David Michel

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Veranstaltungsmanager

am Zentrum für Hochschulsport Potsdam

Foto: Thomas Roese

Was machen Sie beruflich?

Ich bin Veranstaltungsmanager am Zentrum für Hochschulsport Potsdam.

Was haben Sie studiert und wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Ich habe Sportmanagement im Bachelor und Sportwissenschaft-Leistungssport im Master an der Universität Potsdam studiert. Während und vor dem Studium bin ich bereits einigen Nebentätigkeiten im Baugewerbe, auf Messen, im Rundfunk, im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Nachwuchsleistungssport und der Veranstaltungsbranche nachgegangen. Dazu kamen vor allem Hauptbeschäftigungen an einem Fußballinternat, in einem StartUP oder auch an der Universität selbst. Ich denke, dass vor allem dieser Kontrast direkt aber auch indirekt dazu geführt hat, mich der Veranstaltungsbranche zu widmen. Direkt, weil mir vor allem die Tätigkeiten auf Veranstaltungen immer mehr gefallen haben und indirekt, weil ich gleichzeitig festgestellt habe, ein Allrounder zu sein. Ich habe mich einfach ausprobiert, um mich selber besser kennenzulernen.

Auf welche fachlichen bzw. sozialen Kompetenzen kommt es in Ihrem Beruf Ihrer Meinung nach besonders an?

Zu Beginn ist es hilfreich, ein Grundverständnis des Projektmanagements und erste Kenntnisse im Veranstaltungsmanagement mitzubringen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in meinem Beruf aber vor allem darauf ankommt, immer offen für Neues zu sein. Man sollte sich weder vor neuen Ideen noch vor dem Aufwand des Lernens verschließen. Es gibt in der Sportwissenschaft einen schönen Spruch: „Läufer werden gemacht, Sprinter werden geboren“. In der Veranstaltungsbranche zählt es ein Läufer zu sein und an jeder positiven wie negativen Erfahrung zu wachsen. Am Ende, sofern es ein Entwicklungsende überhaupt gibt, lebt man vor allem von seinem Netzwerk, den eigenen Erfahrungen und dem Willen immer neue Veranstaltungsprojekte zu realisieren.

In welchen Punkten bereitet ein sportwissenschaftliches Studium auf Ihren Beruf vor? Was lernt man erst in der Praxis?

Das Studium hat mir persönlich geholfen, Kontakte für den späteren Werdegang zu knüpfen und erste Instrumente der BWL oder des Projektmanagements kennen zu lernen. Gleichzeitig hat mich mein Masterstudium gelehrt, kritisch zu hinterfragen und faktenbasiert zu argumentieren. In der Praxis lernt man zum anderen das zielorientierte Arbeiten. Es wird einem ständig der Spiegel vorgehalten, man lernt vor allem Charaktere richtig einzuschätzen und diese entsprechend ihren Fähigkeiten einzusetzen.

Ist es für Ihren Beruf ratsam sich auf Sportarten zu spezialisieren bzw. sich für gewisse Sportarten zu begeistern?

Juristinnen und Juristen würden sagen: „Es kommt darauf an.“  Ein Eventmanager/in ist im Grunde ein Projektmanager/in. Exzellente Projektmanager kann man auf fast jedes Projekt setzen. Nichtsdestotrotz kann eine Spezialisierung helfen. To make a long Story short: Eine Spezialisierung/Begeisterung hilft. Versteifen sollte man sich aber nicht.

Welche drei Sachen haben Sie bei der Arbeit zuletzt erledigt?

Ich habe Arbeitsanweisungen für eine wissenschaftliche Hilfskraft verfasst, einen Dienstreiseantrag gestellt und eine Präsentation für meinen Arbeitsbereich vorbereitet.

Was für Sportevents organisieren Sie? Und wie viele Events organisieren im Jahr?

Das Portfolio reicht von einen Bouldercup mit 60 Personen über eine Jumping Party bis zu 160 Personen und ein Klitschnass Festival mit bis zu 550 Personen bis hin zu einem Campus Festival mit geschätzten 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Gleichzeitig darf ich am Universitätsball der Uni Potsdam mitwirken. In einem Jahr bin ich an bis zu 15 Events beteiligt.

Worauf kommt es bei einer Planung eines Sportevents an?

Ich denke nicht, dass ein Sportevent anders ist als beispielsweise ein Gesundheitskongress. Es unterscheiden sich lediglich Zielgruppe und Inhalte. Bei der Planung dreht es sich vor allem immer um die W-Fragen, die mit fortschreitender Zeit immer mehr im Detail beschrieben werden. Gleichzeitig muss dem Aufgabencontrolling eine Menge Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Arbeiten Sie eher im Team oder für sich allein?

Absolut im Team. Alleine hat noch keiner eine Großveranstaltung organisiert.

Haben Sie die Möglichkeit in Ihrem Beruf selbst sportlich aktiv zu sein?

So gern ich auf dem Klitschnass Festival auch Teilnehmer wäre, gelingt mir das nie. Ich habe immer andere Dinge während einer Veranstaltung zu tun. Allerdings finde ich dann außerhalb des Jobs auch einmal Zeit mich sportlich zu betätigen – sei es im Verein, im Fitnessstudio oder den Kursen des Hochschulsports.

Was fordert Sie an Ihrem Beruf heraus?

Dafür zu sorgen, dass alles im Fluss bleibt und sich jeder im Team seiner Aufgabe bewusst ist.

Ihre Tipps für Berufseinsteiger*innen:

Probiert euch aus. Lernt eure Stärken und Schwächen kennen. Seid bei Bewerbungsschreiben und –Gesprächen authentisch, ehrlich und ganz ihr selbst. Fragt euch bei jeder Stellenausschreibung, was euch im Beruf wichtig ist und ob euch das die werbende Stelle geben kann. Am Ende sollte der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin sich um euch bemühen – nicht andersherum.