Bodenschutz und Altlastensanierung

Durch Industrie, Landwirtschaft, Städtebau und Verkehr sind unsere Böden massiven Belastungen ausgesetzt. Verunreinigungen, Erosionen, Verdichtungen und Versiegelungen der Böden sind die Folgen einer deutlichen Beanspruchung der Umwelt durch den Menschen. Selbst an stillgelegten Industrie- und Gewerbestandorten arbeiten Altablagerungen, Abfälle und Schadstoffe weiter. Dabei stellen Böden die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen dar. Sie stehen in enger Wechselwirkung mit Luft und Wasser und ohne sie ist kein Leben außerhalb der Gewässer denkbar. Böden bedürfen daher eines besonders hohen Schutzes.

Böden verfügen zwar über natürliche Selbstregulierungsfunktionen, aber anhaltende Schädigungen und Belastungen durch den Menschen sind durch die natürlichen Prozesse nur schwer oder gar nicht mehr revidierbar. Seit den 1990er Jahren wachsen daher die politischen Bemühungen, Bodenschäden zu regulieren. Damit entwickelte sich auch ein Berufsfeld, das Fachkräfte braucht, die sich mit Böden und Altlasten auskennen. Diese werden in unterschiedlichen Gebieten eingesetzt, um Bodenproben zu entnehmen, Analysen durchzuführen, Schadstoffnachweise zu erfassen, Böden zu bewerten, Gutachten und Prognosen zu erstellen, Modelle zu entwickeln, Maßnahmen und Handlungsanweisungen zur fachgerechten Sanierung in Gang zu setzen und diese im Rahmen von Monitoringverfahren zu überwachen. Ziel ist es, dass von Altlasten akut und nachhaltig keine Gefahr mehr für Böden und damit für Umwelt und Gesundheit ausgeht.

Für den Bereich Bodenschutz und Altlastensanierung werden sowohl technische und ingenieurswissenschaftliche als auch natur- und umweltwissenschaftliche Fachkräfte gesucht. Je nach Stelle und Aufgabengebiet braucht es auf der einen Seite generalisiertes Wissen, wie das von Geowissenschaftler*innen und Geoökolog*innen, auf der anderen Seite aber auch spezielles Wissen von Biolog*innen und Chemiker*innen. Für den Bereich der Bodenschutz- und Landnutzungspolitik wiederum sind Expert*innen mit einem sozial- oder geisteswissenschaftlichen Abschluss gefragt. Da im Bereich Bodenschutz und Altlastensanierung meist viele verschiedene Akteur*innen aufeinandertreffen (Behörden, Gutachter*innen, Industrievertreter*innen etc.) sind Kompetenzen in Rechtsfragen (z. B. Wasser- und Abfallrecht), in der Projektentwicklung, im Projektmanagement, aber auch Kommunikationsfähigkeiten, eine gute Auffassungsgabe und Einfühlungsvermögen weitere wichtige Schlüsselkompetenzen.

Der Einstieg in den Bereich Bodenschutz und Altlastensanierung kennt keine vorgezeichneten Wege. Die Berufsmöglichkeiten sind dafür vielfältig und beinhalten häufig Querschnittstellen. Praktika, berufliche Netzwerke und Spezialisierungen im Studium (z. B. durch Studien- und Abschlussarbeiten) helfen beim Berufseinstieg. Wer in diesem Berufsfeld Fuß fassen möchte, sollte die Bereitschaft zum Weiterbilden mitbringen, da neuste Forschungserkenntnisse und technologischer Fortschritt hier eine hohe Relevanz haben. Zudem besteht die Möglichkeit sich durch weitere Qualifikationen als Spezialist*in auszuweisen. Gängige Weiterbildungen sind beispielsweise die zum/zur Sachverständigen oder zum/zur zertifizierten Probenentnehmer*in.
Klassische Arbeitgeber*innen sind Gutachter*innenbüros, Consultingunternehmen, Umweltbehörden, Forschungs- und Umweltinstitute. Aber auch Industrieunternehmen verfügen häufig über Umweltabteilungen, in denen Fachkräfte für Böden und Altlasten eingestellt werden.

Klassische Tätigkeiten

mögliche Arbeitsorte