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Informationszugang für Blinde und Sehbehinderte

GRANT - GRafische ANwendungen auf Taktilen Displays

Abb. 1: Zweidimensionales taktiles touchsensitives Brailledisplay (BrailleDis)

Projekthintergrund

Blinde erfassen Informationen am Computer mit einem Screenreader auditiv und/oder taktil über Braillezeilen. Insbesondere Bilder, Webseiten und Anwendungen mit multimodalen Inhalten lassen sich durch einen derartigen Zugang nur schwer erfassen. Um den Zugang zu diesen Informationen zu erleichtern wurde im HyperBraille-Projekt (Link: http://hyperbraille.de/) ein zweidimensionales taktiles touchsensitives Brailledisplay (BrailleDis) entwickelt (Abb. 1). Um Anwendungen für dieses Gerät verfügbar bzw. nutzbar zu machen bedarf es einer zeit- und kostenintensiven Anpassung der Anwendung und ihrer Ausgabe.

Abb. 1: Zweidimensionales taktiles touchsensitives Brailledisplay (BrailleDis)

Förderung

GRANT ist ein Kooperationsprojekt, welches im Rahmen des Förderprogramms Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vom BMWi (Förderkennzeichen KF3155602SS4) gefördert wird. Die Universität Potsdam arbeitet mit der Metec AG (Link: http://web.metec-ag.de/) in diesem Projekt zusammen.

Projektziel

Das Ziel des Kooperationsprojekts ist die Konzeption und Entwicklung eines Frameworks und der entsprechenden Werkzeuge zur unkomplizierten Nutzbarmachung von Anwendungen auf interaktiven taktilen Brailledisplays für sehbehinderte und blinde Anwender. Die Benutzung dieses Software Development Kit (SDK) soll sehr einfach sein, auf existierenden Technologien der Betriebssystemumgebung basieren und Schnittstellen von anderen Anwendungen zum Auslesen der Bildschirminhalte nutzen können.

Die Universität Potsdam fokussiert sich auf die Entwicklung von Bibliotheken und Werkzeugen für das Framework.

Die Metec AG entwickelt Treiber und einen universellen Simulator für beliebige Brailledisplays.

Abb. 2: Es werden die Akteure des Grant-Frameworks (Softwareentwickler, Assistent und Blinder Anwender) gezeigt. Dabei wird deutlich, dass der Softwareentwickler für den Quellcode des Frameworks zuständig ist. Der Assistent erstellt mittels des Frameworks eine angepasste taktile Ausgabe einer Anwendung. Der Blinde kann diese taktile Anwendung anschließend über ein Brailledisplay nutzen.

Das GRANT - Framework

Mittels des GRANT-Frameworks soll es einem Assistenten des sehbehinderten/blinden Anwenders möglich sein in Kooperation mit ihm einen Screenreader für beliebig ausgewählte Anwendungen für eine zweidimensionalen taktilen Ausgabe zu erstellen (vgl. Abb. 2). Das entwickelte Framework (Abb. 3) unterstützt den Assistenten bei diesem Prozess, in dem u.a. folgende Funktionen bereitgestellt werden:

  • Bibliotheken zur Filterung der Daten der Anwendung (z.B. UI Automation)
  • Anzeigen der gefilterten Daten in einer Baumstruktur und die Zuordnung zum "originalen grafischen Element in der Anwendung"
  • Auswahl und Anordnung der taktilen GUI-Elemente auf der Stiftplatte
  • Event-Verknüpfung: Zuweisung der gewünschten Interaktion in der Anwendung bei Auslösen eines Ereignisses mittels der Stiftplatte

Beliebige taktile Ausgabegeräte (Braillezeile oder Brailledisplay) können in dem Framework für die nutzerspezifische Anpassung der Anwendung ausgewählt werden.

Der jeweils erstellte Screenreader kann durch die blinden Nutzer weitergegeben und an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Abb. 3: Es ist die grafische Benutzeroberfläche des Grant-Frameworks dargestellt (Stand 15.05.2017).

Publikationen

2017

Zinke F., Mazandarani E., Karlapp M., Lucke U., "A Generic Framework for Creating Customized Tactile User Interfaces.", erscheint in: HCI International 2017. Springer, 2017

Karlapp M., Mazandarani E., Lucke U., Zinke F., "Personalisierte Screenreader - Einfach, schnell und ohne Programmierkenntnisse", ersccheint in: Informatik Spektrum. Springer, 2017

Bild von Marlene

Marlene Karlapp, M.Sc.

 

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Elnaz Mazandarani, M.Sc.

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Nach Vereinbarung

Photo von Francis Zinke

Dipl.-Inf. Francis Zinke

 

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