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Anlage des Jüdischen Friedhofs in Fürstenwalde/Spree

Foto: Andreas Kremer
Grundmauern der achteckigen Trauerhalle in Fürstenwalde/Spree

Der Jüdische Friedhof in Fürstenwalde befindet sich in der Frankfurter Straße / Grünstraße direkt neben der städtischen Feuerwache und gegenüber dem Park der Jahreszeiten. Er ist komplett ummauert und misst eine Fläche von 1797 m². Links neben dem Eingang an der Straßenseite befindet sich an der verputzten Mauer und hinter einem Strauch versteckt die 1988 eingeweihte Gedenktafel.

Auffällig ist die Anordnung der auf dem Gelände befindlichen Bäume als Allee in Ost-West-Richtung und zwei an der Westseite der Friedhofsbegrenzung eng beieinander stehender Pfeiler, die auf einen weiteren Eingang zum Friedhof deuten. Überdies enden an dieser Stelle niedrige Mauersockel, die vormals  an der Mauer eingerichtete Erbbegräbnisse markieren.

Ebenso wie an der Westmauer sind bis auf das Erbbegräbnis der Familie Gottfeld sämtliche Erbbegräbnisse der Nordmauer zerstört, auch wenn sie in ihrer Grobstruktur noch erkennbar sind. Für die bis 1999 erhalten gebliebenen und an der Nordmauer lagernden Grabsteine und Fragmente konnten die ursprünglichen Standorte nicht mehr rekonstruiert werden. Darum wurden sie in ein schachbrettartig angelegtes, aus 7 mal 7 flachen quadratischen Fundamenten bestehendes Feld integriert, das sich links neben dem Eingang erstreckt. Je ein (restaurierter) Grabstein, ein Fragment oder ein nicht zuordnungsfähiges Objekt wurde pro Fundament aufgestellt oder nieder gelegt. – Selbst für den Laien wird auf diese Weise erkennbar, dass es sich bei diesem Ensemble um eine künstlerische Anlage handelt.

Rechts des Eingangs sind die Grundmauern der zerstörten, achteckigen Trauerhalle erkennbar. An deren östlicher Begrenzung verweist eine abweichende, rechteckige Struktur auf einen Sonderbereich, der möglicherweise der Aufstellung des Sarges bei einer Trauerfeier diente. Fragmentarisch erhalten gebliebene Fliesen geben darüber hinaus einen Hinweis auf die ursprüngliche Bodengestaltung der Halle. Der überlieferten Federzeichnung zufolge, die aus Anlass der Einweihung der Trauerhalle angefertigt wurde, befand sich ihr Eingang auf der Straßenseite.

Anke Geißler-Grünberg