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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Vor dem Antritt des Auslandsjahrs am Kalamazoo College am 31. August 2017 wurde zusätzlich zur Bewerbung im International Office der Uni Potsdam eine Bewerbung von der Gastinstitution verlangt. Diese Bewerbung beinhaltete sowohl ein Transcript of Records in englischer Sprache wie auch ein Motivationsschreiben und eine Reading Response zu einem akademischen Artikel, in welchem die Fähigkeit des akademischen Schreibens in englischer Sprache demonstriert werden sollte. Die direkte Bewerbung am College scheint allerdings eher formaler Natur zu sein und sollte kein Ausschlusskriterium für ein Auslandsstudium sein, wenn man die Anweisungen der Koordinatoren des CIPs (International Office des Kalamazoo College) befolgt. Die Verantwortlichen des CIPs sind Alayna Lewis und Lizbeth Mendoza Pineda und sie antworten in der Regel sehr zügig, auch um Fragen vor der Ankunft am College zu klären. Sie sind die ersten Ansprechpartner für Auslandsstudierende und kümmern sich vor allem um die Koordination, Steuern, Ausreisen etc. Vor der Abreise bekommt man von ihnen etliche Dokumente zugeschickt, worunter sich u.a. eine Checkliste für Kleidung und sonstige empfohlene Gegenstände befindet.


Studienfach: B. Ed. Englisch und Sport

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 06/2018

Gastuniversität: Kalamazoo College

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Im Allgemeinen ist das Akademische Jahr am Kalamazoo College, kurz “K“, in Trimester aufgeteilt, das heißt, dass 3x10 Wochen studiert wird. Mit der Annahme eines Auslandsstudiums am K College ist das Unterrichten von sog. Labs im Fachbereich Deutsch verbunden. Die Studierenden, die nicht nur studieren sondern eben jene Labs unterrichten, werden als Teaching Assistants bzw. häufiger als TAs bezeichnet. Labs finden ergänzend zu den Deutschkursen dienstags und donnerstags statt und jeder TA unterrichtet meist jeweils zwei Labs an diesen Tagen. Ein Lab besteht im Fachbereich Deutsch aus bis zu zehn Studierenden. Das Unterrichten der Labs ist nicht nur eine super Erfahrung für Lehramtsstudierende, sondern auch für Leute, die nicht planen, in ihrer zukünftigen Karriere zu unterrichten, da man in sehr engen kulturellen Kontakt mit anderen Studierenden tritt, die fast ausnahmslos sehr interessiert an dem Unterricht von ungefähr gleichaltrigen Muttersprachlern sind. Ebenso lernt man, seine eigene Kultur und Sprache besser zu reflektieren. Allerdings ist das TA-Dasein natürlich primär für angehende Lehrer/innen sinnvoll, da es eine erstklassige Gelegenheit bietet, über ein gesamtes Jahr Erfahrungen im Bereich des Unterrichtens zu sammeln. Die Arbeit als TA wird mit dem Amerikanischen Mindestlohn vergütet. Die Lehrveranstaltungen sind fast ausschließlich Seminare und demnach ist es teilweise schwierig, sich im Kurs “zu verstecken“, wovon ich in akademischer Hinsicht definitiv profitiert habe. Ebenso sind die quantitativen Leistungsanforderungen sehr hoch, so sind beispielsweise zwei Klausuren und zwei Essays (6-10 Seiten double-spaced) in einem vollwertigen Kurs nicht unüblich und Hausaufgaben gibt es häufig. Auslandsstudierende sind verpflichtet Kurse zu belegen, die sich mindestens zu einem Wert von 2.4 Credits aufsummieren, was zwei vollwertigen Kursen und zum Beispiel zwei Sport- oder Musikkursen entspricht. Ein Kurs mit 1.0 Credit findet entweder dreimal pro Woche für 1h 15min oder zweimal pro Woche für 1h 50min statt. In den Literaturkursen wird selbstverständlich sehr viel gelesen, dabei bedeutet “viel“ theoretisch mehrere Bücher, Artikel etc. pro Kurs. Es empfiehlt sich also, seine Kurse ausgewogen zu wählen und sich im Voraus mit den Kursbeschreibungen inklusive der angekündigten Bücher vertraut zu machen, um den Workload nicht allzu hoch werden zu lassen, was durchaus möglich ist, gerade wenn man sich nicht jeden Kurs anrechnen lassen muss oder will. Ich würde außerdem definitiv empfehlen, den geringsten Arbeitsaufwand für das letzte Semester im Frühling einzuplanen, denn hier steht der Campus Kopf und viele Leute haben andere Dinge im Sinn als sich den ganzen Tag mit der Uni zu beschäftigen. K ist ein Liberal Arts College, was bedeutet, dass man ungeachtet des Heimatstudiengangs Kurse aus verschiedensten Disziplinen wählen kann. So viel, wie ich nun von den hohen quantitativen Leistungsanforderungen geredet habe, so machbar ist es hingegen, eine sehr gute Note zu bekommen, wenn man am Ball bleibt und mit gemäß des jeweiligen und ausführlichen Syllabus arbeitet. Das Studienklima ist unfassbar freundlich und die Professoren sind mehr als hilfsbereit und stehen, wenn nötig, mit Rat und Tat zur Seite. Sie suchen ständig den persönlichen Dialog mit den Studierenden, um zu ermitteln, ob Hilfe benötigt wird. Wie schon erwähnt, habe ich in sprachlicher und akademischer Hinsicht definitiv von dem Seminarsystem und den sehr guten Professoren profitiert. Computer waren in der Bibliothek mehr als reichlich vorhanden und über die technische Ausstattung konnte man sich definitiv nicht beklagen, was auch das Unterrichten sehr angenehm gestaltete. Ebenso waren die Öffnungszeiten der Bibliothek mehr als komfortabel, da sie früh am Morgen öffnete und in Abhängigkeit des Wochentags teilweise erst um zwei Uhr nachts geschlossen wurde.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

 Zunächst war es unfassbar einfach, Kontakte zu ausländischen Studierenden zu knüpfen, da der Campus in der ersten Woche bis auf einige Sportteams fast ausschließlich von internationalen Studierenden besiedelt war. Kontakte mit amerikanischen Studierenden zu knüpfen erwies sich für einige Studierende hingegen als durchaus schwieriger, jedoch kommt das meiner Meinung nach ganz darauf an, wie offen man selbst den Mitstudierenden entgegentritt. Im Allgemeinen sind die Studierenden des K Colleges sehr offen gegenüber internationalen Studierenden, so dass ich keinerlei Probleme hatte schon nach einigen Wochen Teil verschiedener Freundeskreise zu sein. Besonders einfach werden Kontakte durch die Orientation Week, die Partizipation in Sportteams, in Bars oder im Unterricht geschlossen. Für mich persönlich stellte die soziale Integration insbesondere aufgrund der TA-Tätigkeit und der Teilnahme im Fußballteam überhaupt kein Problem dar. Außerdem ist es aufgrund der überschaubaren Größe des Colleges bzw. des Campuses sogar wesentlich leichter Freundschaften zu knüpfen als an einer Institution mit einer großen Studentenkapazität wie der Uni Potsdam, da man immer wieder den gleichen Leuten über den Weg läuft. Hinsichtlich der Mitgliedschaft im Fußballteam des Colleges war das Reisen im Mannschaftsbus zu anderen Colleges eine super Erfahrung und es hat den Beginn einiger Freundschaften ermöglicht. Falls ihr sportlich seid, würde ich definitiv empfehlen die Coaches im Voraus per E-Mail anzuschreiben und zu fragen, ob ihr an einem Probetraining teilnehmen dürft. Teil eines Teams zu sein ist zwar sehr zeitaufwendig, ermöglicht allerdings definitiv sehr schnellen Kontakt mit diversen Leuten und einen Einblick in das US-amerikanische Sportsystem. Speziell von dem Fußballbereich weiß ich, dass der Coach auf der Suche nach guten und erfahrenen Fußballern ist.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

 Meine allgemeine englische Sprachkompetenz hat sich natürlich enorm verbessert, vor allem im Hinblick auf die Alltagssprache bzw. Umgangssprache, aber auch bezüglich der Schriftsprache. Es ist selbstredend von Vorteil, sich nicht ausschließlich mit internationalen Studierenden zu umgeben, um sprachlich bestmöglich von dem Auslandsaufenthalt zu profitieren.

Wohn- und Lebenssituation

 Die Unterkünfte sind Studentenwohnheime und müssen bezogen werden, da es keine Option des „Off-Campus“-Housings für Visiting Internationals (VIs) gibt. Ein Zimmer wird sich stets mit einer anderen Person geteilt, also sieht man besser zu, dass man sich mit dieser gut versteht— allerdings ist es einfach, das Zimmer zu wechseln, falls es Probleme oder Unmut gibt. Auf dem Campus gibt es unterschiedliche Wohngebäude, die sich hinsichtlich ihrer Aufteilung wesentlich unterscheiden: DeWaters besteht ausschließlich aus Zweibettzimmern mit einem privaten oder mit einem vom Nebenzimmer geteilten Bad. Die Unterkünfte in Severn und Crissey sind aufgebaut wie eine WG und bis zu sieben Leute finden hier Platz. Es gibt ein gemeinsames Bad, ein Wohnzimmer und weitere Gemeinschaftstoiletten im Keller. Küchen sind je nach Gebäude entweder ebenfalls im Keller oder auf der jeweiligen Etage. Ich habe zunächst in DeWaters gewohnt, allerdings gibt es dort kein Wohnzimmer, sodass man sich aufgrund des begrenzten Platzes stets am selben Ort aufhielt, wenn man in seinem Zimmer ist. Deshalb und aufgrund der WG-Situation habe ich mich nach einem Zimmerwechsel in Severn wesentlich wohler gefühlt (allerdings kannte ich zu diesem Zeitpunkt meine Mitbewohner). Die Miete ist sehr teuer und ein ebenfalls sehr teurer „Mealplan“ für die Mensa ist obligatorisch im ersten Trimester. Informiert euch also rechtzeitig über mögliche finanzielle Unterstützungen, Stipendien, Kredite etc.!

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gemäß der amerikanischen Public Transport Verhältnisse eher dürftig. Es gibt zwar einige Busse, die auch zu einer Shoppingstraße führen, allerdings kommen diese eher selten. Deshalb bietet es sich trotz des hohen Preises an, den kleinsten „Mealplan“ mit 10 Mahlzeiten pro Woche zu nehmen und sich mit Kleinigkeiten, z.B. von dem nahegelegenen Walgreens, über Wasser zu halten. Die Mensa wird nach dem All-you-can-eat-Prinzip betrieben.
Es wäre natürlich super gewesen ein Auto zu haben, jedoch wäre das für mich finanziell definitiv nicht darstellbar gewesen. Der Fahrdienst Uber ist zudem unfassbar populär und komfortabel in Kalamazoo, genau wie im Rest der USA auch und viele Studierende auf dem Campus besitzen ein Auto, sodass ich nie Probleme hatte von A nach B zu kommen. Es gibt außerdem kostenfreie organisierte Trips in umliegende Städte wie Chicago, Detroit oder Grand Rapids.
Um als Teaching Assistant bezahlt werden zu können, wird ein amerikanisches Bankkonto verlangt. Die PNC Bank kommt während der Orientation Week direkt ans College, ebenso wie AT&T für einen Handyvertrag. Ich würde empfehlen, jeweils einen Vertrag bei PNC und AT&T abzuschließen, da die Kosten vertretbar und Kündigungen einfach sind. Seht bei eurem Bankkonto jedoch zu, dass ihr nicht ins Minus geht, da sonst ungewollte Kosten auf euch zukommen und niemand möchte nach einem etwas längeren Abend erstmal zur Bank fahren, um persönlich Bargeld einzuzahlen, um weitere Kosten zu vermeiden.
Die Krankenversicherung läuft über das College, muss jedoch gezahlt werden.
Am College selbst wird viel Sport getrieben, und so gibt es immer Leute, die Basketball, Volleyball, Tischtennis, Fußball etc. spielen. Seid im Allgemeinen nicht schüchtern zu fragen, wenn ihr an einer Veranstaltung oder einem Programm teilnehmen wollt oder wenn ihr Hilfe benötigt. Die Studierenden und das Personal am College sind wirklich sehr aufgeschlossen und es gibt z.B. auch persönliche Schreibhilfen, falls ihr Probleme mit Essays/ Bewerbungen haben solltet. Freizeitangebote gibt es generell einige, da es viele Studentenorganisationen gibt.

Studienfach: B. Ed. Englisch und Sport

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 06/2018

Gastuniversität: Kalamazoo College

Gastland: USA


Rückblick

Rückblickend bin ich sehr überrascht, dass mir Kalamazoo so sehr gefallen hat. Die vielen Studierenden (K College und Western Michigan University), Bars, Clubs und Brauereien, die familiäre Atmosphäre auf dem Campus, der Sprachzuwachs, der Wissenszuwachs, das Unterrichten und Engagement im Department eines Colleges und die Möglichkeit, sich in diversen Feldern akademisch weiterzubilden, haben meine Auslandserfahrung einzigartig werden lassen. Außerdem ist das K College sowohl sehr vielfältig bezüglich der Herkünfte der Studierenden als auch sehr unterstützend hinsichtlich unterschiedlicher Genderzugehörigkeiten und sexueller Orientierung im offiziellen Rahmen und innerhalb der Studentenschaft.
Noch eine letzte Bemerkung zum Wetter: Der Herbst war hinsichtlich seiner Temperaturen sehr angenehm, ganz im Gegensatz zum Winter, da die Tage hier kurz und bis zu -25 Grad Celsius kalt waren. Demnach spielte sich das Leben primär innerhalb von vier Wänden und in den Bars ab. Im Frühling hingegen ergab sich ein komplett anderes Bild, da die Wiesen bei bis zu über 30 Grad mit Studierenden bedeckt waren und Sport im Freien getrieben wurde. Die Zeit schien hier besonders schnell zu vergehen. Abschließend kann ich festhalten, dass ich mich stets wieder für das Kalamazoo College entscheiden würde und es nur wärmstens weiterempfehlen kann.

USA

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