B05: Variabilität und ihre Grenzen im zeitlichen Verlauf von Sprachproduktionsprozessen

Ziel dieses Projekts ist es, aktuelle psycholinguistische Modelle zur Wortproduktion weiterzuentwickeln, indem sowohl genaue Informationen über 1) die Dynamiken von Kodierungsprozessen, als auch 2) über die Einschränkungen, die die Variabilität dieser Prozesse begrenzen (d.h. sprecherspezifische Merkmale und kontextuelle Faktoren), und auch 3) darüber, wie das Sprachsystem während der der eigentlichen Sprachproduktion mit anderen kognitiven Funktionen interagiert, integriert werden.

Die Ergebnisse unserer bisherigen Experimente unterstreichen die Rolle der Daueraufmerksamkeit, sowohl zur Erklärung interindividueller als auch intraindividueller Leistungsunterschiede bei Benennungen. Wir stellen zudem fest, dass ein großer Teil der beobachteten interindividuellen Varianz bezüglich der Zeit, die zur Vorbereitung einer verbalen Reaktion benötigt wird, auf späte Kodierungsprozesse, d.h. die Vorbereitung der motorischen Gesten, zurückzuführen ist (Bürki, eingereicht; Madec, Elbuy, Lorenz, & Bürki, in Vorbereitung). Die aktuell laufenden Experimente untersuchen die Rolle von Alter und Aufgabenschwierigkeit auf die Wortproduktion.

Im Laufe des Projekts adressierten wir außerdem wichtige methodische Fragen, die die Untersuchung von Prozessen der Wortproduktion betreffen. Erstens konnten wir zeigen, dass die interindividuellen Unterschiede bezüglich der Zeit, die für die Vorbereitung einer verbalen Reaktion benötigt wird, einen Einfluss auf das elektrophysiologische Signal haben und die Ermittlung des zeitlichen Ablaufs von Ereignissen tendenziell ungenau machen (Madec et al., in Vorbereitung). Zweitens führten wir eine Reihe von Metaanalysen anhand von Daten durch, die mit dem Bild-Wort-Interferenzparadigma, einem der am häufigsten verwendeten Paradigmen in diesem Bereich, aufgenommen wurden. Unsere Arbeit zeigt, dass die bisher vorhandenen Hinweise keine eindeutige Schlussfolgerung über den funktionalen Ursprung von semantischen Interferenzeffekten zulassen (in früheren Studien waren diese häufig als ein Indikator für lexikalischen Zugriff gesehen worden, Bürki Elbuy, Madec, & Vasishth, 2020) und unterstreicht zudem den Einfluss, den die Eigenschaften der experimentellen Stimuli bei Interferenzeffekten haben können (Bürki, Alario, & Vasishth, in Vorbereitung).

Werfen Sie einen Blick drauf:

Semantic interference and phonological facilitation in picture-word interference.

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Semantic interference and phonological facilitation in picture-word interference.

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Variability and orthography in learning new words.

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Variability and orthography in learning new words.

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Mitarbeiter

Dr. Audrey Bürki-Foschini

PI B05

 

Campus Golm
Department Linguistics
Karl-Liebknecht-Strasse 24-25, House 14, Room 3.13
14476 Potsdam

Pamela Fuhrmeister

 

Campus Golm
Department Linguistics
Karl-Liebknecht-Strasse 24-25, House 14, Room 3.21
14476 Potsdam

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