Studiendesign

Zur Beantwortung der Fragestellungen wurden die Pilotschulen in den Schuljahren 2012/13 und 2013/14 umfassend untersucht. Dazu wurden sowohl Angaben von Schülerinnen und Schülern als auch der Lehrerinnen und Lehrer der Pilotschulen zu mehreren Messzeitpunkten erhoben (siehe Abbildung 1).

Um die Entwicklungen der Grundschulkinder zu dokumentieren (Teilstudie 1), wurden zu Beginn des Schuljahres 2012/13 von den 84 Pilotschulen eine nach der Region geschichtete Zufallsstichprobe von 35 Schulen gezogen. Aus den 35 Stichprobenschulen wurden 30 Klassen der zweiten Jahrgangsstufe und 31 Klassen der dritten Jahrgangsstufe ausgewählt. Insgesamt wurden N = 1435 Schülerinnen und Schuler aus diesen 61 Klassen über einen Zeitraum von zwei Schuljahren begleitet. Die Schülerinnen und Schüler, die erstmals als Zweitklässler untersucht wurden, bilden die sogenannte Kohorte 1. Entsprechend stellen die Schülerinnen und Schüler, die erstmals als Drittklässler untersucht wurden, die Kohorte 2. Die längsschnittliche Dokumentation der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler beider Kohorten umfasste:

  • die Erfassung der Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler mittels standardisierter Leistungstests in den Bereichen Lesen, Rechtschreiben, Rechnen und kognitive Grundfähigkeit,
  • die Erhebung der fachlichen, sozialen und lernmotivationalen Merkmale und der unterrichtsbezogenen Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler sowie
  • eine Befragung der Eltern zu sozio-demographischen Merkmalen der Familie.

Alle Erhebungen wurden während der Unterrichtszeit von geschulten Testleiterinnen und Testleitern durchgeführt. Nach Möglichkeit nahmen alle Kinder einer Klasse an den Erhebungen teil, wobei für Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf Sehen oder geistige Entwicklung individualisierte Hilfen zur Verfügung standen, z. B. in Form von Großdrucken oder zusätzlichen Erläuterungen.

Im Rahmen der PING-Studie wurden auch die Lehrerinnen und Lehrer ausführlich befragt (Teilstudie 2). In Kongruenz mit den Schülerbefragungen wurden im Schuljahr 2012/13 diejenigen Lehrerinnen und Lehrer um Auskunft gebeten, die in einer zweiten und/oder dritten Jahrgangsstufe unterrichteten. Ein Schuljahr später wurden diese Lehrerinnen und Lehrer erneut und all jene Lehrkräfte zusätzlich befragt, die außerdem in der dritten und vierten Jahrgangsstufe unterrichteten. Insgesamt gingen somit Daten von N = 1138 Lehrerinnen und Lehrer in die Analysen ein. Pro Schulhalbjahr gab es eine Online-Befragung, sodass insgesamt vier Befragungen mit den folgenden Inhalten resultierten:

  • Personenbezogene Daten (z.B. Alter, Geschlecht, Lehramtsbefähigung)
  • Einschätzungen zu den inklusionsbezogenen Fortbildungen (z. B. Qualität der Fortbildung, Fortbildungsnutzen),
  • Einschätzungen individueller Lehrermerkmalen (z. B. Einstellung zum inklusiven Unterricht, Vertrauen in die eigenen Kompetenzen, Überzeugungen zum Lernen von Kindern), Einschätzungen des beruflichen Wissensstands (z. B. pädagogisch-psychologisches Wissen
  • Einschätzungen von Kontextmerkmalen (z. B. erlebte Unterstützung durch Schulleitung und Kollegen)
  • Leitfadengestützte Interviews mit ausgewählten Lehrkräften mit Schwerpunkt auf das Fortbildungsgeschehen am Ende der Pilotphase.

Darüber hinaus wurden Kontextmerkmale der Pilotschulen durch Befragungen der Schulleitungen, Daten des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) sowie Daten seitens des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) erfasst. Schließlich wurden ausgewählte Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch und Mathematik beobachtet.

Studiendesign PING, Zeitleiste: Angabe in Quartalen