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Design der Studie

Die LifE-Studie bildet die Fortsetzung der Konstanzer Jugendstudie. An der Jugenduntersuchung nahmen jährlich – von 1979 bis 1983 – etwa 2.000 Kinder und Jugendliche aus der Großstadt Frankfurt und aus zwei ländlichen Regionen im Bundesland Hessen teil. So konnte unter anderem das Aufwachsen in einer Metropole und in einem für Deutschland typischen ländlichen Gebiet verglichen werden.

Die Befragung wurde nach zwanzig Jahren im Jahr 2002 wieder aufgenommen. Die zweite Nachfolgeuntersuchung fand zehn Jahre später im Jahr 2012 statt.

Die aus dem Jugendlängsschnitt vorliegenden Daten umfassen ein detailliertes Indikatorensystem zu den Sozialisationsbedingungen und Erziehungserfahrungen im damaligen schulischen Umfeld, im Elternhaus und in der Peergruppe. Darüber hinaus liegen ausführliche Informationen zum Leistungsverhalten, zur sozialen Einbettung, zu Lebensstilen sowie zu intra- und interpersonalen Kompetenzen und Motivationen der Jugendlichen vor (Fend/Prester 1986, Fend/Specht 1986, Fend 1990). Neben der Hauptuntersuchung der Jugendlichen gab es auch zwei große Elternuntersuchungen, drei Erhebungen bei Lehrkräften, zwei Methodenstudien und mehrere qualitative Untersuchungen.

Abbildung: Design der Studie 

aus Lauterbach/Fend/Gläßer 2016:16

Im Jahr 2002 wurden die mittlerweile 35-jährigen ehemaligen Jugendlichen erneut befragt. 1.657 Personen nahmen nach der langen Unterbrechung von fast 20 Jahren an der Fortsetzungsstudie im Erwachsenenalter teil. Als Indikatoren für die Lebensbewältigung im frühen Erwachsenenalter wurden verschiedene Merkmale im sozialen, beruflichen und kulturellen Bereich sowie im Bereich der psychischen und physischen Gesundheit erfasst. Einen bedeutenden Bestandteil bildete zudem die Erhebung von Ereignissen und Sequenzen des beruflichen Werdegangs, der Partnerwahl und der Familiengründung.

Mit der erneuten Erhebung im Jahr 2012 sollten diese Indikatoren bis ins fortgeschrittene Erwachsenenalter erneut erhoben werden. Außerdem sollte diesmal nicht nur die Hauptstichprobe erreicht, sondern auch ihre Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren befragt werden. Somit ist die LifE-Studie eine Drei-Generationen-Studie, welche geeignet ist, intergenerationale Transmissionsprozesse abzubilden, die Jugendzeit zweier aufeinanderfolgender Generationen zu vergleichen und das Verhältnis zwischen den Generationen zu untersuchen.

Die LifE-Studie ist gegenwärtig eine der längsten Entwicklungsstudien im deutschsprachigen Raum und eines der wenigen Forschungsprojekte, welches Übergangsprozesse vom Jugend- ins Erwachsenenalter auf der Grundlage einer großen Stichprobe zu untersuchen vermag.

Ähnliche Forschungsvorhaben sind zum Beispiel mit der BIJU-Studie am Max-Planck-Institut in Berlin (Roeder/Schnabel 1995), der Kohortenstudie von Hillmert und Mayer (2004), im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogrammes PAIRFAM (Walper 2005), der COCON-Studie des Jacobs-Centers in Zürich (Buchmann/Kriesi 2008) oder im Umkreis von Silbereisen (2008) in Jena durchgeführt worden.