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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Da ich Internationale Beziehungen studiere, war es für mich naheliegend, im Master einen Auslandsaufenthalt anzutreten. Schnell fiel meine Wahl auf die USA, da ich mich mit amerikanischer Außenpolitik im Studium beschäftigt und ein besonderes Interesse an ihr entwickelt habe. Außerdem erhoffte ich mir vom Studium an einer amerikanischen Uni einen intensiven Austausch und vor allem eine engmaschige, persönliche Betreuung auf Augenhöhe durch die ProfessorInnen, für die amerikanische Universitäten bekannt sind. Das Direktaustauschprogramm mit der Duke University erschien mir ideal. Besonders ansprechend fand ich, dass Masterstudierende und DoktorandInnen an der Duke gemeinsam unterrichtet werden und die Veranstaltungen somit ein sehr hohes wissenschaftliches Niveau haben.


Studienfach: M.A. Internationale Beziehungen

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität:Duke University

Gastland: USA

Bewerbung

Die größte Hürde im Bewerbungsprozess ist die nötige Voraussicht. Da die Bewerbungsfrist für den Direktaustausch bereits kurz nach Semesterbeginn liegt, sollte man am besten bereits vor Semesterbeginn anfangen, sich über die genauen Austauschmöglichkeiten zu informieren und die nötigen Unterlagen zusammenzusuchen. Vor allem sollte man es nicht versäumen, sich rechtzeitig um die Empfehlungsschreiben zu kümmern und die entsprechenden DozentInnen um ihre Unterstützung zu bitten. Auch den nötigen TOEFL-Test sollte man rechtzeitig einplanen.
Man sollte sich außerdem schon bei der Bewerbung Gedanken um die Finanzierung des Aufenthalts gemacht haben. Dank des Direktaustausches werden einem zwar die Studiengebühren erlassen – angesichts deren Höhe schon mal ein sehr guter Deal –, Krankenversicherung und einige andere Gebühren muss man jedoch selbst tragen. Die Lebenshaltungskosten können etwas höher sein als in Deutschland, je nach dem, wie man wohnt und sich fortbewegt. Außerdem entstehen durch den Bewerbungsprozess selbst einige Kosten (Duke-Bewerbungsgebühr, Visumsgebühren), und der Flug will natürlich auch gebucht werden. Es lohnt sich, sich noch über andere Finanzierungsquellen zu informieren. Ich hatte z.B. noch ein DAAD-Promos-Stipendium und ein Fulbright Reisestipendium, die zwar nicht alle, aber doch einige Kosten abgedeckt haben. Infos dazu und Unterstützung erhält man vom International Office der Uni Potsdam.
Außerdem nicht vergessen: Für das Visum muss man eine relativ hohe Summe an Vermögen nachweisen. Eltern, Verwandte oder Freunde können für einen bürgen, und das Geld muss auch nur zu einen Zeitpunkt und danach nie wieder vorgewiesen werden, aber man sollte sich schon mal Gedanken machen, wie man das regelt.

Nach der Zusage von der UP fehlt noch die formale Bewerbung an der Duke. Diese ist an sich nur eine Formalität, allerdings eine, die mit weiteren Kosten und Aufwand verbunden ist. Die Gutachten müssen von Gutachtern direkt an die Duke geschickt werden. Nachdem man auch von der Duke zugelassen wurde, stehen einem für den Rest des Prozesses die MitarbeiterInnen der Duke zur Seite, man bekommt schnell eine Duke-E-Mailadresse und Zugang zu den Duke Online-Plattformen eingerichtet. Auf Fragen erhält man generell sehr schnell Antwort.
Das Visum ist im Grunde genommen unproblematisch (abgesehen vom bereits erwähnten Vermögensnachweis), man muss sich zwar seitenweise durch Online-Formulare klicken (und wieder einige Kosten tragen), aber solange man rechtzeitig dran ist, stellt das kein Problem dar. Das Interview im Konsulat ist meist eine Formsache und in der Regel nach zwei Minuten erledigt.
Sobald man seine Zugangsdaten für die Duke-Online-Portale erhalten hat, sollte man diese auch nutzen. Die Anmeldung für die Veranstaltungen öffnet recht früh und beliebte Kurse sind schnell voll. Außerdem ist vor allem das „Duke’s List“-Portal hilfreich für die Wohnungssuche. Es lohnt sich, dort ein Gesuch einzustellen; ich habe meine Unterkunft auf diese Weise gefunden.
Wenn die Abreise näher rückt, sollte man sich gut überlegen, was man alles einpacken möchte. Ist es zu Beginn (und auch noch relativ lang) sehr heiß und schwül, kann es im Dezember zwischendurch auch mal sehr kalt werden. Es lohnt sich auch, einen eigenen Kaffeebecher mitzubringen, um die schockierenden Müllberge, die man dort sowieso produzieren wird, wenigstens ein bisschen zu reduzieren.

Durham & Duke

Vom Flughafen Durham/Raleigh lässt es sich glücklicherweise gut in die Stadt gelangen. Es gibt eine Busverbindung, aber mit Gepäck lohnt es sich auch ein uber oder lyft zu nehmen (deutlich günstiger als Taxi).
Je nach Wohnlage sollte man sich nach der Ankunft möglichst schnell überlegen, wie man sich prinzipiell fortbewegen möchte. Apps wie uber oder lyft sollte man schon vor der Abreise installieren und einrichten, um sie bei der Ankunft direkt nutzen zu können. Ich habe mir schnell ein Fahrrad gekauft und das als Haupttransportmittel benutzt. Die Distanzen sind innerhalb Durhams nicht weit, allerdings ist es hügelig und vor allem bei der anfänglichen Hitze recht anstrengend. Außerdem dauert es eine Weile, bis man weiß, welche Routen man gut fahren kann und wo es zu gefährlich erscheint, da nicht alle Straßen – aber doch immerhin einige – Fahrradwege haben. Bei den Einführungsveranstaltungen der Uni, z.B. beim Welcome Fair und dem Welcome Fair for International Students, erhält man auch einen GoPass, mit dem man den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen kann. Das Bussystem ist in Ordnung, allerdings natürlich kein Vergleich zu dem, was man in Deutschland gewohnt ist. Die entsprechende App („Rider“), auf der man die Standorte der Busse live verfolgen kann, ist hilfreich, da richtige Fahrpläne nicht existieren.  
Zu den Welcome Fairs lohnt es sich ohnehin hinzugehen, da man dort auch Informationen und auch direkt die entsprechenden Unterlagen z.B. zu Banken und Handyanbietern bekommt. Da ich nur für ein Semester – also nur für vier Monate – in Durham war, habe ich kein amerikanisches Konto eröffnet. Alles lässt sich problemlos mit Kreditkarte bezahlen, Bargeld ist sowieso eher unüblich. Wer etwas länger bleibt oder einfach doch ein amerikanisches Konto möchte, kann zum Beispiel bei der Bank of America relativ einfach eins eröffnen.
Fürs Handy habe ich mir eine SIM-Karte online bei freemobile.com bestellt, wo man günstige pay-as-you-go Tarife ohne feste Laufzeit findet, die man von Monat zu Monat anpassen kann.
Nach der Ankunft sollte man sich außerdem möglichst schnell bei den Duke Visa Services melden, um sich offiziell zu registrieren, und am Campus seine Duke Student ID abholen, mit der man drucken und das Gym benutzen kann und die außerdem als Schlüsselkarte am Campus fungiert, falls man mal spät abends noch dort ist.
Der Campus ist wunderschön, ein weitläufiges Gelände mit viel Wald und einem botanischen Garten. Mehrere Buslinien verbinden die einzelnen Standorte, insbesondere den East und West Campus, miteinander. Die Gebäude selbst sind in altem Stil gehalten, von innen aber hoch modern und gut ausgestattet. Es gibt eine große Zahl an Cafés und Restaurants, die auch alle sehr gut, allerdings auch nicht sonderlich günstig sind. Besuche in die Duke Chapel und das Nasher Museum of Arts lohnen sich. Die Gyms sind ebenfalls sehr gut ausgestattet (inkl. Kletterwand und Schwimmbädern). Da man für deren Nutzung automatisch mitbezahlt, lohnt es sich auch, diese zu nutzen. Auch verschiedene kostenlose Sportkurse werden während des Semesters angeboten.
Der Campus ist wie ein eigener Kosmos, den vor allem die Undergrads, die am Campus wohnen, selten verlassen. Aber auch Durham als Stadt hat einiges zu bieten. Das Stadtbild ist geprägt von Durhams alter Tabakindustrie. Auf den alten Fabrikgeländen finden sich jetzt viele Restaurants, Bars und Geschäfte. Vor allem der American Tobacco Campus und der Brightleaf Square sind sehr schön. Auch der deutsche Bäcker (Gugelhupf) ist zu empfehlen.
Meine Mitbewohnerin – auch eine Austauschstudierende – und ich hatten das Glück, dass in unserer Nachbarschaft ein großes Gemeinschaftsgefühl herrschte. Bereits kurz nach dem Einzug fand ein paar Häuser weiter das jährliche Nachbarschafts-BBQ statt, bei dem man uns sehr herzlich aufgenommen hat. Mit unserer direkten Nachbarin, die wir dort kennenlernten, haben wir anschließend noch mehrfach gemeinsam zu Abend gegessen. Außerdem konnten wir bei den Nachbarn jederzeit ausleihen, was uns gefehlt hat, und als wir wegen des anrückenden Hurricanes nervös wurden, war es beruhigend, sich mit den Nachbarn austauschen zu können. In der eher ruhigen Gegend ließ es sich gut joggen und spazieren gehen.
Durhams Umgebung hat einiges an lohnenswerten Ausflugszielen zu bieten. Raleigh und Chapel Hill, die gemeinsam mit Durham die Triangle Area bilden, lassen sich gut mit Bussen erreichen, die für Duke Studierende kostenlos sind. Washington, Charlotte und Atlanta sind mit dem Fernbus gut erreichbar. Auch als Startpunkt für etwas weitere Reisen bietet Durham sich an, da der Flughafen nah und auch mit dem Bus gut zu erreichen ist. Für solche Reisen empfiehlt sich entweder die Zeit vor Semesterbeginn (mit dem Visum kann man schon 30 Tage früher einreisen) oder die Zeit nach Semesterende (auch da hat man noch 30 Tage und meine Abgaben lagen alle schon Anfang Dezember). In der Fall Break und über Thanksgiving hat man zwar jeweils ein paar Tage Zeit, allerdings ist man wahrscheinlich auch sehr beschäftigt mit Arbeit für die Kurse.
Das Klima in North Carolina ist unterm Strich ein Pluspunkt. Bis Anfang Oktober ist es zwar noch sehr heiß und schwül, was vor allem fürs Fahrradfahren unangenehm ist. Ein Gefühl von Herbst setzt erst im November ein. (Anfang November findet ein von der Uni organisierter „Fall Color Hike“ in die Umgebung statt.) Auch im Dezember kann man noch problemlos mit dem Fahrrad fahren.
Das Wetter ist allerdings auch extremer, als man es aus Deutschland gewohnt ist. Im September wurde North Carolina von Hurricane Florence heimgesucht. Durham ist dabei glücklicherweise sehr glimpflich davongekommen, nur der Strom fiel bei uns kurzzeitig aus. Trotzdem waren die Tage vor dem Sturm ein wenig beunruhigend. In den Supermärkten waren viele Lebensmittel ausverkauft, die Uni und Geschäfte wurden für mehrere Tage geschlossen. Die alarmistische Berichterstattung hat uns verunsichert, aber dank beständiger Updates von Seiten der Uni und dem Kontakt mit den Nachbarn war auch klar, dass man im Notfall nicht allein gelassen werden würde.

Das Unileben

Als Studierende im MA Internationale Beziehungen habe ich an der Duke Kurse am Political Science Department belegt. Dort besuchen im Graduate Programm Masterstudierende und DoktorandInnen Kurse gemeinsam. Das Niveau ist generell sehr hoch, die KommilitonInnen und ProfessorInnen sehr engagiert. In allen Kursen war das Lesepensum sehr hoch und durchmogeln kann man sich angesichts der kleinen Kursgrößen eigentlich nicht. Die ProfessorInnen erwarten, dass man gut vorbereitet ist und sich aktiv in die Diskussionen einbringt. Schon während des Semesters werden in der Regel mehrere Abgaben fällig. Zu allem, was man abgibt, erhält man ausführliches und sehr hilfreiches Feedback. Die ProfessorInnen kennen ihre Studierenden und nehmen sich auch für Austauschstudierende Zeit. Akademisch kann man deswegen von den Monaten an der Duke sehr stark profitieren. Auch außerhalb der Kurse gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Vortragsreihen mit interessanten externen Gästen, zu denen man unbedingt hingehen sollte, wenn man die Zeit hat. Auch die DoktorandInnen halten regelmäßig sogenannte ‚Job Talks‘, in denen sie ihre Arbeit vorstellen und dafür Feedback erhalten, in Vorbereitung auf kommende Bewerbungsgespräche. Auch von diesem Format kann man viel mitnehmen; außerdem gibt es oft Catering.

Studienfach: M.A. Internationale Beziehungen

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität:Duke University

Gastland: USA


Rückblick

Der Aufenthalt an der Duke University war für mich eine wertvolle Erfahrung, von der ich in jeder Hinsicht profitiert habe. Ich hatte eine gute Zeit in einem Umfeld, das zahllose Möglichkeiten bietet und das ich sehr genossen habe. Akademisch haben sich die vier Monate mehr als gelohnt. Von dem sehr persönlichen Umgang mit den ProfessorInnen und dem hilfreichen Feedback, das ich für meine Arbeit bekommen habe, werde ich in der Endphase meines Studiums sicher noch profitieren. Dank des hohen Lesepensums und der vielen Abgaben habe ich insbesondere das Gefühl, effizienter große Textmengen durcharbeiten und dann mit weniger Hemmungen schreiben zu können.

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