Unterrichtsintegrierte Förderung der Lesekompetenz: Interventionsstudien zur Bedeutung von Lesestrategien und Selbstregulationsprozeduren für die Verbesserung des Leseverständnisses von 5.-Klässlern

2009 - 2012 Sachbeihilfe der DFG (SP 1269/1-1)

Ein wichtiger Teil der Forschungstätigkeit unserer Abteilung konzentriert sich auf die Entwicklung und Analyse von Interventionsprogrammen zur Förderung kompetenten Lesens. Konkret verwenden und testen wir peer-gestützte Methoden der Leseverständnisförderung und beschäftigen uns insbesondere mit Wirkungsanalysen zum Zusammenhang zwischen Lesestrategieerwerb und Leseverständnisleistung sowie der Implementierung der Programme durch Lehrkräfte im Unterricht.

Ob trainierte Schüler die ihnen vermittelten Lesestrategien tatsächlich besser beherrschen und in welchem Umfang die mutmaßlich erworbenen Strategien für den Trainingserfolg verantwortlich sind, wurde bislang nur vereinzelt und wenig systematisch untersucht. Daher gehen wir der Frage nach, ob die Förderung kompetenten Lesens wie intendiert wirkt (verbessertes Leseverständnis durch Strategieerwerb). In diesen Studien konnte spezifiziert werden, auf welche Art Lesestrategien zur Steigerung des Leseverständnisses beitragen.

Im DFG geförderten Projekt zur unterrichtsintegrierten Förderung der Lesekompetenz haben wir untersucht, ob sich die Effektivität peer-gestützten Lernens im Regelunterricht durch die systematische Förderung von Selbstregulationsprozeduren steigern lässt. Diese Studien tragen dazu bei, Modelle zur Struktur und Förderung der Selbstregulation auf eine methodisch erhärtete Grundlage zu stellen. Zudem sollen sie demonstrieren, dass solche Modelle nicht nur für die Vorhersage, sondern auch für die Optimierung unterrichtsintegrierter Formen der Förderung kompetenten Lesens geeignet sind.

Aufbauend auf den Ergebnissen untersuchen wir derzeit, unter welchen Bedingungen eine fächerübergreifende Förderung kompetenten Lesens in der Grundschule gelingen kann.

Projektbezogene Publikationen

  • Spörer, N., Koch, H. Schünemann, N. & Völlinger, V. A. (in Druck). Das Lesetraining mit Käpt’n Carlo für 4. und 5. Klassen. Ein Lehrermanual mit Unterrichtsmaterialien zur Förderung des verstehenden und motivierten Lesens. Göttingen: Hogrefe.
  • Koch, H. & Spörer, N. (in Druck). Förderung der Lesekompetenz mittels reziproken Lehrens: Implementation und Wirksamkeit im Regelunterricht. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie.
  • Koch, H. & Spörer, N. (in Druck). Effekte verschiedener Programme zur Förderung der Lesekompetenz von Fünftklässlern. In M. Philipp & E. Souvignier (Hrsg.), Implementation von Lesefördermaßnahmen. Perspektiven auf Gelingensbedingungen und Hindernisse. Münster: Waxmann.
  • Spörer, N. & Schünemann, N. (2014). Improvements of self-regulation procedures for fifth graders’ reading competence:  Analyzing effects on reading comprehension, reading strategy performance, and motivation for reading. Learning & Instruction, 33, 147-157.
  • Schünemann, N., Spörer, N. & Brunstein, J. C. (2013). Integrating self-regulation in whole-class reciprocal teaching: An analysis of incremental effects on fifth graders’ reading comprehension, reading strategies and self-efficacy for reading. Contemporary Educational Psychology, 38, 289-305.
  • Spörer, N., Demmrich, A. & Brunstein, J. C. (2014). Förderung des Leseverständnisses durch „Reziprokes Lehren“. In G. W. Lauth, M. Grünke & J. C. Brunstein (Hrsg.), Interventionen bei Lernstörungen (2., überarbeitete und erweiterte Auflage, S. 162-175). Göttingen: Hogrefe.
  • Koch, H. & Spörer, N. gemeinsam mit Friederike Schommler, Frank Poser und Thomas Röse/ avz, Universität Potsdam (2012). Reziprokes Lehren unter Anwendung von Selbstregulationsstrategien. Implementation eines Lesekompetenztrainings in den Regelunterricht an Grundschulen. Eine DVD zum Einsatz in Lehrerfortbildungen und in der LehrerInnenbildung. Potsdam: Universität Potsdam.