beitragen. Die Tagung ist auf eine Größe von ca. 25 Teilnehmer/innen begrenzt, wodurch sich ein intensiver Austausch ermöglichen lässt.

Die Vorträge auf der Tagung werden sich mit folgenden Themenbereichen befassen:

  • Konzeptionelle Anforderungen an die pädagogische PraxisInhaltliche/curriculare Ausgestaltung der Programme
  • Pädagogische Professionalität in der Schule der Migrationsgesellschaft
  • Kompetenzen der und Fortbildung für Projektmitarbeitende
  • Strategien beim Bewerbungs- und Auswahlverfahren
  • Einsatzmöglichkeiten und -grenzen für geflüchtete Lehrer/innen an Schulen
  • Berufliche (Fortbildungs-)Perspektiven im Anschluss an die Programme
  • Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen, Arbeitserfahrungen und Kompetenzen
  • Theoretische und methodische Zugänge von Programmevaluationen

Tagungsprogramm und Tagungsbericht finden Sie hier:

Tagungsorganisation:

PD Dr. Daniela Niesta Kayser
Dr. Anna Aleksandra Wojciechowicz
Prof. Dr. Miriam Vock

Tagungsförderer

"Tolerantes Brandenburg"/ Bündnis für Brandenburg

Potsdamer Kongresspreis 2018

Die internationale Tagung „Lehrerinnen-Bildung im Kontext aktueller Fluchtmigration im Refugee Teachers Program“ wurde in der Kategorie Innovative und/oder außergewöhnliche Veranstaltungen (LHP) mit dem  Potsdamer Kongresspreis 2018 ausgezeichnet. 

 

Dr. Anna Aleksandra Wojciechowicz

Projektleitung

"Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung! Dieser Preis zeigt uns, dass unsere bisherige Projektarbeit zur breiten öffentlichen Wahrnehmung der Thematik der Lehrer/innen-Bildung im Fluchtkontext nicht nur in der fachlichen Community, sondern in der Stadt Potsdam sowie in der Region Brandenburg beiträgt. Es motiviert uns, wenn unser Projektziel, den Zugang zum Lehrerberuf für die Zielgruppe der geflüchteten Lehrkräfte zu öffnen, auf Zuspruch und Zustimmung in der Region trifft."