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Vom „Wesen der Bürgerrechte“ – internationale Tagung zur Idee der Staatsbürgerschaft

Bürger in Bewegung. „occupy Berlin“, 2011. Quelle: Wikimedia/Occupy Berlin unter CCA 2.0

Bürger in Bewegung. „occupy Berlin“, 2011. Quelle: Wikimedia/Occupy Berlin unter CCA 2.0.

Welche Bürgerrechte haben Menschen an den Rändern der Gesellschaft? Wie wirkt sich der Feldzug des Neoliberalismus auf die sozialen Bürgerrechte und den Wohlfahrtsstaat aus? Hat das Konzept der Staatsbürgerschaft angesichts globaler Veränderungen und Krisen überhaupt eine Zukunft und wie könnte diese aussehen? Fragen wie diese diskutieren Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler aus europäischen, nord- und südamerikanischen Ländern auf der internationalen Tagung „The Changing Nature of Citizenship“ vom 4. bis 6. Juni an der Universität Potsdam. Dabei wird die sich wandelnde Natur der Staatsbürgerschaft vor dem Hintergrund verschiedener weltweit zu beobachtender Prozesse – wie Migration, Religion, Armut, Überwachungsstaat, soziale Bewegungen und Unruhen – betrachtet.

Das nach dem Zweiten Weltkrieg in westlichen Gesellschaften etablierte Modell der Staatsbürgerschaft beruhte auf den Prinzipien von Vollbeschäftigung, staatlichen Investitionen in ökonomisches Wachstum und sozialer Stabilität. „Dem setzte der nach der Öl- und den Finanzkrisen der 1970er und 1980er Jahre aufkommende Neoliberalismus die Überzeugung entgegen, dass der Staat sich als Akteur aus dem Wirtschaftsleben herauszuhalten habe, Güter und Dienstleistungen umfassend privatisiert und die Verantwortung für Risiken zunehmend auf Bürger und Bürgerinnen zurückverlagert werden sollten“, erklärt Jürgen Mackert, Professor für Allgemeine Soziologie an der Universität Potsdam und Organisator der Tagung. „Folgen waren wachsende soziale Ungleichheiten, steigende Armut, asymmetrische Verteilung von Wohlstand, mit Exklusion und Kämpfen um das Recht, Rechte zu haben.“ Durch die Anschläge vom 11. September 2001 und die folgenden terroristischen Attacken auf europäische Metropolen sei das damit verbundene neue Verständnis von ‚Staatlichkeit‘ weiter verändert und dieser Prozess zugleich beschleunigt worden. Nicht mehr Freiheit, Wohlfahrt und Gesundheit der Bürger stünden seither im Mittelpunkt staatlicher Politik, sondern Sicherheit und Überwachung. Diese Entwicklungen seien durch die seit 2008 andauernde ökonomische Krise weiter vorangetrieben worden. „Gesellschaften, insbesondere an der europäischen Peripherie wie jene in Griechenland, Portugal oder Zypern, werden für die vom Bankensektor verschuldete globale Finanzkrise in Haftung genommen und gezwungen, Maßnahmen zu akzeptieren, die die Notlage ihrer Bürger und Bürgerinnen weiter verschärfen“, verdeutlicht Jürgen Mackert die veränderte Situation.
Vor dem Hintergrund, dass Bürger- und Menschenrechte weltweit unter Druck geraten, diskutieren die Teilnehmer der Tagung viele jener Prozesse, die das „Wesen der Bürgerrechte“ und der Institution der Staatsbürgerschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts unvermeidlich verändern werden und bereits verändert haben. Austragungsort der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützten Konferenz ist die Wissenschaftsetage im Bildungsforum Potsdam.

Zeit: 04.–06.06.2015; 04.06.: 9.30–18.00 Uhr; 05.06.: 9.30–20.00 Uhr; 06.06.: 9.30–14.00 Uhr
Ort: Wissenschaftsetage im Bildungsforum, Am Kanal 47, 14467 Potsdam
Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Mackert, Professur für Allgemeine Soziologie
Tel.: 0331 977-3383, -3390 (Sekretariat)
E-Mail: schaeferuni-potsdamde

Medieninformation 28-05-2015 / Nr. 069
Matthias Zimmermann

Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel.: +49 331 977-1869
Fax: +49 331 977-1130
E-Mail: presseuni-potsdamde
Internet: www.uni-potsdam.de/presse

Online gestellt: Edda Sattler
Kontakt zur Onlineredaktion: onlineredaktionuni-potsdamde