Better World Award UP

Logo auf Menschen und Spielzeug im Hintergrund
Foto: UG Potsdam
Better World Award UP 2020, powered by Universitätsgesellschaft Potsdam e.V. und LOTTO Brandenburg GmbH

Bahnbrechende Ideen aus Master- und Doktorarbeiten der Universität Potsdam werden in diesem Jahr erstmals mit dem Better World Award UP prämiert. Der mit 3.333 € dotierte Preis geht an junge Akademikerinnen und Akademiker, die mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Gemeinschaft leisten. Die Universitätsgesellschaft Potsdam e.V. verleiht die Auszeichnung unter der Schirmherrschaft der LAND BRANDENBURG LOTTO GmbH. Unterstützt und begleitet wird die Ausschreibung vom Partnerkreis „Industrie und Wirtschaft“, Potsdam Transfer und dem Projekt „Innovative Hochschule“ an der Universität Potsdam.

„Gut ausgebildeter Nachwuchs, der unsere künftig noch komplexere und wandlungsstarke Welt im nachhaltigen Bewusstsein mit seinen Ideen verbessert, sollte ganz im Sinne des Gemeinwohls frühzeitig gefördert werden. Der hier bereits stattfindende Einsatz für die Gesellschaft erhält ein motivierendes Gewinnerlebnis. Dafür haben wir beim Better World Award die Schirmherrschaft übernommen“, erklärt Lotto-Geschäftsführerin Anja Bohms ihr Engagement. „Die Universitätsgesellschaft Potsdam erwartet von dem Award eine Stärkung des Dialoges zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“, so ihr Erster Vorsitzender, Prof. Dr. Dieter Wagner. „Mit dem Start dieses ganz neuen Wettbewerbs unter den Bedingungen der Corona-Krise halten wir ganz besonders daran fest, zukunftsorientierte Ideen und Arbeiten auszuzeichnen, ihnen Aufmerksamkeit und ein Forum zu verschaffen.“

Studierende und Promovierende aller an der Universität Potsdam vertretenen Disziplinen konnten sich bis Mitte August um den Preis bewerben. Die von ihnen eingereichten Qualifikationsschriften sollen überzeugende Antworten auf gegenwärtige und zukünftige Probleme liefern und zeigen, wie ihre Forschungsergebnisse die Gesellschaft positiv beeinflussen. Was verändert sich dann etwa im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Ernährung, Klima, Digitalisierung? Auch die Themen Vielfalt, Neue Arbeit oder Mobilität können behandelt werden. Welche Handlungskonsequenzen sind hier zu erwarten?

Der Award war mit einem Kreativworkshop im Oktober 2020, dem „Ideen-Profiler“, verbunden, an dem sechs Nominierte teilnahmen. Mithilfe dieses Workshops wurden die Potenziale der Arbeiten für den gesellschaftlichen Transfer verglichen und bewertet, um den ersten Platz zu ermitteln. Ende 2020 soll der Preis feierlich verliehen werden.

Logo auf Menschen und Spielzeug im Hintergrund
Foto: UG Potsdam
Better World Award UP 2020, powered by Universitätsgesellschaft Potsdam e.V. und LOTTO Brandenburg GmbH

Gruppen von Menschen im Raum vor Roll-Up
Foto: Christian Marx
Kandidaten des BWA, v. r. n. l.: Alyna Lange, Sebastian Serth, Dr. Miriam Schwarzenthal, Claudia van Leeuwen, Dr. Christian Schmidt, Prof. Dr. Dieter Wagner (UG), Antje Edelmann (Lotto), Dr. Anna von Rath

Alyna Lange

Thema der Masterarbeit

Frau Langes Arbeit mit dem Thema „Neuartige Ionogele für protonenleitende Membranen“ beschäftigt sich mit dem Einsatz von Ionogelen in Brennstoffzellen.

Relevanz der Masterarbeit

Neben Wind-, Sonnen- und Wasserkraft stellen Brennstoffzellen eine CO2-freie Alternative zur Energiegewinnung dar. Brennstoffzellen sind Energiewandler, die auf Grundlage einer chemischen Reaktion chemische Energie in elektrische Energie umwandeln. Bei der klassischen Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff in einer kontrollierten Knallgasreaktion miteinander, wobei als Produkte Strom und Wärme genutzt werden können. Das einzige Reaktionsnebenprodukt stellt Wasser dar. Sowohl der somit zur Verfügung gestellte Strom als auch die entstandene Wärme können zum Elektrifizieren und Heizen genutzt werden.

In Deutschland wird die Entwicklung von Wasserstofftechnologie durch die Bundes-regierung vorangetrieben, insb. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Allein für den Zeitraum 2016 bis 2026 ergibt sich im Rahmen des „Nationalen Innovations-programms Wasserstoff- und Brennstoffzellen-technologie“ ein Fördervolumen von bis zu 1,4 Mrd. Euro. Bundesminister Peter Altmaier sagte in diesem Zusammenhang: „Mit der Wasserstoff-strategie stellen wir die Weichen dafür, dass Deutschland bei Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt wird. Die Zeit für Wasserstoff und die dafür nötigen Technologien ist reif“. Außerdem äußerte sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze wie folgt: „Die nationale Wasserstoffstrategie wird Deutschland doppelten Schub verleihen – für den Klimaschutz und für die nachhaltige Erholung unserer Wirtschaft nach der Corona-Krise“.

Die wichtigste Art Brennstoffzelle stellt die Polymer-Elektrolyt-Brennstoffzelle dar. Hierbei dient meistens Nafion als Elektrolyt. Dabei ergeben sich allerdings Probleme bzgl. der geringen Einsatztemperatur und die Notwendigkeit der absoluten Reinheit des verwendeten Wasserstoffs. Frau Langes Masterarbeit beschäftigt sich mit Ionogelen, die aus einer Polymermatrix und einer ionischen Flüssigkeit bestehen und in Form von Ionogel-Membranen in Brennstoffzellen eingesetzt werden. Die Masterarbeit thematisiert ionische Flüssigkeiten als Alternativen für Elektrolyt-Materialien für Brennstoffzellen und Batterien. Diese Flüssigkeiten haben einen niedrigen Schmelzpunkt, besitzen eine hohe thermische und elektrochemische Stabilität, zeigen einen geringen Dampfdruck – sind also nicht flüchtig und nicht brennbar - und zeichnen sich durch hohe ionische Leitfähigkeiten aus.

Auf Grundlage der Arbeit wurde ein erster Prototyp entwickelt, der den Grundstein für weitere Forschung zur Verbesserung von Brennstoffzellen legt. Eine erste Publikation von Frau Lange zu dem Thema wurde bereits veröffentlicht.


Dr. Anna von Rath

Thema der Dissertation

Frau Dr. von Raths Arbeit mit dem Thema „Afropolitan Encounters - Literature and Activism in London and Berlin“ beschäftigt sich mit der vielfältigen, zeitgenössischen, afropolitischen Praxis in London und Berlin.

Relevanz der Dissertation

Um strukturelle Ungleichheiten zu verstehen, ist es zunächst notwendig, den Erfahrungen von Betroffenen Gehör zu schenken. So begann Frau Dr. von Rath die vielfältige, zeitgenössische, afropolitische Praxis in London und Berlin zu untersuchen. Der in Deutschland noch relativ unbekannte Begriff „Afropolitismus“ setzt sich aus Afrika und Kosmopolitismus zusammen. Menschen afrikanischer Herkunft, die heute hier und Morgen dort leben, prägten diesen Begriff, um ihren mobilen Lebensstil und die daraus resultierende Kreativität zu beschreiben. Eine Welt in Bewegung fordert ständiges Anpassen an neue Gegebenheiten. In Europa fungiert der Afropolitismus als Gegenbewegung zu der zunehmenden rassistischen Ausgrenzung, die Menschen mit dunkler Hautfarbe – die sich selbst oft lieber mit den politischen Begriffen Schwarz oder Person of Color bezeichnen – seit der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015 erleben.

In London finden sich kreative, afropolitische Netzwerke, die neben einer alternativen Form der Zugehörigkeit auch den Verdienst eines Lebensunterhalts erleichtern. In Berlin erschaffen afropolitische Akteure unterschiedliche, alternative Räume, die gleichermaßen eine Kritik an bestehenden Strukturen sind. Frau Dr. von Raths Analyse des Afropolitismus lehrte sie nicht nur ihr eigenes Handeln im öffentlichen Raum und in der Interaktion mit Mitmenschen in Hinblick auf Machtstrukturen immer wieder zu hinterfragen und an verschiedene Situationen anzupassen. Was sie über Afropolitismus gelernt hatte, schlägt sich darüber hinaus in ihrer Forschungsmethode nieder. Es handelt sich dabei um einen kulturwissenschaft-lichen mixed-method Ansatz, der geprägt ist von der Idee der anhaltenden Begegnung, theoretischer Synthese und kultureller Kontextualisierung.

Ihre kontextspezifischen Analysen leiteten sie nicht nur zu meiner Methode, sondern offenbarten auch verschiedenste Herangehensweisen für einen respektvolleren Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt auf der mikro-politischen Ebene.


Claudia van Leeuwen

Thema der Masterarbeit

Frau van Leeuwens Arbeit mit dem Thema „Kulturwandel als Antwort auf den Klimawandel: Zur Veränderlichkeit von Kultur und mentalen Infrastrukturen“ begibt sich anhand von semiotischen, kultur- und kognitionswissenschaftlichen Konzepten auf Spurensuche nach möglichen Bausteinen zum Kulturwandel hin zu mehr Klimaschutz.

Relevanz der Masterarbeit

Frau van Leeuwens Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie ein Kulturwandel gelingen kann, der die Gesellschaft in eine nachhaltige und zukunftsfähige Moderne führt. Ausgangspunkt dieser Überlegungen ist die These, dass es sich bei der ökologischen Krise um ein kulturelles Problem handelt und folglich auf nur auf kultureller Ebene lösbar ist. Trotz wissenschaftlichem Konsens über den Klimawandel und seine Folgen bleibt Deutschland weit davon entfernt das 1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Dies spricht dafür, dass eine wichtige Dimension im politischen und gesellschaftlichen Diskurs außer Acht gelassen wird – nämlich die kulturelle Dimension der ökologischen Krise. Denn das Konzept von nachhaltigerem Konsum bleibt den kulturell bedingten, nicht-nachhaltigen Leitvorstellungen von Wachstum, Beschleunigung und Unendlichkeit verhaftet. Sonst ist es nicht zu erklären, warum trotz wachsenden ökologischen Bewusstseins die Reiseziele der Deutschen immer exotischer und ihre Autos und Wohnfläche immer größer werden oder warum ausgerechnet die Wähler der Grünen und die Fraktion selbst am meisten fliegen. Fakten und Warnungen führen nur bedingt zu Verhaltens-änderungen, da Informationen immer auf Basis kultureller Verknüpfungen zugeordnet werden.

Eine nachhaltige Kehrtwende gestaltet sich somit schwierig, da ihre Implikationen mit unseren tiefverwurzelten kulturellen Vorstellungshorizonten kollidieren. Wie kann also ein Umbau der mentalen Infrastrukturen, und damit ein Kulturwandel, gelingen? Die Arbeit zeigt, dass wir uns bereits mitten im Prozess eines Kulturwandels befinden, da ökologische Codes und Werte von der Peripherie ins kulturelle Zentrum vordringen, d.h. sich von Randerscheinungen zu Mainstream-Phänomen fortentwickelt haben, welche jedoch oft mit kulturspezifischen Widersprüchen einhergehen. Beispiele für diese immanente Widersprüchlichkeit sind die sog. Öko-Labels von Fast Fashion Herstellern und die Vorstellung von grünem Wachstum.

Die Arbeit liefert drei Antworten auf die Frage, wie ein nachhaltiger Kulturwandel gelingen kann: Erstens bedarf es neuer mentaler Konzepte. Bedürfnisse, Wohlstand und eine erstrebenswerte Biographie müssen neu definiert werden. Dazu muss u.a. zwischen grundlegenden Bedürfnissen und wegen ihrer Befriedigung unterschieden werden. Zweitens müssen die sprachlichen Konzepte überdacht und verändert werden, die unsere Realität fortwährend erzählerisch reproduzieren. Es bedarf geeigneter Gegenframes zu denen des wachstumsorientierten Wirtschaftens, wie z.B. „Wirtschaftsfreundlichkeit“, „Wettbewerbsfähigkeit“ und „Investitionssicherheit“. Drittens, muss die Pseudonatur unserer Realität sichtbar gemacht und hinterfragt werden.


Dr. Miriam Schwarzenthal

Thema der Dissertation

Frau Dr. Schwarzenthals Arbeit mit dem Thema „Intercultural Competence Among Adolescents Attending Culturally Diverse Schools in Germany“ stellt sich die Frage, wie ein friedliches Zusammenleben verschiedener kultureller Gruppen in einem Einwanderungsland wie Deutschland mithilfe der Schule gewährleistet werden kann.

Relevanz der Dissertation

Mehr als ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland stammen aus zugewanderten Familien. Durch Zuwanderungsbewegungen hat die kulturelle Vielfalt an deutschen Schulen zugenommen und Jugendliche sind immer häufiger mit Weltansichten und Lebensstilen konfrontiert, die sich von denen unterscheiden, mit denen sie selbst aufgewachsen sind. Um ein friedliches Zusammenleben zu erreichen, ist es wichtig, dass Bürger ein Verständnis für verschiedene Weltanschauung-en sowie Handlungsstrategien zum Umgang mit diesen (d.h. interkulturelle Kompetenz) entwickeln. Dem Jugendalter als wichtige Phase für die Entwicklung von interkulturellem Verständnis, sowie der Schule als zentraler Sozialisationsinstanz, kommt hier eine zentrale Bedeutung zu. Aus diesem Grund wird interkulturelle Kompetenz von nationalen und internationalen Organisationen zunehmend als wichtiges schulisches Bildungsziel anerkannt.

Um zu untersuchen, welche Faktoren zur interkulturellen Kompetenz von Jugendlichen beitragen können, musste diese erst einmal messbar gemacht werden. Die bis dato existierenden Messinstrumente wurden meist für Erwachsene entwickelt, die für kurze Zeit im Ausland arbeiten oder studieren, und anderen Herausforderungen begegnen als Jugendliche in einer Einwanderungsgesellschaft. Daher entwickelte und validierte Frau Dr. Schwarzenthal ein Messinstrument zur Erfassung interkultureller Kompetenz speziell für Jugendliche in Einwanderungs-gesellschaften. Jugendliche, die sich schon stärker mit ihren eigenen kulturellen Zugehörigkeiten auseinandergesetzt hatten, zeigten eine höhere interkulturelle Kompetenz. Dies war nicht der Fall für Jugendliche, die einfach nur ein starkes Verbundenheitsgefühl zu ihrer kulturellen Gruppe zeigten. Das bedeutet, dass es für alle Jugendlichen hilfreich sein kann, sich mit ihren kulturellen Zugehörigkeiten zu beschäftigen und mehr über ihre Familien-geschichte und über Traditionen herauszufinden. Neben der Auseinandersetzung mit der eigenen kulturellen Zugehörigkeit war der Umgang mit kultureller Vielfalt an der Schule bedeutsam. Zudem wurde herausgefunden, dass interkulturelle Freundschaften, in denen kulturelle Variationen wahrgenommen und reflektiert werden, ein wichtiger Kontext für den Erwerb interkultureller Kompetenz sind.

Die Ergebnisse haben vielfältige Implikationen für Schulen und Lehrkräfte sowie für die Perspektive der Öffentlichkeit auf kulturell vielfältige Schulen. Erstens suggerieren sie, dass Schulen Kontakt zwischen Schüler verschiedener kultureller Zugehörigkeiten fördern sollten. Zweitens lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, dass Lehrkräfte alle Schüler ermutigen sollten, sich aktiv mit ihren eigenen kulturellen Zugehörigkeiten und mit verschiedenen kulturellen Perspektiven auseinanderzusetzen. Für einen differenzierten Umgang mit kultureller Vielfalt in der Schule ist es notwendig, angehende Lehrkräfte schon früh darauf vorzubereiten.


Dr. Christoph Schmidt

Thema der Dissertation

Herr Dr. Schmidts Arbeit beschäftigte sich mit dem Thema „Das modernisierte Besteuerungsverfahren in Deutschland im Vergleich zu Österreich – Die verfassungsgemäße Fortentwicklung von E-Government als Herausforderung und Chance für die deutsche Finanzverwaltung“.

Relevanz der Dissertation

Es bleibt kaum ein Lebensbereich von dem gegenwärtigen digitalen Wandel unberührt. Im internationalen Vergleich liegt die deutsche Verwaltung bei den elektronischen Serviceangeboten allerdings weit zurück. Für die in der Dissertation im Fokus stehende Finanzverwaltung stellt sich die Ausgangslage etwas besser dar. Als eines der wenigen zentral aufgebauten und gesteuerten E-Government-Angebote ist ELSTER, das den Steuerpflichtigen die papierlose Abgabe der Steuerdaten ermöglicht, Deutschlands größtes und wohl auch erfolgreichstes Projekt in diesem Bereich. Gleichwohl besteht auch auf diesem Gebiet ein umfassender Handlungsbedarf. Dieser wird bei Betrachtung des Nachbarstaats Österreich aufgrund der weiter vorangeschrittenen digitalisierten Finanzverwaltung besonders deutlich.

Aufgrund der erarbeiteten konkreten Reformvorschläge für das deutsche Besteuerungsverfahren sowie der Darstellung der daraus resultierenden Chancen weist die Untersuchung einen starken Anwendungsbezug auf. Der ganz überwiegende Teil der Forschungsergebnisse bringt bei entsprechender Umsetzung ebenso Mehrwerte für die Steuerpflichtigen und führt damit zu einem insgesamt positiven Einfluss auf die Gesellschaft. Die nachstehend ausgewählten Beispiele sollen diese Relevanz verdeutlichen sowie aufzeigen, welche Änderungen damit einhergingen und welche Handlungskonsequenzen zu erwarten wären. Zum Zwecke eines schnellen Zugangs erfolgt die Darstellung thesenartig.

Aufgrund der erarbeiteten konkreten Reformvorschläge zur Effektuierung des Besteuerungsverfahrens kann die Dissertation einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Gemeinschaft leisten. Dabei erscheint es durchaus möglich, dass der digitale Wandel nicht zu weniger, sondern zu mehr und intensiverem menschlichem Kontakt führen kann, da aufgrund der ausschließlich automationsgestützten Steuerfallbearbeitung für die entsprechend personell zu prüfenden Fälle mehr zeitliche und fachliche Ressourcen zur Verfügung stehen. Dieser Effekt wäre sehr zu begrüßen, da sowohl die Verwaltung als auch die Digitalisierung für den Menschen da sind und nicht umgekehrt.


Sebastian Serth

Thema der Masterarbeit

Die Masterarbeit von Herrn Serth mit dem Titel „Individual Worksheets with Interactive Programming Exercises within the HPI Schul-Cloud“ (Individuelle Arbeitsblätter mit Interaktiven Programmieraufgaben im Rahmen der HPI Schul-Cloud) beschreibt Möglichkeiten zur Verbesserung des Lernumfeldes in der Schule mit digitalen, multimedialen Lernressourcen und untersucht deren praxisnahen Einsatz. Konkret zeigt die Arbeit auf, wie am Beispiel des Erlernens einer Programmiersprache im Informatik-Unterricht interaktive Lerninhalte geeignet in den Schulalltag integriert werden können.

Relevanz der Masterarbeit

In Unternehmen und Privathaushalten ist die digitale Transformation ein stetiger Begleiter und führt zu unzähligen Veränderungen. Dabei stehen die Akteure in einem regen Wettbewerb zueinander und versuchen, mithilfe digitaler Lösungen ihre Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und ihre Angebote an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. Obwohl sich die Wirtschaft mit rasanter Geschwindigkeit weiterentwickelt und sich in Folge dessen auch die Anforderungen an zukünftige Mitarbeiter*innen und deren Qualifikation teils drastisch ändern, sind die bisherigen Auswirkungen im schulischen Bildungswesen überwiegend gering. Neben einer besseren technischen Ausstattung, wie sie durch den von Bund und Ländern initiierten „DigitalPakt Schule“ geschaffen werden soll, benötigen Lehrerinnen und Lehrer auch Zugang zu adäquaten digitalen Bildungsinhalten, die es derzeit meist nicht in gewünschter Form gibt.

Die Masterarbeit von Herrn Serth schafft dabei aus technischer Perspektive die Voraussetzungen für weitgehende Veränderungen im bisherigen Lernprozess und unterstützt damit auch die Fortsetzung des Unterrichts während der Corona-Pandemie. Sie zeigt sinnvolle Einsatzszenarien für IT-gestütztes Lernen im Unterricht auf und stellt so einen wesentlichen Beitrag zur Vermittlung von digitaler Kompetenz, als Voraussetzung für das gesamtgesellschaftliche Gelingen der digitalen Transformation, dar. Durch den bereitgestellten Zugriff auf bestehende Übungsaufgaben in CodeOcean und die Verzahnung mit der HPI Schul-Cloud wird zudem der Dialog der Lehrkräfte untereinander gefördert, sodass diese bei Interesse ihre Unterrichtsmaterialien miteinander austauschen und gemeinsam verbessern können.

Die im Rahmen der Masterarbeit ermöglichte Gestaltungsfreiheit beim Erstellen von interaktiven Arbeitsblättern ermöglicht eine Vielzahl von praxisrelevanten Einsatzszenarien. Zusätzlich zur bisherigen Nutzung von Arbeitsblättern für Übungen und Hausaufgaben können interaktive Arbeitsblätter auch für Klausuren und Leistungskontrollen verwendet werden. Umgesetzt wird dies auf technischer Ebene durch mehrere, unabhängige Konfigurationsoptionen, die eine Anpassung des Arbeitsblattes und dessen Funktionsumfang durch Lehrerinnen und Lehrer ermöglichen.

Die offizielle Verleihung des Better World Awards UP 2020 findet am 4. Dezember 2020 statt. Die Preisverleihung wird über Video-Streaming übertragen. Weiterführende Informationen erhalten Sie hier in Kürze.