Behandlungsschwerpunkt Panikstörung

(Leitung: Prof. Dr. Florian Weck; Koordination: Dipl.-Psych. Jana Richartz)

Was versteht man unter Panikstörungen?

Viele Menschen erleben im Verlauf ihres Lebens Panikattacken (Angstanfall) - im Rahmen von Krisen, Angststörungen oder anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Besonderes Kennzeichen der Panikstörung sind wiederkehrende schwere Panikattacken ohne erkennbaren Auslöser. Innerhalb weniger Minuten kommt es zu einer extremen Angstreaktion, die durch körperliche Symptome wie z. B. Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindel, Zittern oder Atemnot begleitet wird. In diesem Ausnahmezustand befürchten Betroffene oftmals die Kontrolle zu verlieren, ohnmächtig zu werden oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich Personen mit Panikstörungen oft zunächst beim Hausarzt oder sogar in der Notaufnahme vorstellen.

Einige Patienten mit Panikstörung erleben auch situationsbezogene Angstzustände in öffentlichen Verkehrsmitteln, engen Räumen, Menschenansammlungen, auf weiten Plätzen, auf Reisen oder beim Alleinsein. Aus Angst vor weiteren Panikattacken werden entsprechende Situationen zunehmend vermieden oder nur noch in Begleitung aufgesucht. Dann liegt eine Agoraphobie mit Panikstörung vor.

In Deutschland leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung an einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie (Jacobi et al., 2014).

Behandlungsangebot

In unserer Ambulanz erfolgt die Behandlung mit kognitiv-verhaltenstherapeutischen Techniken. Konkret bieten wir Ihnen eine expositionsbasierte Therapie an. Diese Verfahren haben sich bei der Behandlung der Panikstörung mit und ohne Agoraphobie in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien als besonders wirksam erwiesen. Wir geben Betroffenen Informationen, wie ihre Erkrankungen entstehen, erarbeiten und üben gemeinsam Strategien zur aktiven Bewältigung der Angstzustände und unterstützen unsere Patienten beim Wieder-/Erlangen von Lebensqualität. Die Behandlung erfolgt durch approbierte Psychotherapeutinnen, die spezifische Kompetenzen in der Behandlung von Panikstörungen besitzen.

Aktuelles

Als Forschungsambulanz sind wir besonders daran interessiert Ihnen Therapien auf dem neusten Stand der Wissenschaft anbieten zu können. Hierzu ist Ihre Studienteilnahme gefragt. Unter Kooperation mit dem Lehrstuhl fur Emotions- und Biopsychologie der Universität Potsdam läuft aktuell ein spannendes Forschungsprojekt zum Einfluss verschiedener Entspannungstrainings auf erfahrungsbezogene Lernprozesse, insbesondere dem Erlernen von Abneigungen, und zu deren Einfluss auf die Reduktion von Stress und Angst (Projektleitung: Dr. Julia Wendt). Nach der diagnostischen Abklärung in den Sprechstunden und vor Aufnahme der ambulanten Therapie in der Ambulanz können im Rahmen der Studie geeignete Panik-Patienten ein vierwöchiges Training absolvieren.

Weitere Infos zur Studienteilnahme: [Link mit PDF 00_hrvbfb2_kurzinfo.pdf]