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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Eötvös Loránd Tudományegyetem

Für mich war relativ schnell nach Start des Studiums klar, dass ich gerne ein Auslandssemester machen möchte. Dabei hat das „Wo“ erstmal gar keine so große Rolle gespielt, wich-tig war mir vor allem, dass das Studium auf Englisch ist und es sich um eine größere Stadt handelt. Beim Stöbern durch die Internetseite der Uni Potsdam hat sich dann recht schnell der Wunsch bei mir gebildet, nach Budapest oder Southhampton zu gehen und ich bin sehr froh, dass es am Ende Budapest geworden ist. So habe ich also ein Semester in Budapest an der Eötvös Lorand Universität (ELTE) verbracht.  


Studienfach: B.Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Eötvös Lorand Tudomanyegyetem

Gastland: Ungarn

Vorbereitung des Auslandaufenthalts

Die Bewerbung an der Gastuniversität war recht unkompliziert: man muss online ein Formu-lar mit einigen persönlichen Daten ausfüllen und abschicken. Wenn man die Bestätigung erhalten hat, dass das Auslandsstudium klappt, muss man sich nur noch auf der Onlineplattform Neptun anmelden (sich den Neptun Code und das Passwort gut notieren). Mehr gibt es eigentlich nicht zu beachten. Die Wahl der Kurse trifft man dann gemeinsam mit den anderen Erasmus-Studierenden in der Einführungswoche.

Studium an der Gastuniversität

Die ELTE hat nicht einen zentralen Campus sondern mehrere Campusse über die Stadt verteilt. Psychologie und Pädagogik befinden sich auf zwei verschiedenen Campus. Eins liegt in der Kazinsky utca, mitten im jüdischen Zentrum, in dem sich der Großteil der Cafes, Kneipen, Clubs und Second Hand Shops etc. befinden. Das andere Gebäude, in dem ich den Großteil meiner Kurse hatte, befindet sich in der Izabella utca. Das Gebäude an sich lädt nicht unbedingt zum langen Verweilen ein, es gibt jedoch ein sehr nettes kleines Cafe. Die beiden Gebäude sind zu Fuß ca. 20 Minuten voneinander entfernt, man kann aber auch einen Bus nehmen. Nach einer kleinen Umgewöhnungsphase habe ich die Uni sehr lieb gewonnen. Die Räume sind deutlich kleiner als in Potsdam und es gibt keine klassischen Vorlesungssäle, sondern man sitzt in vielen Reihen hintereinander und die Stühle haben einen kleinen eingebauten Tisch. Da die Gebäude allerdings beide sehr zentral liegen, und Restaurants und Cafes in Budapest deutlich günstiger sind als in Deutschland, verbringt man die Pausen eher draußen als in der Universität. Anfangs hat mich die Kursauswahl an der Elte Universität etwas enttäuscht, da Uni die meis-ten der Kurse, die mir noch gefehlt haben, gar nicht oder nur im Sommersemester anbietet. Im Endeffekt konnte ich dann aber doch einige Kurse finden, die mir auch in Potsdam ange-rechnet werden können: zwei Diagnostikseminare, ein Seminar aus dem Bereich der Nut-zeninspirierten Grundlagenforschung und mein Nebenfach. Außerdem habe ich einige Kurse belegt, die mich wirklich interessiert haben, wie ein Kurs über die aktuellen Probleme der ungarischen Gesellschaft oder eine Einführung in die kulturelle Anthropologie. Die Anforderungen haben von Kurs zu Kurs deutlich variiert. Ich würde sie aber als geringer als in Deutschland einstufen. Ich musste für Seminare deutlich mehr Referate halten oder Hausarbeiten abgeben, diese haben aber nicht so viel Vorbereitung gekostet. Wenn man einen kleinen Aufwand in die Kurse steckt, kann man sie leicht bestehen. Generell wird alles etwas gelassener gesehen: man spricht sich mit Vornamen an und wenn der Beamer mal wieder nicht funktioniert, wird das Referat einfach auf dem Laptop in einem Cafe gehalten.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche war schwieriger als gedacht. Man kann sich für einen Wohnheimplatz bewerben, es gibt jedoch fast nur Zimmer, die man sich mit 1-2 anderen Personen teilt. Zudem sind die Wohnheime etwas außerhalb. Dafür sind sie deutlich günstiger als WGs im Stadtzentrum und das öffentliche Netz in Budapest ist sehr gut. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden mir eine WG zu suchen, die möglichst international sein sollte. Es gibt viele Facebook-Gruppen, in denen Angebote gepostet werden. Trotzdem war ich etwas unsicher, da man meistens vorher schon Geld überweisen sollte, ohne die Wohnung oder den Vermieter / die Vermieterin gesehen zu haben.
Letztendlich bin ich jedoch auch über Facebook fündig geworden und konnte mit der Vermie-terin vorher noch skypen, was mir ein besseres Gefühl gegeben hat. Das Ganze hat sich Mitte August abgespielt, also ca. zwei Wochen bevor es losging. Die Erfahrung von einigen anderen hat aber auch gezeigt, dass man noch gut Zimmer findet, wenn man etwas vor Unibeginn in Budapest ankommt und vor Ort Wohnungen bzw. Zimmer mietet. Die Preise waren etwas höher als ich erwartet hätte, was allerdings auch an der zentralen Lage und der kurzen Mietdauer liegen könnte. Die meisten, mit denen ich mich unterhalten habe, haben so um die 300-400 Euro gezahlt, so auch ich. Meine WG hat sich in der Terez krt befunden, eine der großen zentralen Straßen. Zum Glück war die Wohnung im 4. Stock, wodurch man nur ab und zu die sehr lauten Sirenen und die Straßenbahn gehört hat. Bei der Lage empfiehlt es sich darauf zu achten, dass die Wohnung in der Nähe der Straßenbahnlinie 4 oder 6 auf der Pester Seite liegt. Diese fahren die ganze Nacht sehr regelmäßig, sie halten genau in der Mitte der beiden Psychologie-Gebäude und mit ihnen kommt man zu einem Großteil der kulturellen und nächtlichen Highlights. Außerdem befindet sich ein Großteil der Internationalen WGs an dieser Linie, sodass man es zu neu gewonnenen Freunden nie weit hat. Die Lebenssituation in Budapest ist wirklich gut und günstig. Die Lebenshaltungskosten sind geringer als in Deutschland, vor allem wenn man sich Preise in Restaurants und Pubs anguckt. Und die Stadt hat wirklich alles zu bieten, was man sich wünschen könnte. Es gibt zahlreiche Museen, Kinos mit englischem Programm, Clubs, Restaurants, Sportangebote, Chöre und so weiter. Und wenn einem der Stadttrubel in Pest mal zu viel wird, ist man in 20 Minuten in den Buda Bergen in denen man wunderbar wandern gehen kann. Die Donau, die die Stadt in Buda und Pest unterteilt, ist besonders abends, wenn die Gebäude angestrahlt werden, wunderschön und beruhigend. Hinzu kommt die gute Lage von Budapest, die dazu einlädt, Wochenendtripps in Länder wie Polen, die Slowakai, Österreich, Slowenien, Kroatien und Serbien zu machen. Innerhalb von Budapest kann man sich gut fortbewegen, da das öffentliche Verkehrssystem erstaunlich gut funktioniert. Dabei empfiehlt es sich die Monatskarte für Studierende zu kau-fen. Es wird viel kontrolliert, bevor man den U-Bahnhof betritt und auch oft in den Bussen und der Tram. Die Kosten für die Monatskarte sind wirklich gering, 3450 HUF = 11 Euro. Diese kann man einfach mit dem deutschen Studierendenausweis kaufen, wenn dieser noch gültig ist. Ansonsten kann man sich den ungarischen Studierendenausweis während der Einführungswoche im Questura Office ausstellen lassen. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte ich mir vorher die Auslandsversicherung des DAAD besorgt und somit alle Eventualitäten abgedeckt, soweit ich weiß, sollte eine europäische Krankenversicherung aber auch reichen. In Budapest gibt es für jedes Haus einen zuständigen Arzt / eine zuständige Ärztin zu dem/der man gehen kann, am besten einfach mal bei den Vermietern nachfragen.

Kontakte und Sprachkompetenz

Mir ist es erstaunlich leicht gefallen Kontakte zu ausländischen Studierenden zu gewinnen. Besonders durch Angebote des Erasmus Student Networks und die Einführungstage findet man schnell Anschluss. Lebt man dann noch in einer WG bzw. im Wohnheim, muss man sich meiner Meinung nach keine Sorgen machen Leute kennen zu lernen. Bei ungarischen Studierenden sieht es da allerdings anders aus. Da Psychologie auf Ungarisch und englisch angeboten wird, hatte ich nur Kurse mit Menschen aus anderen Ländern, das heißt, den Kontakt zu Ungarn muss man eher aktiv suchen beispielsweise durch Mentor/innen oder Aktivitäten außerhalb des Klassenzimmers. Ähnlich sieht es mit der Sprachkompetenz aus. Ich habe einen Ungarisch-Kurs belegt, aber die Sprache ist wirklich schwer und mehr als ein paar Floskeln werden wohl nicht hängen bleiben. Trotzdem kann ich einen Sprachkurs sehr empfehlen, da man auch einiges über die Kultur lernt und es schön ist, auf einem der vielen Märkte mal auf Ungarisch einkaufen zu können. Dadurch, dass alle Kurse auf Englisch sind und man im Freundeskreis und in der WG vor allem englisch spricht, denke ich schon, dass sich mein Englisch verbessert hat.

Studienfach: B.Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Eötvös Lorand Tudomanyegyetem

Gastland: Ungarn


Rückblick

Alles in allem kann ich wirklich empfehlen nach Budapest zu gehen. Ich finde die Stadt eignet sich durch ihre Vielseitigkeit, kurzen Wege und günstigeren Preisen ideal für ein Auslandssemester. Dadurch, dass ich vor allem Seminare belegt hatte, habe ich auch noch einmal eine andere Art von Studieren kennen gelernt, die mir sehr gefallen hat.

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