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Das theoretische Modell

Das theoretische Modell, das der LifE-Studie zugrunde liegt, lässt sich als Ressourcenmodell der Lebensbewältigung bezeichnen. Es stellt den Versuch dar, die Dynamik von sich wandelnden Umweltbedingungen und Ressourcenlagen mit einer handlungstheoretischen Untersuchung von biografischen Entwicklungsprozessen zu verbinden.
Im Rahmen dieses Modells wird davon ausgegangen, dass die produktive Lebensbewältigung das Ergebnis von vielschichtigen Entscheidungsprozessen ist, bei welchen Jugendliche und Erwachsene vor dem Hintergrund der historisch und gesellschaftlich gegebenen Opportunitäten sowie ihrer jeweils spezifischen personalen und sozialen Ressourcen ihre Lebensmöglichkeiten aktiv auszunutzen und fortlaufend zu optimieren versuchen. Die individuellen Handlungen und Entscheidungen wirken dabei immer wieder auf die Akteure zurück. Sie beeinflussen deren psychosoziale Entwicklungen und strukturieren ihren weiteren Lebensverlauf vor. Es entsteht auf diese Weise Kontinuität, aber auch Diskontinuität in der psychischen Funktionsweise, im Vertrauen auf die eigenen Kräfte und das soziale Umfeld sowie in der Bereitschaft zur Investition berufliche und soziale Aufgaben.
Die Auseinandersetzung der handelnden Person mit ihrer Umwelt und mit den in jeder Lebensphase zu bewältigenden Anforderungen findet gemäß diesem Modell seinen Ausdruck sowohl in der Veränderung oder Stabilisierung von Persönlichkeitsmerkmalen als auch in der Ereignisgeschichte bzw. Lebensverlaufsgeschichte mit seinen charakteristischen Übergängen.
Das Forschungsfeld, das sich mit dieser Modellvorstellung auftut, ist nur interdisziplinär zu bewältigen. Neben einer detaillierten soziologischen Analyse von Kontextmerkmalen und sozialen Zuweisungsprozessen erfordert es auch einen von der Persönlichkeitsdynamik und vom Sozialisationsgedanken inspirierten entwicklungspsychologischen und pädagogischen Zugang. Die LifE-Studie versucht dieser anspruchsvollen Aufgabe durch die Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern aus der Pädagogik, der Psychologie und der Soziologie gerecht zu werden.  

 

Ressourcen der Lebensbewältigung:

Historische und gesellschaftliche Opportunitäten

Der familiäre Kontext als Ressource

Peers und Freunde als Beziehungskontexte und Ressource

Selektions- und Sozialisationseinflüsse durch „Kontextwahlen“

Personale Ressourcen der Lebensbewältigung