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Von Metallverbindungen in Lebensmitteln und vom Altern – Antrittsvorlesungen von Prof. Dr. Tanja Schwerdtle und Prof. Dr. Tilman Grune

Zwei Antrittsvorlesungen stehen am 10. Dezember 2014 auf dem Programm der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. Prof. Dr. Tanja Schwerdtle wird sich  dem Thema „Metallverbindungen in Lebensmitteln: the good, the bad, the ugly“ zuwenden. Die Wissenschaftlerin ist Professorin für Lebensmittelchemie im Institut für Ernährungswissenschaft. „Vom Altern – was Menschen und Proteine gemeinsam haben und wie man durch Ernährung Einfluss nehmen kann“ – erklärt Prof. Dr. Tilman Grune. Er ist Professor für Molekulare Toxikologie und wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).

In ihrer Antrittsvorlesung beschäftigt sich Tanja Schwerdtle mit der Toxizität und Analytik von anorganischen und organischen Arsen- und Quecksilberverbindungen. Zentrale Fragen werden unter anderem sein: Warum verstehen wir bis heute nicht, wie anorganisches Arsen krebserregend und Organoquecksilberspezies neurotoxisch wirken? Besteht eine Gefährdung für den Verbraucher? Warum gibt es bislang keine Risikobewertung für organische Arsenverbindungen?
Tanja Schwerdtle studierte Lebensmittelchemie an der Universität Karlsruhe, an der sie 2002 auch promovierte. Nach einjähriger Lehr- und Forschungstätigkeit arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie der TU Berlin. 2008 wurde sie auf die Professur für Lebensmittelchemie an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster berufen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Klärung der molekularen Mechanismen der durch Metallspezies vermittelten Kanzerogenität und Neurotoxizität. Weitere Forschungsvorhaben beinhalten die Etablierung neuer Tierversuchsersatzmethoden sowie die Suche nach geeigneten Effekt- und Expositionsbiomarkern.

Tilman Grune befasst sich mit Alterungsprozessen in Zellen und Geweben. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen vor allem Veränderungen von zellulären Proteinen. Während der Alterung entstehen Proteinschäden durch freie Radikale, die ein Nebenprodukt des Zellstoffwechsels sind, oder durch pathologische Veränderungen, die wiederum „oxidativen Stress“ auslösen können. Hierzu zählt beispielsweise  ein krankhaft erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie). In einer normal funktionierenden Zelle werden oxidativ veränderte oder modifizierte Proteine abgebaut und somit entgiftet. Bei verschiedenen Stoffwechselsituationen, bei Erkrankungen oder auch im Alter kann diese Schutzfunktion jedoch unzureichend werden, und modifizierte Proteine sammeln sich an. Dies kann die Funktion der Zelle beeinträchtigen.
Tilman Grune studierte Medizinische Biochemie in Moskau, erhielt die Approbation und den Facharzt für Biochemie in Berlin. Er promovierte 1992 und habilitierte sich 1998 an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Der Wissenschaftler ging 2003 an das Institut für Umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf. Drei Jahre später erhielt er einen Ruf an die Universität Hohenheim, wo er den Lehrstuhl für Biofunktionalität und Sicherheit der Lebensmittel innehatte. 2010 folgte ein Ruf an das Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zu den Forschungsschwerpunkten des Wissenschaftlers gehören Biomarker des oxidativen Stresses und Alterns, regulative und antioxidative Wirkung von Mikronährstoffen sowie altersbedingte Veränderungen im Stoffwechsel an Modellsystemen.

Zeit: 10.12.2014, 17.30 Uhr
Ort: Campus Golm, Karl-Liebknecht-Straße 24-25, 14476 Potsdam, Haus 25, Raum F.1.01
Kontakt: Prof. Dr. Tanja Schwerdtle
Telefon: 033200 88-5580
E-Mail: tanja.schwerdtleuni-potsdamde
Prof. Dr. Tilman Grune
Telefon: 033200 88-2216
E-Mail: scientific.directordifede
Fotos: Prof. Dr. Tanja Schwerdtle (Karla Fritze) und Prof. Dr. Tilman Grune (FSU Jena)

Medieninformation 02-12-2014 / Nr. 217
Dr. Barbara Eckardt

Universität Potsdam
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Online gestellt: Edda Sattler