„Wir wollen verstehen, was Menschen unterschiedlicher Generationen über den Einsatz von Robotik und Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsversorgung denken. Dabei ist es uns wichtig, auch die ländliche Bevölkerung Brandenburgs einzubeziehen und sie über die Digitalisierung im Gesundheitssystem aufzuklären“, sagt der Medizinethiker Prof. Dr. Robert Ranisch, der das Projekt leitet. Mit seinem Team wird er mit Pop-Up-Stationen auf Marktplätzen in acht Regionen des Landes Halt machen, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Im Gepäck immer dabei: robotische Systeme, die schon heute im Gesundheitswesen zum Einsatz kommen. Sie dürfen vor Ort angefasst, kennengelernt und getestet werden. „Wir arbeiten hier eng mit den Präsenzstellen der brandenburgischen Hochschulen zusammen. Das erlaubt uns, im ganzen Land unterwegs zu sein, von der Prignitz über Velten bis nach Spremberg“, berichtet Ranisch, der sich schon jetzt darauf freut, die spontanen Eindrücke und Reflexionen der Bürgerinnen und Bürger zu erfahren.
Als Impressionen werden diese Begegnungen auf verschiedenen Wegen festgehalten, um authentische Impulse für die weitere Projektarbeit zu geben. So ist im Herbst ein generationenübergreifender Theaterworkshop geplant, in dem Jugendliche gemeinsam mit Seniorinnen und Senioren und realen Robotern szenische Miniaturen entwickeln, die die Chancen und Konflikte einer digital gestützten Gesundheitsversorgung aufgreifen. Hierfür kooperiert das Potsdamer Forschungsteam mit Fachleuten aus der Theaterpädagogik und der Ferienuni Oberhavel (FUNI). Was dabei entsteht, wird in der Orangerie Oranienburg öffentlich präsentiert, umrahmt von einem wissenschaftlichen Programm, das zu Diskussionen und zum Gedankenaustausch anregen soll.
Das für die Theateraufführung extra produzierte Bühnenbild wird anschließend zur Kulisse des „Zukunftsraums Gesundheit“, den Ranischs Team im Potsdam Science Park einrichten und im Herbst 2026 eröffnen wird. Hier sollen die Roboter und Szenarien aus dem Projekt dauerhaft installiert und durch didaktische Materialien und Dokumentationen ergänzt werden. „Der Raum steht Bürgerinnen und Bürgern, Schulklassen, Seniorengruppen und Fachkräften kostenfrei als Ort des Lernens und Austauschs zur Verfügung“, kündigt der Wissenschaftler an. „So entsteht ein niedrigschwelliger, kreativer und nachhaltiger Zugang zu einem der zentralen Themen der Medizin der Zukunft.“
Ein Projekt der Professur für Medizinische Ethik an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk aus Lokalpartnern und Forschungseinrichtungen. Weiteres: www.mensch-du-maschine.de
Wissenschaftlicher Kontakt: Prof. Dr. Robert Ranisch, Medizinethik mit dem Schwerpunkt auf Digitalisierung
Telefon: 0331 977-213841
E-Mail: ranisch@uni-potsdam.de
Internet: https://www.fgw-brandenburg.de/mitglieder/professuren/medizinische-ethik/
Pressekontakt: Antje Horn-Conrad
Universität Potsdam/Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0331/977-1474
E-Mail: presseuuni-potsdampde
Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg wurde 2018 als gemeinsame Fakultät der Universität Potsdam, der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gegründet, um neuartige medizinische, pflegerische und medizintechnische Versorgungsangebote sowie innovative Studiengänge zu entwickeln. In Kooperation mit weiteren Hochschulen und Forschungseinrichtungen trägt die Fakultät zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im Flächenland Brandenburg bei. www.fgw-brandenburg.de
Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft
Gesundheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. Im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft steht die Frage im Fokus, wie Forschende mit ihren Ideen und Lösungen schon heute die Medizin von morgen formen. Wie lassen sich in Zukunft Krankheiten diagnostizieren? Welche Ideen gibt es für die medizinische Versorgung? Wird KI die Medikamentenentwicklung revolutionieren? Wie können innovative Technologien Pflege unterstützen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Wie lassen sich Präventionsstrategien verbessern, sodass wir seltener und weniger schwer erkranken? Ein besonderer Fokus im Wissenschaftsjahr liegt auf geschlechtersensibler Forschung, denn bis heute fehlt für viele Krankheiten die Datengrundlage für eine geschlechtsspezifische Behandlung und Versorgung. Dies gilt ganz besonders für Erkrankungen und Gesundheitsthemen, die gerade Frauen betreffen, darunter Endometriose oder Wechseljahre.
Das Wissenschaftsjahr ist die größte bundesweite Plattform für disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen, an der sich pro Jahr 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen mit bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Dazu gehören ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, Formate wie SchulKinoWochen, MINTmachtage und die MS Wissenschaft, ein Ausstellungsschiff, das von Mai bis September bis zu 30 Städte in Deutschland anfährt. Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 ausgerufen und sind eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).
Das ganze Jahr über lädt das Wissenschaftsjahr mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dazu ein, Einblicke in die aktuelle Medizinforschung zu gewinnen und in den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik und Gesellschaft zu kommen. Auch Social Media- Formate, monatliche Challenges und prominente Botschafterinnen und Botschafter werden das Wissenschaftsjahr 2026 intensiv begleiten.
Gefördert durch: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt