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Liane von Droste

Journalistin

sowie Inhaberin einer Textagentur und eines Buchverlages

Wo arbeiten Sie?

Ich bin seit 17 Jahren selbstständig und Inhaberin einer Textagentur und eines Buchverlages.

Was haben Sie studiert?

Vom Studium her bin ich Geisteswissenschaftlerin. Ich habe an der Universität Tübingen ein Staatsexamen in Anglistik und Germanistik abgelegt mit dem Schwerpunkt Linguistik. Danach schloss ich ein Volotariat bei einer Tageszeitung ab.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Das werde ich nie vergessen: Einer meiner Germanistikdozenten hat mich buchstäblich zwischen Tür und Angel eines Unigebäudes angesprochen und mich gefragt, ob ich mich für Journalismus interessiere. Er empfahl mir, Kontakt aufzunehmen mit der Lokalredaktion einer Tageszeitung an meinem Wohnort. Die würden freie Mitarbeiter*innen suchen und er könnte sich vorstellen, dass das etwas für mich wäre. Bis dahin wollte ich eher den Weg in Richtung Dolmetscherin oder Übersetzerin einschlagen. Ich habe meinen ersten Probetermin für die Zeitung gemacht, einen Artikel geschrieben und ich wusste: Ich hatte meinen Traumjob gefunden.

Welche drei Sachen haben Sie auf der Arbeit zuletzt erledigt?

  • Biografische Texte von Studierenden korrigiert für eine Seminarzeitung und für eine Ausstellung
  • eine 32-seitige Broschüre über die 100-jährige Geschichte eines 3000-Mitglieder-Vereins recherchiert geschrieben und produziert
  • mir in der knappen Freizeit Themen für meinen lokal(geschichtlich)en Blog www.steinlachgeschichten.de überlegt.

Über welche Themen berichten Sie?

Das Schöne am Journalistenberuf ist, dass es DIE Themen gar nicht gibt. Ich genieße die Vielfalt der Möglichkeiten und lasse mich leiten von meinen Interessen und Menschen, die mir begegnen. Dennoch haben sich natürlich über die Jahre Schwerpunkte herausgebildet. So bin ich Spezialistin für historische Migration aus Deutschland in andere Länder und habe zwei Bücher und viele  Portraits und andere Artikel über Menschen verfasst, die Deutschland in den letzten 200 Jahren verlassen haben, zum Beispiel in Richtung Amerika oder Richtung Ost- und Südosteuropa.

Die faszinierendsten Auswanderergeschichten habe ich veröffentlicht in meinen Büchern „Lebenswege von Auswanderern. Aus dem Steinlachtal in die Welt“ (attempto, Tübingen, 2008)  und „Dazwischen der Ozean. Biografien, Erinnerungen und Briefe von Deutschen in Amerika nach 1848“ (edition steinlach, Glienicke, 2013). Ein weiterer Schwerpunkt meiner journalistischen Arbeit waren Portraits und Interviews mit Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen durch das Alter. Das Titelmädchen meines Buches „Neele ist da geblieben“ (edition steinlach, 2010) ist ein kleines Mädchen, das die Ärzte wegen einer offenen Schädeldecke schon im Bauch ihrer Mutter aufgegeben hatten und die doch ein fröhliches Kind wurde und ihre Eltern glücklich machte. Die älteste Interviewpartnerin für diese Portraitsammlung war eine alte Dame, die mit 102 Jahren in einer Tagespflege war und ansonsten den Alltag noch in ihrem eigenen Haus bewältigte. 

Sind Sie rasende Reporterin?

Ich bin sehr viel unterwegs, ja. Aber weniger in meiner Rolle als Journalistin, sondern vielmehr, weil ich inzwischen mit Begeisterung Lehraufträge an den Universitäten in Potsdam, Tübingen und Konstanz und zwei Wohnsitze am Stadtrand von Berlin und bei Tübingen in Baden-Württemberg habe. Es ist wunderbar, die Neugierde junger Leute auf den Beruf des/ der Journalist*in und das journalistische Schreiben beantworten zu können. Das meiste, das ich tue, hat mit Schreiben zu tun. Journalistisches Können und Wissen, wie Medien(leute) ticken, ist auch Teil meiner Kurse zur Einführung in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Und aus ziemlich vielen nervigen Redaktionskonferenzen früher als angestellte Redakteurin ist mein Konzept für Seminare zur Moderation entstanden: Wie lassen sich Besprechungen effizient führen?

Welche Medien nutzen Sie, um die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu veröffentlichen?

Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, meine Bücher, Broschüren und Firmenbiografien, das Internet (z. B. in meinem Blog).

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit?

Ich lebe davon ;) Und Freude macht mir das Schreiben auch.

Was fordert Sie an Ihrem Beruf heraus?

Dass es nie langweilig wird, empfinde ich als Geschenk. Dass es Menschen gibt, die glauben, gut schreiben könne doch jeder, dafür müsse man doch nicht auch noch was bezahlen - daran werde ich mich, glaube ich, nicht gewöhnen.

Ihre Tipps für Berufseinsteiger*innen?


Wichtig finde ich, die Studienzeit oder die Zeit unmittelbar davor oder danach zu nutzen, um so viel praktische Erfahrung wie möglich zu sammeln. Nur so kann ich herausfinden, ob mir der Beruf der/ des Journalist*in liegt, oder nicht. Das muss und sollten übrigens keineswegs nur schlecht oder gar unbezahlte Erfahrungen sein. Ich habe als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung angefangen, parallel zum Studium. Da wird man als ungelernte Kraft nicht reich, aber es ist eine tolle Gelegenheit zum Reinschnuppern in den Beruf. Ohne freie Mitarbeiter*innen kommen die Medien nicht aus: Gleich ob Print, Radio, Fernsehen oder Online.

Öffentlichkeitsarbeit

Liane von Droste ist neben Ihrer Tätigkeit als Journalistin auch noch im PR-Bereich tätig. Lesen Sie hier ihre Eindrücke aus diesem Feld