uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Projekte

Foto: F. Koch; Installation im Museum Apteka pod Orłem in Kraków

Dissertationsprojekt

Arbeitsthema: Verstörende Gerechte. Nicht-jüdische Retter*innen im polnischen Diskurs über die Shoah

Betreuung: Prof. Dr. Magdalena Marszałek

Die als Gerechte bezeichneten nicht-jüdischen Pol*innen, die während des Zweiten Weltkriegs jüdische Verfolgte unterstützten, spielen eine herausragende Rolle im gedächtnispolitischen Diskurs der Nachkriegszeit in Polen und dominieren bis heute das öffentlich propagierte Bild der polnisch-jüdischen Beziehungen während der Shoah. Die staatlich gelenkte Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg etablierte ein Bild der polnischen Nation als Opfer und Retter, das auch nach der politischen Wende von 1989 weiterwirkte und die Mythisierung der Gerechten vorantrieb. Eine bis heute anhaltende Omnipräsenz polnischer Gerechter im offiziellen polnischen Erinnerungsdiskurs über den Zweiten Weltkrieg und die Shoah sorgt für eine graduelle Verdrängung der jüdischen Perspektive sowie des jüdischen Leidens. Das Ziel der geplanten Dissertation ist eine Untersuchung der Figur der nicht-jüdischen Retter*innen und ihrer im Hinblick auf die offiziellen Darstellungen nonkonformen und tabuisierten Aspekte in ausgewählten (jüdisch-) polnischen literarischen, filmischen und musealen Beispielen.

Als spezifische Gruppe innerhalb der sog. bystanders wurden die polnischen Gerechten, ihre memoriale und politische Inszenierung sowie literarische bzw. künstlerische Verarbeitung bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht.

Foto: F. Koch; Installation im Museum Apteka pod Orłem in Kraków

Bild: F. Koch

Aschkenasische Studien

Austauschprojekt mit der Universität Haifa (Israel)

Seit dem Wintersemester 2015/16 besteht zwischen der Universität Haifa und der Universität Potsdam ein institutionalisierter wechselseitiger Studierenden- und Dozent*innenaustausch auf dem Gebiet der aschkenasischen Studien (Jüdische Geschichte und Kultur in Mittel- und Osteuropa). Durch die DAAD-Förderung im Rahmen des ISAP-Programms können jeweils pro Wintersemester drei Vollstipendien an Studierende für einen Semesteraufenthalt an der Universität Haifa vergeben werden. Gleichzeitig besteht pro Jahr für drei Studierende der Universität Haifa die Möglichkeit, ein Semester an der Universität Potsdam zu verbringen. Die Studierenden der Universität Haifa werden durch das Erasmus + International Credit Mobility Programme gefördert. Zusätzlich entsendet jede Universität Lehrende für Kurzzeitdozenturen an die Partnerinstitution.    Zur Projektseite

Bild: F. Koch

Vorträge

September 2019

Projektpräsentation "Disturbing Righteous. Gentile helpers in the Polish Shoah discourse" im Rahmen des Workshops und der Konferenz Sites of Violence and Their Communities: Critical Memory Studies in the Post-Human Era in Kraków vom 23.-25. September 2019 (organisiert vom Research Center for Memory Cultures, Faculty of Polish Studies, Jagiellonian University)

Februar 2019

Vortrag "Nonkonforme ‘Gerechte’ in der polnischen Literatur und im Film der 1960er Jahre" im Rahmen der 16. Tagung des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft in Halle (Saale) vom 21.-23. Februar 2019