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Simone Prühl

arbeitet als Redenschreiberin

im Bundesministerium für Arbeit und Soziales


Was haben Sie studiert?

Dipl. Politikwissenschaften

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Mehr oder weniger durch Zufall. Ich habe nach dem Studium im Deutschen Bundestag als Referentin für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gearbeitet. Dort habe ich von Zeit zu Zeit auch Reden geschrieben - und gemerkt, dass ich Spaß am Formulieren habe. Später folgten zwei Jahre als Pressesprecherin bei einem Verband. Auch hier war das Redenschreiben nicht Hauptaufgabe, aber kam immer mal wieder vor. Erstmals offiziell als Redenschreiberin wurde ich 2017 im Außenministerium eingestellt.

Welche drei Sachen haben Sie auf der Arbeit zuletzt erledigt?

Die letzten beiden Reden drehten sich um Frauen in MINT-Berufen sowie Reformen im Bereich Rente. Hinzu kam ein längeres Vorwort für eine Publikation zur „Zukunft des Sozialstaates“.

Zu welchen Themen verfassen Sie Reden?

Zur ganzen Bandbreite von Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, aber auch immer mal wieder exotischen Anlässen (Karnevalsrede, Trauerfeier, Eröffnung einer Fotoausstellung).

Für wen schreiben Sie Reden?

Für den Minister.

Haben Sie eine bestimmte Vorgehensweise beim Redenschreiben?

Das hängt ab vom Thema und Termin. Es gibt bestimmte Standardthemen, die ohne große Rücksprache funktionieren. Bei neuen oder strittigen Themen besprechen meine Kollegen und ich Tonlage und Kernbotschaften vorher.

Was macht für Sie eine gute Rede aus?

Wenn ich Zuhörer nach der Rede frage, was für sie die zentrale Botschaft war, nennen sie das, was beim Schreiben als zentrale Botschaft gedacht war. Eine gute Rede ist deshalb kurz, pointiert und so eindeutig, dass das Publikum versteht, worum es geht.

Welche Rede hätten Sie selbst gern geschrieben?

Die Rücktrittserklärung von Donald Trump.

Halten Sie selbst gern Reden?

Es gibt selten die Notwendigkeit, bei Bedarf tue ich es aber ohne Angst.

Was fordert Sie an Ihrem Beruf heraus?

Die Vielfalt der Themen. Die Herausforderung, sehr technische Themen wie Arbeitsrecht oder Rentenreformen einfach und trotzdem korrekt zu erklären und in einen spannenden oder unterhaltsamen Rahmen einzubetten. Und man muss sich auf die Persönlichkeit des Redners einlassen, damit der Text zur Person passt.

Ihre Tipps für Berufseinsteiger*innen?

Viel lesen, um inhaltliche und sprachliche Anregungen zu kriegen.
Der Person, für die man schreibt, beim Reden zuhören, um ein Gefühl für Stil und Eigenheiten zu kriegen.
Keinen falschen Autorenstolz haben. Nur selten wird eine Rede wirklich 100-% so verwendet, wie sie geschrieben wurde.