Der Deutsche Juristentag ist eine traditionsreiche juristische Fachveranstaltung, bei der sich Juristinnen und Juristen aus Wissenschaft und Praxis zusammenfinden, um über aktuelle rechtspolitische und rechtliche Fragen zu diskutieren. In verschiedenen Abteilungen werden ausgewählte Themen über mehrere Tage intensiv beraten. Am Ende stehen Beschlüsse, mit denen der djt Empfehlungen an Gesetzgebung und Fachöffentlichkeit formuliert.
Für die Studierenden stand seit langem erstmals wieder die Abteilung „Juristische Ausbildung“ im Mittelpunkt. Dort konnten wir die fachliche Debatte über die Zukunft des Jurastudiums und des juristischen Vorbereitungsdienstes verfolgen. Es waren auch andere Studierende, z.B. aus Hannover und Passau, Referendarinnen und Referendare sowie Mitarbeitende der Landesjustizprüfungsämter vor Ort. So kamen sehr unterschiedliche Perspektiven auf die juristische Ausbildung zusammen.
Diskutiert wurde unter anderem darüber, wie die juristische Ausbildung zeitgemäß weiterentwickelt werden kann. Die Diskussionsgrundlage bildete das Gutachten von Prof. Dr. Julian Krüper aus Bochum. Der Schwerpunkt lag auf der Frage, wie objektiv und chancengerecht das staatliche Examen tatsächlich ausgestaltet ist. Thematisiert wurden dabei unterschiedliche Ausgangsbedingungen im Jurastudium und bei der Examensvorbereitung sowie die psychischen Belastungen, die insbesondere mit dem hohen Examensdruck einhergehen können. Gleichzeitig wurde darüber diskutiert, welche Inhalte künftig zum Pflichtstoff des Jurastudiums gehören sollten. Einer möglichen Erweiterung stand die Überlegung gegenüber, die Stoffmenge für das Staatsexamen insgesamt zu reduzieren oder inhaltlich neu zu gewichten. Auch die stärkere Berücksichtigung bereits während des Studiums erbrachter Leistungen im Rahmen der Abschlussprüfung wurde als möglicher Reformansatz diskutiert. Zentral ging es um die Frage, wie die juristische Ausbildung und das Prüfungswesen so gestaltet werden können, dass zukunftsfähige Juristinnen und Juristen zum Schutz des Rechtsstaates ausgebildet werden.
Die Abstimmung ergab eine große Mehrheit für Reformen. Jetzt braucht es „nur“ noch die Umsetzung der Beschlüsse.