Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Da die Universität Potsdam für den Bachelor nicht die beste Auswahl an Partneruniversitäten in den USA hatte, habe ich mich dazu entschieden als "Freemover" in die USA zu gehen. Freemover heißt schlichtweg: ich muss die vollen Studiengebühren an der US-Uni bezahlen und habe keinerlei logistische Hilfe von der Uni Potsdam bekommen. Da ich selbst eine gut bezahlte Werkstudentenstelle habe, waren die Studiengebühren kein Problem für mich. Jedoch würde ich die Kosten als Freemover in die USA zu gehen nicht unterschätzen. Die günstigste Universität in den USA beginnt bei 5000 Euro Gebühren pro Semester! Für Lebensunterhaltungskosten und Miete müssen auch noch einmal 1000-1500 Euro pro Monat berechnet werden. Das Auslandssemester in den USA als Freemover kostet daher locker über 10.000 Euro! Ich selbst habe die Unterstützung einer Organisation gehabt (IEC), die kostenfrei war. Jedoch hielt sich die Hilfe in Maßen. Geholfen wurde mir bei der Auswahl der Universität und bei der Bearbeitung der Unterlagen. Universitäten in den USA verlangen für gewöhnlich mehr Dokumente als Universitäten in der EU. Zusätzlich zu Zeugnissen werden fast immer Motivationsschreiben und sogar Impfbestätigungen verlangt. Ein Sprachzertifikat, das von Englisch auf dem Level B2 ist, wird ebenfalls gefordert. Achtung!: Solltest du das Auslandssemester als Freemover machen, bewirbst du dich direkt an der US Uni, nicht bei der Uni Potsdam. Die Universitäten in den USA akzeptieren UNICERT als Zertifikat NICHT an. In dem Fall müsstest du das Zertifikat beim DAAD beantragen oder Zertifikate wie TOEFL machen.


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 08/2018- 12/2018

Gastuniversität: California State Universitiy Long Beach

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem in den USA ist nicht mit dem in Deutschland vergleichbar. Zu allererst gibt es eine
Anwesenheitspflicht in den meisten Kursen. Des Weiteren gibt es in der Regel nicht nur eine große
Hausarbeit oder Klausur, die die Note am Ende bestimmt. Es sind unheimlich viele Hausaufgaben und
Projekte, die verstreut über das Semester sind. Jedoch ist das Level in den USA weit unter dem in
Deutschland. Die Aufgaben sind meistens auf einem lächerlichem Niveau. Schwierigkeiten sollte kein
internationaler Studierender in den USA haben. Es ist zeitaufwendig aber nicht schwer. In der Regel
reicht es aus, wenn man in den Kursen mitmacht und zuhört (gelernt habe ich persönlich nicht
einmal...). Die Dozenten in den USA betreuen dich viel intensiver als in Deutschland. Meistens haben sie
4-5 Sprechzeiten in der Woche. Auch sind die Dozenten sehr daran interessiert dich als Person
kennenzulernen. Die ersten 20 Minuten meiner Sprechzeiten habe ich damit verbracht über meine
Universität und mein Leben in Deutschand zu erzählen. Solltest du mit einer Note nicht zufrieden sein,
kannst du jederzeit nach zusätzlichen Aufgaben fragen, um deine Note zu verbessern. Die Ausstattungen
an den US Unis sind phänomenal. Jeder Raum ist technisch sehr gut ausgestattet. Abschließend sollte
jedoch erwähnt werden, dass so gut wie alles an den Universitäten eine Gebühr hat (außer die
Bibliothek und die Turnhale). Solltest du Clubs oder anderen Teams beitreten, können teilweise sehr
hohe Gebühren anfallen. Es wird nie Equipment für dich gestellt, du bist dafür veratwortlich, die
Ausrüstung für dich zu besorgen.

Kontakt zu einheimischen und internationalen STudierenden

Kontakt zu US-Studenten aufzubauen ist wahrscheinlich das leichteste Unterfangen im
Auslandssemester. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Leute einfach zu dir rüber kommen, dir sagen, dass sie
dich cool finden und nach deinem Namen fragen. Sobald die Kurse anfangen ist das beste, einfach die
Leute um dich herum nach den Namen zu fragen und dich vorzustellen. Danach läuft alles eigentlich
automatisch ab. An den US Universitäten wird es massig internationale Studierenden geben. Ich
persönlich habe mich dazu entschieden einen großen Bogen um meine deutschen Kollegen zu machen.
In der Regel werden die Internationalen mit gleichem Hintergrund nur in ihrer gewohnten Sprache
miteinander reden. Davon kann ich nur stark abraten! Erstens ist die Zeit, die man mit den
internationalen Studierenden verbringt, Zeit die man stattdesen mit US-amerikanischen Studierenden
hätte verbringen können. Zweitens wird der Zuwachs in den Englischkenntnissen stark limitiert sein,
sollte man zu oft andere Sprachen außer Englisch benutzen. Des Weiteren sollte man einen großen
Bogen um Bruderschaften/Schwesternschaften machen. Die Aufnahmegebühren sind unverhältnismäßig
hoch (gehen von paar hundert Dollar bis zu paar tausend) und das einzige was diese Vereinigungen
veranstalten sind Trinkgelage. (Hört sich zwar gut an, aber das Verhältnis Jungs: Mädchen liegt meistens
bei 80:20, es ist einfach nur eine Katastrophe). Die Aufnahmerituale sind auch mehr als grenzwertig.
Zusätzlich dazu sind die Partys in den USA nicht so abgefahren, wie du es in den Kinofilmen siehst.
Meistens treffen sich die Studenten am Wochenende und betrinken sich. Nichts spezielles. Es gibt
tatsächlich Universitäten, die für ihre Partys bekannt sind. An der Westküste war es die UC Santa
Barbara, wo ich ein legendäres Wochenende verbringen durfte. Die anderen Universitäten, wo du eine
Party nach der anderen hast, sind meistens private Unis oder Universitäten mit sehr wohlhabenden
Studenten. Dort beginnen die Gebühren bei $20.000 pro Semester.
Da ich persönlich schonmal ein Auslandsjahr in der 11.Klasse gemacht hatte, war mein Englisch schon auf
einem hohen Niveau, bevor ich nach Kalifornien ging. Ich kann daher nur bedingt einen vorher/nachher
Vergleich machen. Jedoch möchte ich erwähnen, dass mir gesagt wurde, mein Englisch sei besser und
flüssiger als von den deutschen Studenten, die in ihren Gruppen nur deutsch gesprochen haben.

Wohn- und Lebenssituation

Um die volle College-Erfahrung zu haben, hatte ich mich dazu entschlossen, auf dem Campus zu leben.
Daher musste ich mich direkt bei der Uni für einen Platz bewerben. Der Vorteil ist ganz klar. Du lebst direkt
auf dem Campus, kannst daher spontaner und flexibler sein. Dadurch, dass du automatisch Frühstück,
Mittag und Abendessen in der Cafeteria hast, musst du keine Einkäufe erledigen oder Geschirr waschen.
Es sollte aber erwähnt werden, dass, abhängig wo du lebst, es teurer sein wird, auf dem Campus zu
leben. Lebensunterhaltungskosten sind in den USA viel höher als in Deutschland. Solltest du es daher
gewohnt sein jeden Tag frisch zu kochen, dann ist die Campus Variante definitv billiger. Fleisch, Obst und
Gemüse sind unverschämt teuer. Die öffentlichen Verkhrsmittel in den USA sind nicht einmal
Ansatzweise so gut wie in Deutschland. Daher haben die meisten Studenten ein Auto. Ein Auto ist
sinnvoll, jedoch werden die meisten Leute, denen man begegnet, ein Auto haben, daher empfehle ich kein
Auto zu kaufen (Sinnvoll ist es ab einem Aufenthalt von 2 Semestern). Solange man eine Kreditkarte von
VISA oder MasterCard hat, kann man alle finanziellen Angelegenheiten damit erledigen.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 08/2018- 12/2018

Gastuniversität: California State Universitiy Long Beach

Gastland: USA


Rückblick und Tipps

Die College Erfahrung ist großartig! Wenn man jedoch mitbekommt, wie die amerikanischen Studenten um jeden Cent ringen, weiß man das kostenlose Bildungs- und Gesundheitssystem Deutschlands zu schätzen. Das beste was man machen kann ist so vielen Clubs wie möglich beizutreten. Da der Stoff einem sehr leicht fallen wird, haben internationale Studierende in der Regel viel mehr Zeit als das amerikanische Gegenstück. Die Studierende dort werden höchstwahrscheinlich einen Nebenjob haben, daher ist es ratsam sich mehrere Freundeskreise aufzubauen. Ansonsten wird es langweilig. Auch sollte man die Gelegenheit nutzen andere Städte der USA zu besuchen. Ansonsten ist wahrscheinlich der wertvollste Tipp: alles ausprobieren!

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