Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Mein Interesse, sich für ein Auslandsemester zu bewerben, bestand schon länger und verstärkte sich umso mehr, als ich mich über die unterschiedlichen Länder und Partneruniversitäten auf der Internetseite der Universität Potsdam informierte. Ich nutzte außerdem die Gelegenheit, mich mit anderen Studierenden im Zuge des International Days auszutauschen und entschied mich letztendlich, mich für ein Auslandssemester in den USA zu bewerben. Nachdem ich den DAAD- Sprachtest an der Uni Potsdam erfolgreich absolviert hatte, musste ich mich um die weiteren Bewerbungsunterlagen kümmern, bestehend aus einem Gutachten von einem Dozenten, einer Leistungsübersicht meiner bisherigen Studienleistungen, einem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben auf Englisch, die allesamt online eingereicht werden mussten. Nach einiger Zeit bekam ich eine Rückmeldung vom International Office, das mich zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch einlud. Bei dem Gespräch, das zusammen mit noch zwei anderen Bewerbern und einem Komitee des International Offices durchgeführt wurde, ging es vor allem darum, noch einmal meine Schul- und Länderwahl genauer zu erläutern und zu begründen. 


Studienfach: B. Ed. Sport und Deutsch

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität:Ole Miss

Gastland: USA

Nachdem ich Mitte Dezember die Bestätigung meines Studienplatzes an der Ole Miss erhielt, lernte ich auch die anderen Studierenden der Uni Potsdam kennen, die an dieselbe Uni gehen würden. Sowohl das International Office der Universität Potsdam als auch der University of Mississippi waren jederzeit erreichbar und standen bei Fragen stets zur Verfügung. Nun ging es daran, sich um die Unterkunft, Krankenversicherung, Flüge und auch das Visum zu kümmern. Ich kann es nur empfehlen, sich wirklich frühzeitig um alles zu kümmern, da es viele Unterkünfte gibt, die keine Kurzzeitmieten anbieten und auch die Bestätigung der Krankenversicherung sehr lange auf sich hat warten lassen. Dennoch habe ich alles rechtzeitig an die Gasthochschule senden können und war froh, als ich endlich auch die Bestätigung meines Studienplatzes aus den USA erhielt. Um die Finanzierung meines bevorstehenden Studienaufenthalts besser bewältigen zu können, bewarb ich mich außerdem um das PROMOS-Stipendium des DAAD, für das ich ebenfalls eine Zusage bekam, nachdem ich die notwendigen Bewerbungsunterlagen inklusive eines Motivationsschreibens im Internetportal der Universität Potsdam eingereicht hatte. Mitte August ging es dann endlich los und in Memphis angekommen nutzte ich das Angebot des kostenlosen Shuttles der Ole Miss, mit dem ich zusammen mit vielen anderen internationalen Studierenden in unsere zukünftige Universitätsstadt Oxford gefahren wurde. Dort angekommen wurden wir von allen nett begrüßt und der erste Großeinkauf wurde noch gleich am ersten Abend bei Walmart gemacht, um auch alles Nötige für die ersten Tage zu haben. In der Orientation Week lernte ich viele andere Internationals kennen und war überrascht davon, wie viele Deutsche unter ihnen waren. In dieser Woche wurden uns viele Tipps zum Unialltag gegeben und auch die Kurswahl noch einmal mit einer fachspezifischen Koordinatorin besprochen und bestätigt.
In den ersten Tagen und Wochen viel es mir schwer, mich auf dem riesigen, aber wirklich wunderschönen Campus zurechtzufinden. Glücklicherweise gibt es eine App und viele hilfsbereite Menschen, die das Ganze erleichtern. Hervorzuheben ist vor allem das Wetter in Oxford, was wirklich sehr wechselhaft sein kann: Bis Mitte Oktober gab es fast keinen Regen und die Temperaturen sanken tagsüber selten unter 30 Grad, wohingegen im Dezember das Wetter von 20 Grad bis hin zu Minusgraden und Schnee schwankte, was das lokale Bussystem fast zum Einstürzen gebracht hätte.

Studium an der Gastuniversität

Bevor ich nach Amerika gegangen bin, habe ich oft gehört, dass das Studium im Vergleich zu dem in Deutschland sehr einfach sein soll: Dies kann ich nicht direkt bestätigen, auch wenn ich im Endeffekt in allen meinen Kursen gut oder sehr gut abgeschnitten habe. Der Aufbau ist sehr anders und der größte Unterschied ist der, dass man das gesamte Semester über ununterbrochen für seine Kurse lernen muss, da jede Woche Tests, Exams und Quizzes geschrieben werden, zusätzlich zu vielen Hausaufgaben. Vom Schwierigkeitsgrad her ist zwar alles sehr gut zu bewältigen und scheint gerade in den ersten Wochen auch manchmal „zu leicht“, aber der Lernaufwand über das gesamte Semester ist viel größer als in Deutschland, da das Studium viel verschulter ist. Mir hat es gut gefallen, dass es viele junge Dozenten gibt, die sich auch außerhalb des Unterrichts gerne mit einem unterhalten und immer für Fragen bereitstehen. Es gibt sehr viele schöne Lernorte und vor allem die neu eröffnete Student Union bietet nicht nur leckeres Essen, sondern auch unzählige Arbeits- und Sitzplätze, die alle Studierenden gerne nutzen.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Wie bereits beschrieben, gerät man schnell in Kontakt mit vielen anderen internationalen Studierenden, da man zu Beginn dieselben Veranstaltungen besucht und sich alle in einer ähnlichen Situation in einem fremden Land befinden. Mir fiel es abgesehen davon am einfachsten, Kontakte zu Einheimischen durch die Teilnahme an den zahlreich angebotenen Sportteams zu knüpfen - ich selbst habe im Club Tennis Team mitgespielt. Die vielen Organisationen machen in den ersten Wochen viel Werbung für sich und es ist lohnenswert, diese Angebote auch zu nutzen. Die Freundlichkeit der Südstaatler ist übrigens nicht nur im Hörensagen vorhanden! Sie war vor allem bei den Abenden am Square und den zahlreichen Sportveranstaltungen spürbar. Highlights waren definitiv die Footballspiele und das zugehörige Tailgaiting an den warmen Tagen in der Grove!
Einen Vorteil, der sich mir bat, als ich Zeit mit anderen internationalen Studierenden verbrachte, war, dass man zusammen einige Trips und Reisen unternehmen kann, um auch die nähere Umgebung rund um Mississippi und Oxford besser kennenzulernen - vor allem in den Thanksgiving Holidays!

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkompetenz hat sich im Laufe des Semesters verbessert, vor allem habe ich aber Fortschritte im Bereich des Lesens und Schreibens in englischer Sprache gemacht. Da ich dennoch viel in Kontakt mit anderen Deutschen stand und eine meiner Mitbewohnerinnen auch aus Deutschland kam, ist es auch vorgekommen, dass wir ab und zu auf unserer Muttersprache geredet haben. Hier kann ich wieder nur empfehlen, dass man sich in Situationen bringt, in denen man gezwungen ist, Englisch zu sprechen, um seine Sprachkompetenz noch mehr voranzubringen.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe mich sehr frühzeitig um eine Unterkunft gekümmert, da ich gerne Off-Campus wohnen wollte. Ich habe letztendlich einen Mietvertrag im „Hub“ abgeschlossen, in welchem einem vom Hot Tub über ein Fitnessstudio, Volleyball- und Basketballplatz bis hin zu eigenen Lernräumen viel geboten wird - was sich aber leider auch im Preis widerspiegelt.
Das Bussystem in Oxford ist für amerikanische Verhältnisse gut ausgebaut: Der Bus kommt alle 15-20 Minuten, aber an bestimmten Wochentagen auch gar nicht und abends / nachts ebenfalls nur in Ausnahmefällen. Hier lohnen sich „uber“ und „lyft“ oder nette amerikanische Mitbewohner, die einen gerne in ihrem Auto mitnehmen. Ich habe mir außerdem ein Fahrrad ausgeliehen, was ich aber nicht so oft benutzen konnte, wie ich es gerne getan hätte, da es kaum Fahrradwege gibt und jeder Fahrradfahrer hier mehr eine Sensation als der Regelfall ist. Ich muss sagen, dass ein Auto das Leben in Oxford schon um einiges erleichtert hätte, weil wirklich alles darauf ausgerichtet ist. Jedoch schafft man es natürlich auch, ein Semester ohne Auto auszukommen, aber längerfristig würde ich es nicht empfehlen.

Lebenshaltungskosten

Zu Beginn des Semesters war ein großer Kostenpunkt die Einrichtung meines Apartments im „Hub“, weil das Schlafzimmer außer einem Bett und einer Matratze nichts Weiteres beinhaltete und auch in der Küche kein Geschirr vorhanden war. Glücklicherweise konnte ich hier aber sparen, indem ich mir vieles mit meiner Mitbewohnerin teilte. Sehr hoch sind auch die Kosten für die Unterrichtsmaterialien und Bücher, die man gezwungen ist, sich zu holen, um überhaupt im Unterricht mitarbeiten zu können. Ich habe teilweise über 200$ pro Buch zahlen müssen.
Obwohl ich schon vorher in den USA verreist gewesen war, ist mir während meines Aufenthaltes noch einmal vor Augen geführt worden, wie absurd teuer vor allem gesunde Lebensmittel im Vergleich zu ungesunden sind. Generell ist meine Erfahrung, dass trotz der Währungsumrechnung die Lebenshaltungskosten in den USA teurer sind als in Deutschland.

Studienfach: B. Ed. Sport und Deutsch

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität:Ole Miss

Gastland: USA


Rückblick

Rückblickend kann ich sagen, dass ich ein wunderbares Auslandssemester an der Ole Miss verbracht habe und die Zeit dort niemals vergessen werde. Ich kann es nur jedem empfehlen, selbst eine solche Erfahrung zu machen und ich weiß jetzt schon, dass es definitiv nicht das letzte Mal war, dass ich nach Oxford gekommen bin!

Hotty Toddy!!

USA

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