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„unRECHT§ELITE“ – Studierende zeigen Ausstellung zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit

Der Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Götz Schulze, eröffnet am 20. Juni 2016 um 12 Uhr auf dem Campus Griebnitzsee die von Studierenden geschaffene Ausstellung „unRECHT§ELITE“ über die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Sie thematisiert die Arbeit der 2012 eingesetzten Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission, die von den Professoren Manfred Görtemaker vom Historischen Institut der Universität Potsdam und Christoph Safferling vom Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Erlangen geleitet wird. Prof. Dr. Manfred Görtemaker spricht zur Eröffnung ein Grußwort.

Die unabhängige wissenschaftliche Kommission widmet sich der Frage, wie weit in den 1950er und 1960er Jahren im Bundesministerium der Justiz der Einfluss von Juristen reichte, die vor 1945 an Verbrechen der NS-Justiz beteiligt waren. Die Wissenschaftler erhielten hierfür uneingeschränkten Zugang zu den Akten des Ministeriums, auch zu den besonders sensiblen Personalakten. Sie untersuchen unter anderem die Kriterien, die bei Einstellungen und Beförderungen eine Rolle spielten. Gegenstand der wissenschaftlichen Befassung sind zudem Amnestieentscheidungen und die Frage, inwieweit nationalsozialistisches Gedankengut in die Reform des Strafrechts, die Ausgestaltung des politischen Strafrechts oder auch in andere juristische Zusammenhänge eingeflossen ist.
Für die Ausstellung „unRECHT§ELITE“ haben sich Studierende verschiedener Fakultäten der Universität Potsdam mit der Entstehungsgeschichte, den Zielen und den Aufgaben der Kommission beschäftigt. Sie erläutern die historisch-rechtlichen Zusammenhänge und beleuchten die Vorgehensweise der wissenschaftlichen Kommission. Ihr Ziel ist es, ihren Kommilitonen die Tragweite und Relevanz von Aufarbeitungsprozessen juristischer Zeitgeschichte näher zu bringen. „Wir möchten dazu anregen, sich kritisch mit dem damaligen ‚Recht‘, der Entstehungs- und Missbrauchsgeschichte auseinanderzusetzen“, sagt Projektleiterin Naghme Zare-Hamedani. Begleitend zur Ausstellung hat das Team einen Fragebogen entwickelt, mit dem es den Wissensstand der Jura-Studierenden hinsichtlich juristischer Zeitgeschichte ermittelte. „Wir wollten aber auch von ihnen selbst erfahren, ob sie historische Aspekte als einen essenziellen Teil ihrer Ausbildung anerkennen“, so Naghme Zare-Hamedani. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung präsentiert. Entstanden ist das Projekt im Programm StudiumPlus, in dem die Studierenden der Universität Potsdam fachspezifische Schlüsselkompetenzen erwerben.

Zeit: 20.06.2016, 12 Uhr: Ausstellungseröffnung
Ort: Campus Griebnitzsee, August-Bebel-Str. 89, 14482 Potsdam, Haus 6, Foyer neben Hörsaal 5 und Zessko

Kontakt: Naghme Zare-Hamedani, Projektleitung
Telefon: 0157-85561331
E-Mail: zarehameuni-potsdamde

Medieninformation 15-06-2016 / Nr. 091
Antje Horn-Conrad

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Online gestellt: Klara Wittich
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