uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Unterwegs im Iran – 22./23. September, Zwischen Qom und Isfahan: Übernachtung in der Wüste

Sonnenaufgang in der Wüste, Foto: N. Riemer

Sonnenaufgang in der Wüste, Foto: N. Riemer

Nachdem der Busfahrer seinen Bummelstreik beendet hat, fahren wir gegen Mittag in Richtung Süden. Es ist geplant, dass wir zusammen mit unseren Gastgebern der Universität Qom sowohl eine Übernachtung in der Nähe der Maranjab-Wüste als auch die folgenden Tage in Isfahan verbringen. Dies erweist sich als eine wunderbare Gelegenheit, die „Anderen“ etwas besser kennenzulernen und die Kontakte zu festigen. Unsere Fahrt verläuft zum Teil durch die etwa 170 Kilometer süd-östlich von Qom gelegene Maranjab-Wüste, einer Mischung aus Sanddünen und Steppe, deren nichtasphaltierten Wege uns zu stundenlagen, schaukelnden Schritttempo zwingen. Endlich angekommen, stapfen wir eine gefühlte Ewigkeit über eine flache Ebene, die von unzähligen, durch salzige Umrandungen abgegrenzten Waben überzogenen ist. Jeder Schritt verursacht ein seltsames Knirschen und mancher mag sich wie der „Reiter vom Bodensee“ gefühlt haben. Unser Nachtlager schlagen wir auf einer Erhebung auf, die mit mehreren Felsformationen etwa 40 Meter hoch aufragt. Am Lagerfeuer erklärt uns ein Iraner die verschieden Himmelskörper und wir können einen Blick durch sein riesiges Teleskop werfen.

Einige von uns haben beschlossen, am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang einen der Felsen zu besteigen. Dabei entdecken wir, dass wir uns auf einer Insel (Sargardan-Insel) mitten in einem riesigen ausgetrockneten Salzsee befinden. In den Frühlingsmonaten erhält der 1.800 Quadratkilometer große Namak-See sein Wasser aus mehreren Bergflüssen, sodass seine Wassertiefe lediglich zwischen 10 bis 100 Zentimeter beträgt und im Laufe des Jahres noch abnimmt. Auf dem Rückweg durch die Maranjab-Wüste besteigen wir eine hohe Düne und besichtigen die von Schah Abbas I. errichtete Karawanserei – den letzten Höhepunkt vor der 270 Kilometer langen Weiterfahrt nach Isfahan.

Zum vorherigen Tagebucheintrag
Zum nächsten Tagebucheintrag
Alle Einträge in einer Übersicht


Text: Prof. Dr. Nathanael Riemer
Online gestellt: Agnes Bressa
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde