uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich hatte bereits in meinem Bachelorstudium einen Auslandsaufenthalt in den USA verbracht. Von diesem Semester war ich so begeistert, dass ich noch einmal in die Staaten gehen wollte. Als Masterstudentin hatte ich dann eine etwas eingeschränktere Auswahl an Universitäten mit graduate Programmen und nach der Recherche der Universität und der Lehrveranstaltungen ( absolut essentiell für eure Wahl der Gastinstitution!!) entschied ich mich für die University of Mississippi.  Der Prozess der Bewerbung erscheint nur auf den ersten Blick überwältigend. Essentiell ist, dass ihr eure Unterlagen schnell zusammenhabt und bei der Bewerbung eine starke Motivation für das Auslandssemester erkennen lasst. Es hilft sehr, wenn ihr euch mit der Frage beschäftigt, inwiefern ihr von der Gastinstitution und inwiefern sie von euch profitieren kann und ihr das dann auch beim Bewerbungsgespräch klar formulieren könnt. Sobald der Bewerbungsprozess durchlaufen ist und ihr angenommen seid, bekommt ihr von der Gastinstitution ein Formular zugeschickt ( DS-2019), mit dem ihr euer Visum beantragen könnt. Für den Visumsantrag kann ich euch vor allem empfehlen, so zeitig wie möglich einen Termin zu vereinbaren, ein aktuelles Passfoto mitzubringen und vor Ort an der Botschaft nichts mitzunehmen, außer eure Unterlagen. Ihr durchlauft dort Sicherheitskontrollen und dürft nichts mit in die Botschaft nehmen außer Papiere.  In den letzten Jahren haben sich einige Austauschstudenten in ihren Erfahrungsberichten über die chaotische Organisationen an der Ole Miss beschwert. Hierzu kann ich nur sagen, dass sich dieser Zustand komplett geändert hat, seitdem Hannah Juliff das International Office und das Exchange Programm leitet und koordiniert. Hannah war stets erreichbar, sehr hilfsbereit und bemüht, hatte für alle Anliegen ein offenes Ohr und meldete sich, insbesondere in Bezug auf wichtige Dokumente, oft innerhalb weniger Stunden zurück. Ihre zahlreichen Erinnerungs- und Übersichtsemails halfen außerdem extrem bei der Vorbereitung und Planung des Semesters. Ich kann an dieser Stelle nur ein riesengroßes Lob für die Organisation aussprechen und bin glücklich, dass diese Schwachstelle der Ole Miss für zukünftige Austauschstudenten komplett eliminiert wurde.


Studienfach: Journalismus

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität:Ole Miss

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

 Das amerikanische Universitätssystem ist insgesamt sehr viel schulischer aufgebaut als das deutsche. In Amerika gibt es zahlreiche kleine Tests, Essays, Abgaben, nach der Hälfte des Semesters die midterms und schließlich die final exams.
Der Arbeitsaufwand war entsprechend hoch und intensiv, doch ich habe das Semester auch als wahnsinnig lehrreich empfunden und bin stets am Ball geblieben, was mir tatsächlich besser gefallen hat als in Deutschland.
Ich belegte vier Kurse, die ich teilweise mehrmals die Woche hatte und war damit absolut gut ausgelastet. Der Lese- und Schreibaufwand war hoch, was mir insbesondere sprachlich sehr weitergeholfen hat. Generell wird man sehr positiv als Nichtmuttersprachler in die Kurse integriert und muss sich absolut keine Sorgen machen.
Sehr positiv ist definitiv das Interesse und der Enthusiasmus der amerikanischen Dozenten anzumerken. Sie sind nicht nur stets erreichbar und hilfsbereit, sondern auch offensichtlich begeistert, internationale Studenten betreuen zu können. Insbesondere in meinem department, der Meek School of Journalism and New Media, waren alle DozentInnen durch die Bank wahnsinnig freundlich, hilfsbereit und kompetent.  
Die Südstaaten sind definitiv mit einem Stigma belegt, das sich des öfteren bestätigt. Nichtsdestotrotz ist man an der University of Mississippi Teil einer akademischen Institution, die große Schritte nach vorne gemacht hat und dies weiterhin stetig macht. Die Geschichte der Universität ist bezüglich ihrer Rassenhistorie brisant, jedoch man kann als Ole Miss Student jeden Tag Teil von gesellschaftlichem Fortschritt sein.
Ein amerikanisches Konto habe ich nicht eröffnet, allerdings ist eine Kreditkarte ein absolutes Muss. Insbesondere die Kosten für Lebensmittel sind sehr viel höher als in Deutschland. Dazu kommt, dass Seminartexte und Bücher ebenfalls viel teurer sind als in Deutschland. Ich kann euch hier die Homepage cheqq empfehlen. Hier kann man seine Bücher für einen Bruchteil des Kaufpreises mieten und muss sie zum Ende des Semesters wieder zurückschicken. Essen gehen oder durch die Bars ziehen ist ebenfalls kostspielig (außer an Dienstagen im Roosters, da gibt es Bier für einen Dollar pro Flasche!), lohnt sich aber absolut, insofern man Lust hat, sich auf andere Regeln einzulassen. In Mississippi bestimmen die state laws, dass Bars und Clubs ab 1 Uhr nachts zugemacht werden. Das ist gerade für Studenten aus dem Raum Berlin natürlich sehr ungewohnt.
Ich hatte einen meal plan, der ein Essen am Tag am Campus für mich abgedeckt hat. Generell kann ich es sehr empfehlen, in einen Meal Plan zu investieren, insofern man nicht selbst kochen möchte. Das Angebot am Campus ist vielfältig und abwechslungsreich.
Ich kann insbesondere die Cafeterias The Grill und Rebel Market empfehlen.
In Oxford ist man auf ein Auto angewiesen. Zwar gibt es ein Busnetz, das insbesondere benutzt werden kann, um zum Campus zu fahren, doch gerade am Wochenende oder für den Weg zum Square ( also downtown) ist ein Auto essentiell. Ich bin sehr viel mit Uber und Lyft gefahren. Ich kann nur empfehlen, bei beiden Apps einen Account anzulegen und Preise zu vergleichen, wenn ihr eine Fahrt braucht. Die Fahrten variieren je nach Bedarf und Lyft ist oftmals viel günstiger. Im allerbesten Fall lernt ihr amerikanische Studenten kennen, die euch mit ihrem Auto mitnehmen. Hilfsbereit und freundlich wie die Amis so sind, werden sie es auf jeden Fall des öfteren anbieten.

Freizeit und Studentenleben

Das außerschulische Leben für Studenten in Oxford ist ein riesengroßer Vorteil der Universität. Es wird vor allem durch American Football, Greek Life (Studentenverbindungen) und den Square, die Innenstadt, bestimmt.
Der Square befindet sich downtown und ist umringt von zahlreichen Bars, Restaurants, Lokalen und Tanzbars. Seid am Square auf jeden Fall ein wenig vorsichtig, die Polizei ist stetig präsent und sogar öffentliches Betrunkensein stellt in Mississippi eine Straftat dar. Generell hat das Feiern aber unendlich Spaß gemacht und jedes Wochenende war ein Erlebnis. Wenn ihr gerne feiern geht, solltet ihr euch eine Library Card für den Club Library am Anfang des Semesters besorgen. Mit dieser Karte habt ihr immer Eintritt in der Library und müsst nicht die teilweise absurd hohen Eintrittspreise bezahlen. Eintrittspreise in den Bars und Clubs am Square werden oftmals je nach Bedarf erhöht oder gesenkt, insbesondere an Game Day Wochenenden kann es da leicht zu Preisen von bis zu 40 Dollar oder mehr kommen.
American Football ist den Südstaatlern heilig. Ein Season Pass für die Footballspiele lohnt sich auf jeden Fall. Die Atmosphäre ist einzigartig und für jeden Nichtamerikaner ein Erlebnis. An Heimspielwochenenden verwandelt sich der Grove ( der zentrale Park auf dem Campus) in ein Meer aus tausenden Zelten und Menschen. Das sogenannte Tailgating vor den Footballspieler ist in Oxford eine geliebte Tradition und ihr solltet auf jeden Fall dabei gewesen sein. Es gibt nichts amerikanischeres, als mit 65.000 anderen Fans die Nationalhymne vor den Spielen zu singen und in den berühmten “Hotty Toddy” Schlachtruf auszubrechen. Der Stolz, Teil der Ole Miss zu sein und das daraus resultierende Gemeinschaftsgefühl ist ebenfalls typisch amerikanisch und eine einzigartige Erfahrung für jeden Austauschstudenten.
Oxford ist recht klein, allerdings sind viele sehenswerte Städte in ein paar Stunden zu erreichen. Jegliche Gelegenheit zu reisen oder mehr von den umliegenden Staaten Mississippi, Tennessee, Alabama oder Louisiana zu sehen, sollte man entsprechend nutzen, insofern man Zeit und Geld hat. Insbesondere New Orleans, Nashville und Memphis sind definitiv eine Reise wert. Das International Office  hatte für uns im November eine Fahrt nach New Orleans organisiert, dieser dreitägige Trip war eines der absoluten Highlights des Semesters. Wer lieber auf eigene Faust herumreist, kann sich bei der Autovermietung Enterprise ein Auto mieten. Die Mieten sind recht hoch, doch Tanken ist dafür umso günstiger. Einen internationalen Führerschein braucht ihr nicht.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Am Anfang des Semesters veranstaltet das International Office Events, auf denen man sich ebenfalls besser kennenlernen kann, wie beispielsweise das Welcome Dinner oder das erste gemeinsame Tailgaiting an einem Footballsamstag.
Ich persönlich knüpfte die meisten Kontakte in den ersten Tagen bei den Einführungsveranstaltungen und in meinem Wohnkomplex Campus Creek. Allerdings eignen sich auch die Kurse und die vielen Gruppenarbeiten und Projekte, um andere Studenten kennenzulernen. Ich kann euch nur empfehlen offen zu sein und zu bleiben und vielleicht in der ein oder anderen Situation eure Komfortzone zu verlassen, so können auch in Auslandssemestern Freundschaften fürs Leben entstehen.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe in dem Apartmentkomplex Campus Creek, also off campus, gewohnt. Die Campus Creek Apartment homes hatte ich bereits im Vorfeld über die Seite der Universität gefunden und mir meine Mitbewohner über die App RoomSync ausgesucht. Hierbei konnte man Präferenzen für Bereiche wie Kochen, Putzen, Party oder Lernen angeben. Ich hatte hier mein eigenes Zimmer und wohnte schließlich mit drei anderen Studenten zusammen. Die monatliche Miete ist recht hoch, leider habe ich keine günstigere Alternative gefunden.
Euer Zimmer ist bei der Ankunft komplett leer bis auf ein Bett und einen Schreibtisch, ich kann euch empfehlen eine dünne Decke aus dem Flugzeug mitzunehmen, solltet ihr kein vorgefertigtes Bettwäschen- und Handtuchpaket des International Office gebucht haben und es, so wie ich, vor der ersten Nacht nicht mehr zu Walmart schaffen. Bei eurem ersten Trip zu Walmart müsst ihr euch dann darauf einstellen, dass ihr euch komplett neu einrichten müsst, vom Handtuch bis zur Lampe müsst ihr alles neu besorgen. Ich habe für all diese Anschaffungen ungefähr 150 Dollar ausgegeben.
Neben einem gemeinsamen Wohnzimmer, einer Waschmaschine und einem Trockner und einer kleinen Terrasse gibt es in jedem Apartment eine Küche, inklusive Spülmaschine, Herd, Ofen, Mikrowelle und Kühlschrank. Wer keinen meal plan haben, sondern zuhause kochen möchte, kann dies also ohne Probleme tun.
Ich kann die Campus Creek Apartment Houses im Bezug auf ihre Nähe zum Campus absolut empfehlen, es gibt einen Bus, der alle zehn Minuten direkt an der Straße hält und zum Campus fährt. Man kann die 1,8 Meilen aber auch zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Ich fand die Nähe zum Campus insbesondere nach langen Abenden in der Bib sehr hilfreich. Zusätzlich gibt es bei den Campus Creek Apartments auch einen Pool, ein Fitnessstudio und ein Solarium, alles ist frei und rund um die Uhr für die Bewohner von Campus Creek nutzbar. Generell gilt in Mississippi: das schwüle, heiße Wetter und die Mücken sind nicht zu unterschätzen. Cremt euch ein und benutzt Mückenspray, meine Beine haben nach einem langen Tag am Pool Brandblasen geschlagen, das war eher so semi.

Studienfach: Journalismus

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität:Ole Miss

Gastland: USA


Rückblick

Mein Semester liegt hinter mir und ich habe Erfahrungen gesammelt, die ich nie vergessen werde. Es mag abgedroschen klingen, doch niemand geht ins Ausland und kehrt als die exakt gleiche Person zurück. Ein Auslandssemester verbessert die Sprachkompetenz, soziale Fähigkeiten und man lernt eine Menge über sich selbst. Das halbe Jahr in Oxford war somit rückblickend eines der besten und prägendsten Erlebnisse meines Lebens. Ich habe fantastische Menschen kennengelernt, unendlich viel gelernt und gesehen und die Südstaaten in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit erlebt. Die berühmte Gastfreundlichkeit in den Südstaaten hat es mir sehr einfach gemacht, mich ab dem ersten Tag unglaublich wohl zu fühlen. Die Ole Miss hat enorm viel zu bieten, seien es die Footballspieler und das Tailgaiting an den Wochenenden, das Nachtleben rund um den Square, die faszinierende Geschichte der Universität oder eben die interessanten Kurse und die hilfsbereiten Professoren. Hier kann ich insbesondere nochmal mein Department, also die School of Journalism and New Media uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich würde immer wieder ins Ausland gehen und vermisse meine Ole Miss Familie jetzt schon.

Hotty Toddy! 

USA

Zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier.