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Evolutionsbiologe Dr. Luis Valente erhält Postdoc-Preis 2015 des Landes Brandenburg

Dr. Luis Valente. Foto: Karla Fritze.

Dr. Luis Valente, derzeit als Humboldt-Stipendiat an der Universität Potsdam, erhält den Postdoc-Preis 2015 des Landes Brandenburg.  In einer viel beachteten Studie untersuchte er gemeinsam mit zwei Co-Autoren, wie sich die Artenvielfalt unter den Vögeln auf den Galapagosinseln über Millionen von Jahren hinweg entwickelt hat. Der Biologe und sein Team haben hierzu eine neue statistische Methode entwickelt, die auf Erbgutinformationen anwendbar ist. Die Forschungsarbeit von Luis Valente hat die Jury vor allem mit ihrem hochinnovativen Ansatz und einer exzellenten Methodik beeindruckt. Der Postdoc-Preis wird am 4. Dezember in Potsdam durch Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Wissenschaftsministerin Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst feierlich verliehen.

Entfernte Inseln gelten als exzellente natürliche Labore zur Erforschung der Evolution. Als relativ abgeschlossene Ökosysteme bilden sie wertvolle Modellsysteme, um Biodiversitätsprozesse genauer studieren zu können. Die in den 1960er Jahren vorherrschende Theorie zur Evolution auf Inseln sagt ein dynamisches Gleichgewicht zwischen der Immigration und dem Aussterben von Arten voraus.
„Doch diese These konnte bislang nie empirisch überprüft werden, da es keine geeigneten statistischen Instrumentarien gab, um die Entwicklung der Biodiversität über Jahrmillionen hinweg zu untersuchen“, sagt Dr. Luis Valente. Zusammen mit Prof. Rampal Etienne von der Universität von Groningen und Dr. Albert Phillimore von der Universität von Edinburgh hat Valente ein mathematisches Modell und ein darauf aufbauendes Computerprogramm namens DAISIE entwickelt, um die Biogeografie von Inseln rekonstruieren zu können. Mithilfe von DAISIE hat das Forscherteam nun die Entwicklung verschiedener Vogelarten auf dem Archipel analysiert.
Prof. Dr. Ralph Tiedemann von der Universität Potsdam, in dessen Gruppe Dr. Valente derzeit forscht, streicht die Bedeutung der Arbeiten für ein funktionelles Verständnis von Biodiversität heraus. „Dr. Valentes Ansatz baut auf den empirisch-beschreibenden Arbeiten anderer Autoren zur Artbildung auf und nutzt diese, um den Artbildungsprozess quantitativ zu verstehen. Dadurch werden Vorhersagen möglich, ob Artenzahlen (und damit die Biodiversität) auf einem Inselkomplex in Zukunft eher zu- oder abnehmen wird.“ Als Hochschullehrer freut Tiedemann darüber hinaus besonders, dass Dr. Valente wiederholt Bachelorstudierende der Universität Potsdam zur Mitwirkung an seiner innovativen Forschung eingeladen hat.
Der Evolutionsbiologe Dr. Luis Valente ist gebürtiger Portugiese und hat in London Biologie und Ökologie studiert. An seine evolutionsbiologische Promotion an der Universität Madrid schlossen sich Postdoc-Positionen am Imperial College London an. Derzeit ist Luis Valente als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam tätig.
Der Postdoc-Preis des Landes Brandenburg wird seit 2007 – bis zum vergangenen Jahr noch unter dem Titel „Nachwuchswissenschaftlerpreis“ – in den beiden Kategorien Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften an Postdoktorandinnen und Postdoktoranden für jeweils im Laufe des zurückliegenden Jahres an Wissenschaftseinrichtungen in Brandenburg entstandene hervorragende Forschungsarbeiten vergeben. Der Preis ist in beiden Kategorien mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die eine Hälfte des Preisgeldes steht den Gewinnern zur freien Verfügung, mit der anderen Hälfte werden wissenschaftliche Projekte der Preisträger gefördert.

Kontakt: Dr. Luis Valente, Alexander von Humboldt-Stipendiat am Institut für Biochemie und Biologie
Tel. 0331 977-5604
E-Mail: valenteuni-potsdamde
Internet: www.luis-valente.com
Studie: http://doi.wiley.com/10.1111/ele.12461
Foto: Dr. Luis Valente (Karla Fritze)

Medieninformation 13-11-2015 / Nr. 157
Matthias Zimmermann/ Antje Horn-Conrad

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Online gestellt: Edda Sattler
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