uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Exkursion nach Mainz vom 23. bis 25. September 2019

1. Tag

Nach einer individuellen Anreise trafen wir uns am Nachmittag vor dem Museum für Antike Schifffahrt. Dort waren wir mit einem ehemaligen Geschichtsprofessor der Universität in Mainz verabredet, der uns durch die Stadt führte. Im Rahmen dieser Führung konnten wir einen Blick auf das zukünftige „Archäologische Zentrum“ von Mainz werfen, das neben dem Museum für Antike Schifffahrt entsteht und im kommenden Jahr fertiggestellt wird. Anschließend führte uns unser Weg zum römischen Theater, wo wir viele interessante Informationen über die Ausgrabungen und Funde erhielten und einiges über mögliche Probleme bei solchen Ausgrabungen erfuhren. Vom römischen Theater ging es weiter zum Drususkenotaph. Dieses wird zur Zeit restauriert, weshalb wir davon leider nicht allzu viel sehen konnten.

Anschließend ließen wir den Tag gemeinsam in einer Weinstube gemütlich ausklingen.

Tag 2

Am zweiten Tag stand der Besuch des Römerkastells Saalburg an. Wir trafen uns morgens am Hauptbahnhof und fuhren gemeinsam mit dem Zug nach Bad Homburg. Das Römerkastell Saalburg ist ein ehemaliges römisches Militärlager, das viele wichtige Informationen über das Lagerleben römischer Soldaten liefert. Dort angekommen, nahmen wir zuerst an einer Führung „extra muros“ teil. Wir wurden humorvoll und fachkundig geleitet und lernten einiges über die Funktionsweise von Römerschanzen. Außerdem sahen wir einen Teil des ehemaligen Limes, bevor wir es direkt zur Führung „intra muros“ ging. Hier besichtigten wir die Wohngebäude der Soldaten und lernten die Umstände des Lagerlebens kennen. Des Weiteren sahen wir Feldzeichen, eine Therme mit Hypocaustum und einen rekonstruierten, antiken Ziegelofen. Der museumspädagogische Führer unterstützte seine Erzählungen durch anschauliche Beispiele und Anekdoten und erläuterte uns das damalige Leben vor Ort anhand mehrerer fiktiver Generationen einer Soldatenfamilie.

Am Ende der Führung stand ein gemeinsames Mittagessen in der Taberna des Kastells, in der original römische Küche angeboten wird und deren Küchenchef als bester ‚römischer‘ Koch Deutschlands gilt. Es gab unter anderem einen Römerteller, Bohneneintopf mit Römerbrot und Lukanische Bratwürste.

Nach dieser kleinen Stärkung konnten wir das Kastell noch selbstständig erkunden. Interessant war für uns besonders die nachgebildete Schlafkammer, die sich acht Soldaten teilten, und der Nachbau einer Lagerküche. In der Sonderausstellung „Scheiß drauf“, in der die Geschichte des WCs im Laufe der Geschichte dargestellt wird, erfuhren wir auch einiges über die Toilettengewohnheiten der Römer. Am Ende sahen wir uns noch im Museumsshop um, wo wir viele interessante Bücher und Souvenirs entdeckten. Schließlich traten wir die Rückreise nach Mainz an, wo ein Teil der Gruppe noch zu den Mainzer „Römersteinen“ aufbrach.

Tag 3

Am letzten Tag standen noch zwei Führungen in Mainz auf dem Programm, zuerst eine durch das Museum für Antike Schifffahrt. Hier konnten wir nicht nur die originalen Mainzer Römerschiffe näher betrachten, sondern auch originalgetreue Nachbauten. Zudem wurden uns die Funktionen der unterschiedlich gebauten Schiffe erklärt. Leider war der VR-Bereich zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht zugänglich, weswegen wir diesen Teil der Ausstellung nicht ausprobieren konnten. Hier hätte man ein gesunkenes Schiffswrack unter Wasser besichtigen können. Das Museum verfügt auch über zahlreiche andere Angebote, in denen Wissen auf spielerische Weise vermittelt wird. Zum Beispiel können Kinder dort verschiedene Arten von Seemannsknoten ausprobieren und Seeschlachten mit Playmobil-Figuren nachstellen. Nach der Führung hatten wir noch Zeit, uns die Ausstellung selbstständig anzusehen, bevor wir zum Isis-Heiligtum aufbrachen, um dort unsere letzte Führung wahrzunehmen.

Das Isis- und Mater Magna-Heiligtum befindet sich im Zentrum von Mainz unter dem Einkaufszentrum „Römerpassagen“. Durch einen künstlichen Sternenhimmel wird die Illusion erzeugt, dass sich die Ruinen unter freiem Himmel befänden. Dieses Heiligtum diente der Verehrung der Göttinnen Isis und Mater Magna und war wahrscheinlich für die in Mainz stationierten Soldaten errichtet worden. Hier begegneten uns Grabbeigaben, Opferrituale und Fluchtafeln, und wir gewannen viele interessante Eindrücke von der damaligen Glaubenswelt.